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Alan Lomax – The Songhunter

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Kinostart: 13.10.2005

Die globale Jukebox

Der Musikarchäologe Alan Lomax war ein Weltenbummler, ein besessener Sammler fast vergessener Songs und musikalischer Traditionen. Einen Großteil seines Lebens verbrachte er damit, die Welt zu bereisen und Lieder sowie Sagen und Erzählungen als Teil einer „oral history“ zu sammeln, zunächst gemeinsam mit seinem Vater, dann nach dessen Tod allein. Seine Reisen führten ihn immer wieder in den Süden der USA, aber auch nach Haiti, auf die Bahamas, nach Lateinamerika und nach Europa, wo er die traditionelle Musik des jeweiligen Landes dem Vergessen und Aussterben zu entreißen versuchte. Er begab sich in die Gefängnisse und auf die Plantagen, um die alten Songs zu dokumentieren, denn es war nicht allein die Sammelleidenschaft, die ihn antrieb, sondern auch die Mission, den Sprachlosen am Rande der Gesellschaft eine Stimme zu verleihen. Mit der Zeit entstand ein Archiv von unschätzbarem Wert, unzählige Musikaufnahmen, Dokumente, Film- und Fotoaufnahmen dokumentieren eine Vielfalt der Ausdrucksformen, die heute durch eine globalisierte Musikindustrie mehr denn je gefährdet ist.

Zu seinen musikalischen Entdeckungen gehören unter anderem Woody Guthrie, Leadbelly, Burl Ives, Pete Seeger und Muddy Waters, Jelly Roll Morton und Mississippi Fred McDowell, die er in den Dreißigern und Vierzigern in einer eigenen Radiosendung einem großen Publikum vorstellte. Und sein Schaffen wirkt bis heute in die Populärkultur nach, denn immer wieder bilden Aufnahmen aus seiner Datenbank Soundtracks zu Filmen wie Mission Impossible oder O Brother Where Art Thou?. Auch Musiker suchen immer wieder die Traditionen, die Lomax sammelte, die Rolling Stones ebenso wie Eric Clapton oder Moby.

Der niederländische Filmemacher Rogier Kappers besuchte Alan Lomax, kurz vor dessen Tod, im Sommer 2001 in Florida. Lomax, bereits 86 Jahre alt und von Krankheit schwer gezeichnet, war nicht mehr fähig zu sprechen, so dass der Regisseur mit Kollegen, Verwandten und Freunden sprach und mit alten Archivaufnahmen und den Tagebuchaufzeichnungen von Alan Lomax montierte. Außerdem sucht Kappers die Orte auf, an denen Lomax einst sammelte und begegnet Menschen, in denen die Musik ihrer Vorfahren bis heute weiterlebt und nachwirkt – ein Zeichen dafür, dass die Anstrengungen eines Alan Lomax nicht umsonst waren. Ein stimmungsvoller Dokumentarfilm, der ein rastloses und besessenes Leben zeigt, das der Musik gewidmet war – ein echter Road Movie auf den Spuren der Wurzeln der Musik.

Wer sich übrigens für das Archiv von Alan Lomax interessiert, es ist unter der Internetadresse www.lomaxarchive.com zu erreichen.

Daten & Fakten

Produktionsland: Niederlande
Produktionsjahr: 2004
Länge: 90 (Min.)
Verleih: Salzgeber
Kinostart: 13.10.2005

Cast & Crew

Regie: Rogier Kappers

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