Filme

Der Anständige

Auf der diesjährigen 64. Berlinale waren zwei außergewöhnliche Filme über die NS-Zeit zu sehen. Volker Schlöndorffs Kriegsdrama "Diplomatie" zeigt eine mitreißende fiktive Version eines Gesprächs zwischen dem von Hitler eingesetzten Stadtkommandanten General von Choltitz und dem schwedischen Generalkonsul Raoul Nordling, das in letzter Minute zur Rettung der bereits angeordneten Sprengung der Stadt Paris führte. Vanessa Lapas Dokumentarfilm "Der Anständige" führt hingegen direkt in das Hirn des nach Hitler mächtigsten Mannes im Dritten Reich hinein.

Mehr lesen

The Texas Chainsaw Massacre (1974)

Gäbe es einen Preis für den Titel einflussreichster Horrorfilm aller Zeiten, so stünde Tobe Hoopers 1974 mit Minimalbudget gedrehtes Werk "The Texas Chainsaw Massacre" wohl mit auf dem imaginären Siegerpodest. Ihm verdanken wir die Etablierung heute üblicher Genrekonventionen wie etwa das "final girl" oder die Grundkonstellation der so genannten "Backwood-Slasher", bei denen ahnungslose Städter direkt in die Fänge (oder Äxte, Sägen und sonstiges Werkzeug) geraten – an diesen und anderen Elementen arbeiten sich noch heute Generationen von Nachwuchsregisseuren ab.

Mehr lesen

The Treatment

"The Treatment" ist ein extrem düsterer, nur schwer verdaulicher Film. Darum die Warnung gleich vorweg: Dies ist nichts für Zartbesaitete. Im Gegenzug sind nicht Gorehounds und Splatter-Aficionados gemeint, denn dieser Film tritt dorthin, wo es wirklich weh tut. Er zeigt Bilder – und lässt Bilder im Kopf entstehen –, die man nicht mehr so schnell abschütteln kann.

Mehr lesen

The Babadook

Oft sind Kinder in Horrorfilmen ganz besonders garstige Wesen. Der fast siebenjährige Samuel aus Jennifer Kents "The Babadook" scheint hier zunächst keine Ausnahme zu sein: Er rüstet sich mit selbst gebastelten Waffen aus und wirkt reichlich "creepy", wenn er von "dem Monster" erzählt, das es zu töten gilt. Der hyperaktive Junge raubt seiner Mutter Amelia den Schlaf – und allmählich auch den Verstand.

Mehr lesen

Wir waren Könige

Was ist das für ein Film, in dem es beim SEK-Einsatz in einer Drogendealer-Wohnung ein paar Verletzte und ein paar Tote gibt? Was ist das für ein Film, in dem diese Elitetruppe der Polizei hier mal ein paar Tausender einsteckt, dort mal ihren Rachegelüsten freien Lauf lässt, und abends beim Gelage in der Kneipe Schlägereien provoziert?

Mehr lesen

Can a Song Save Your Life?

Der frühere Bassist und Sänger der irischen Band The Frames, John Carney, hat schon im Jahr 2006 mit seinem wunderschönen Film "Once", in dem Musik eine so wichtige Rolle gespielt hat, gezeigt, was er drauf hat. Er hat seine Leidenschaft für die Musik, die er als Business hinter sich gelassen hat, in einem anderen Medium revitalisiert.

Mehr lesen

Dark House

Düstere Häuser, die abgelegen mitten im Nirgendwo liegen, sind einer der Standards des Genres. Es ist schwer, aus diesem Grundkonzept etwas herauszuholen, das über beschreibende Adjektive wie "solide" oder "ordentlich" hinausgeht. Auch Victor Salva hat daran zu knabbern, denn ihm ergeht es wie häufig in seiner Karriere. Er fängt den Film stark an, schwächelt dann aber in der Auflösung.

Mehr lesen

Mauern der Gewalt

"Starred Up", das ist ein Begriff, der im Gefängnis-Milieu mit einem gewissen Renommee daherkommt. Solches genießt auch der junge Protagonist in diesem Film, der als Teenager zu den Erwachsenen gesteckt wird. Weil er brutal ist, weil er nicht zu bändigen ist, weil er letzten Endes wie ein Tier agiert.

Mehr lesen

A Most Wanted Man

Das Wasser in einem Kanalisationsschacht ist im ersten Bild von Anton Corbijns "A Most Wanted Man" zu sehen, aus ihm steigt ein Mann an die Oberfläche. Es folgt ein Schnitt, erneut ist ein Flüssigkeitspegel zu sehen, doch dieses Mal handelt es sich bei der bräunlichen Flüssigkeit um Whisky in einem Tumbler, der auf dem Tisch von Günther Bachmann (Philip Seymour Hoffman) steht. Im Sumpf stecken jedoch beide Männer.

Mehr lesen

Wolfskinder

"Wach auf. Mutti ist tot." Hans öffnet die Augen. Der Körper neben ihm ist kalt, steif und schmutzig. Gestern Nacht war er noch warm. Gestern Nacht hatte die Mutter gesagt, Hans und Fritz sollen gemeinsam nach Litauen gehen. Dort gäbe es eine Familie, die für die beiden Brüder sorgen würde. Die Mutter war krank und wollte nachkommen, sobald es ihr besser ginge. Dann sind sie aneinandergeschmiegt eingeschlafen. Jetzt ist die Mutter tot.

Mehr lesen

Die langen hellen Tage

Unmittelbar nach dem Zusammenbruch des Ostblocks erschien es zumindest im Westen so, als müssten die Menschen jenseits des einstigen Eisernen Vorhangs jetzt einfach nur noch glücklich sein, da sie endlich in Freiheit leben durften. Aber wie aktuell die Ukraine-Krise zeigt, hat sich der Frieden noch lange nicht überall wirklich etabliert. Woanders mag der Krieg zwar vorbei sein, aber zugleich haben jahrelange Kämpfe ein gesellschaftliches Trümmerfeld hinterlassen, dessen unheilvolle Früchte zum Teil erst in der nächsten Generation sichtbar werden.

Mehr lesen

Gemma Bovery

Es macht nichts, wenn man Flaubert nicht gelesen hat. Man muss seine "Madame Bovary" nicht kennen, bevor man Bekanntschaft mit "Gemma Bovery" macht. Klar, man hat ein Stück Weltliteratur verpasst, aber Berührungsängste mit diesem Film muss man deswegen nicht haben. Zumal der Film auch gar keine Literatur-, sondern eine Comicverfilmung ist.

Mehr lesen

Ein Sommer in der Provence

Es beginnt, wie so oft, mit einer Zugfahrt. Die Reise einer Familie. Nur dass die Eltern hier eine Nebenrolle spielen. Denn die drei Enkel Léa, Adrien und der kleine Théo sind mit der Großmama Irène (Anna Galiena) unterwegs – auf dem Weg zu Großvater Paul (Jean Reno) in die idyllische Provence. Der ahnt noch nichts von seinem Glück. Paul ist nämlich alles andere als erfreut, eher erbost, als seine Herzensdame mit den drei Kinderlein vor ihm steht.

Mehr lesen

Stage Fright

Horror-Musicals gibt es nicht viele. Hauptsächlich wohl, weil man glauben könnte, dass die Schnittmenge zwischen beiden Fangruppen relativ gering ist. Das mag vielleicht sogar so sein, aber als überdrehte Komödie, die nicht nur zahlreiche Horrorfilme zitiert, sondern auch den Musical-Betrieb auf die Schippe nimmt, funktioniert "Stage Fright" ziemlich gut.

Mehr lesen

War of the Worlds: Goliath

H.G. Wells' "Der Krieg der Welten" wurde schon häufig verfilmt, sowohl klein- als auch großbudgetiert, fürs Kino oder fürs Fernsehen, gut oder schlecht. Nun kommt mit "War of the Worlds: Goliath" eine neue Version ins Kino.

Mehr lesen

Mit ganzer Kraft

Nils Taverniers "Mit ganzer Kraft" handelt von der Willensstärke eines vermeintlich Schwachen – vom Überwinden des angeblich Unüberwindbaren. Das Werk kann daher als "message movie" bezeichnet werden: als Film, der sein Publikum unterhalten möchte, dabei aber zugleich eine wichtige Botschaft transportieren will.

Mehr lesen

White Bird in a Blizzard

Der Filmemacher Gregg Araki ist ohne Zweifel das, was man einen "Auteur" nennt: All seine Werke sprechen eine spezifische Bildsprache und kreisen um zwei große Themen: die Konfusionen der Jugend und die Auswüchse des amerikanischen Albtraums.

Mehr lesen

Hercules 3D

Die Menschlichkeit des griechischen Überhelden sollte im Zentrum stehen. Seine Verletzlichkeit und seine Zweifel. Nicht weniger nahmen sich die Macher des wuchtigen Monumentalstreifens "Hercules" vor, der auf einer Graphic Novel von Steve Moore basiert.

Mehr lesen

Jamie Marks Is Dead

"Jamie Marks Is Dead" ist eine Adaption des Christopher-Barzak-Romans "One for Sorrow" (2007); für Drehbuch und Regie zeichnet der als Modefotograf bekannte Carter Smith verantwortlich. Dessen Langfilmdebüt "Ruinen" aus dem Jahre 2008 war ein solides Horrorwerk – der Nachfolger ist nun weitaus mehr als das: eine subtile Melange aus Teenagerdrama und Fantasy, in welcher es Smith gelingt, eine Geschichte über das Übersinnliche absolut stimmig in einer monoton-realistischen Szenerie zu verorten.

Mehr lesen

Hin und Weg

Ein solider Genremix aus Road Movie und Tragikomödie bietet Christian Züberts "Hin und Weg". Roadmovie im klassischen Sinne, denn die Freunde rund um Hannes (David Florian Fitz) und seine Frau Kiki (Julia Koschitz) machen mit ihnen wie jedes Jahr eine Fahrradtour. Dass sich Hannes dieses Mal ausgerechnet einen Trip nach Belgien ausgesucht hat, sorgt für Verwunderung und Gelächter.

Mehr lesen

Partner

  • Deutsche Film- und Medienbewertung
  • Arthaus Filme
  • Filmförderung Baden-Württemberg
  • Cineplex Kinos
  • Sala Web