Filme

Café Olympique

Der für seine realistischen Sozialdramen wie "Der Schnee am Kilimandscharo" (2011) bekannte französische Regisseur Robert Guéiguian versucht sich in seinem neuesten Film "Café Olympique - Ein Geburtstag in Marseille" in traumwandlerischer Leichtigkeit. Der Film ist ein charmanter Ausflug in surreale Gefilde, der sich jedoch ein wenig schwer damit tut, durchgehend den richtigen Ton zu treffen.

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Die Familie

Irmgard B., eine ältere Frau, wirkt etwas mitgenommen: "Zwei Jahre auf Bewährung. Für einen Todesschützen. Das ist doch was!?“ Szenenwechsel: Berlin bei Nacht - die Skyline. Nacheinander werden Namen, Geburtstage und Sterbedaten vorgetragen, es sind die Daten der Opfer an der einstigen innerdeutschen Grenze. Sie reihen sich so zahlreich aneinander, dass die Aufzählung immer hektischer und drängender zu werden scheint und schließlich zu einem sich überschlagenden Kanon des Todes und Mordens anschwillt. So beginnt "Die Familie".

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Geron

Hätte der Kanadier Bruce LaBruce nur dieses eine Werk – nämlich "Otto; or, Up with Dead People" (2008) – geschaffen, hätte es eigentlich schon genug Gründe gegeben, diesem Filmemacher einen Ehrenplatz in der (Underground-)Kinohistorie zuzusichern. Doch der sogenannte "Politpornograf" hat auch vor und nach besagtem Mix aus Melancholie, Kopulation, Avantgarde-Wahnsinn und Zombietum zahlreiche Arbeiten vorgelegt, die mit ihrer Radikalität und Krudität zu provozieren, irritieren und (nicht zuletzt) zu amüsieren wussten.

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Wiedersehen mit Brundibar

Fast auf den Tag genau 70 Jahre ist es her, dass die Kinderoper "Brundibar" zuletzt aufgeführt wurde - am 16. Oktober 1944 endeten nach gut zwei Jahren die Vorführungen dieses einzigartigen Werks. Das Besondere an "Brundibar": Das Singspiel, 1938 von dem deutsch-tschechischen Komponisten Hans Krása komponiert und lediglich einmal im Jahre 1941 in einem jüdischen Waisenhaus heimlich uraufgeführt, wurde von den Nationalsozialisten für ihre Zwecke instrumentalisiert und zu Propagandazwecken im Konzentrationslager Theresienstadt mehr als 50 mal auf die Bühne gebracht.

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Pride

Mit einer skurrilen aber wahren Geschichte über Solidarität zweier völlig unterschiedlicher Gruppen entführt uns Regisseur Matthew Warchus ins Großbritannien der Thatcher-Ära und ins sozialdemokratische Komödiengenre ganz im Sinne Ken Loachs.

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Familienfieber

Nico Sommer ist ein vergleichsweise junger Regisseur. Daran ist jetzt erst einmal nichts Besonderes, denn davon gibt es ja bekanntlich viele. Besonders ist aber seine Themenwahl oder anders gesagt, die Altersgruppe seiner Protagonisten. Schon "Silvi", der 2013 in den Kinos lief, kreiste um eine fast 50-jährige Titelheldin und mit "Familienfieber" entfernt sich Nico Sommer schon wieder von seiner eigenen Generation.

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The Loft (2014)

Es kommt selten vor, dass ein Regisseur sein eigenes Werk noch einmal inszeniert. Erik Van Looy hat es mit "The Loft" getan, der auf "Loft – Tödliche Affären" basiert und sich im Grunde schon geärgert, dass er das niederländische Remake nicht auch verantwortet hat. Dann wäre er der Rekordhalter gewesen mit einem Film, den er dann dreimal gemacht hätte.

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Kaptn Oskar

Schon in seinem Spielfilmdebüt "Papa Gold" führte Tom Lass nicht nur Regie, sondern stand als Darsteller der Hauptfigur auch vor der Kamera. In seinem zweiten Langfilm "Kaptn Oskar" schlüpft Lass erneut in diese Doppelrolle und auch der Charakter, den er verkörpert, erinnert an den Vorgänger. Wie einst Denny taumelt auch Oskar ein wenig orientierungslos durch sein Leben, wirkt dabei jedoch deutlich devoter.

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The Tribe

Wenn man jemanden nicht verstehen kann, dann muss man sich immer die Frage stellen, ob es an der anderen Person liegt oder an einem selbst. Liegt es daran, dass ich nicht bereit bin mich mit der Sprache und Ausdrucksweise auseinanderzusetzen, liegt es an meiner Distanz zur Person oder kann mir diese Person wirklich nicht mitteilen, was sie denkt und fühlt?

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Love, Rosie - Für immer vielleicht

Man bekommt ja nicht allzu häufig eine internationale Produktion eines deutschen Studios — in diesem Fall Constantin Film — zu sehen. Umso größer das Interesse (und das leise Argwöhnen), ob man mit dem internationalen Standard mithalten kann. Zum Glück muss man sich bei "Love, Rosie — Für immer vielleicht" darum keine Sorgen machen. Sowohl auf technischer als auch auf ästhetischer Ebene hat der deutsche Regisseur Christian Ditter ("Vorstadtkrokodile", "Wickie auf großer Fahrt") einen Film hingelegt, der nicht von amerikanischen oder britischen Produktionen seines Genres zu unterscheiden ist.

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Wir waren Könige

Was ist das für ein Film, in dem es beim SEK-Einsatz in einer Drogendealer-Wohnung ein paar Verletzte und ein paar Tote gibt? Was ist das für ein Film, in dem diese Elitetruppe der Polizei hier mal ein paar Tausender einsteckt, dort mal ihren Rachegelüsten freien Lauf lässt und abends beim Gelage in der Kneipe Schlägereien provoziert?

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Mr. Turner

Lang lang ist's her, seit Mike Leigh seinen letzten Historienfilm gedreht hat. Um genau zu sein 15 Jahre. Damals, im Jahre 1999, portraitierte er in "Topsy-Turvy" das Operetten-Duo Gilbert und Sullivan, das Ende des 19. Jahrhunderts äußerst erfolgreich war. In "Mr. Turner" widmet sich Leigh abermals einer großen Künstlerpersönlichkeit, dem Schöpfer weltberühmter Landschaftsbilder und Seestücke und dem wohl wichtigsten Vertreter der englischen Romantik Joseph Mallord William Turner, besser bekannt als JMW Turner.

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Zwei Tage, eine Nacht

Die Rahmendaten der Geschichte, die die beiden belgischen Filmemacher in ihrem unverwechselbaren, nur scheinbar schmucklosen und reduzierten Stil eines "sozialen Realismus" erzählen, sind schnell wiedergegeben. Da ist Sandra (Marion Cotillard), die an einem Freitag von einem Problem erfährt, das sie binnen kurzer Zeit lösen muss: Da es der Firma, in der sie arbeitet, schlecht geht, steht ihr Rauswurf unmittelbar bevor.

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Hin und weg

Es muss wohl eine besondere Beziehung zwischen den Deutschen und dem Meer bestehen. In "Knocking on Heaven's Door" zog es einen todkranken Til Schweiger an die Nordseeküste und nun macht sich in Christian Züberts "Hin und weg" Florian David Fitz auf einen ähnlichen Weg.

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Northmen: A Viking Saga

"Wikinger haben eine große Fanbase", so Produzent Ralph S. Dietrich. "Als dann auch noch das Nachrichtenmagazin Spiegel einen Wikinger auf dem Titelbild zeigte, war mir klar, dass die Zeit reif ist, unseren Film zu drehen." Ein kurioser Auslöser, das muss man schon sagen und sich im Umkehrschluss fragen, ob ein Ägypter auf dem Cover dann wohl die Produktion eines Ägypten-Films gezeitigt hätte. Aber man soll ja nicht gehässig sein, "Northmen – A Viking Saga" ist immerhin gute, wenn auch simple Action-Kost.

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Das Salz der Erde

Die Menschen seien das Salz der Erde, so lautet ein altes Sprichwort. Angesichts der Schwarzweiß- Aufnahmen aus der brasilianischen Goldmine Serra Pelada, in der hunderte Männer übereinander klettern wie in einem chaotischen Wimmelbild, wird dieser Satz anschaulich. Viel bedeutungsvoller als Salzkörner können sie doch kaum sein, diese winzigen Menschen, die unsere Erde erst zu dem gemacht haben, was sie ist - im Positiven wie im Negativen.

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Am Sonntag bist du tot

Die katholische Kirche hat ein Image-Problem und das nicht erst seit sich mehr und mehr Missbrauchsopfer zu Wort melden, deren Kindheit durch pädophile Vertreter der Institution auf furchtbarste Weise geprägt wurde. In der heutigen Zeit ist es daher ziemlich einfach, mit der Kirche und ihrer Religion hart ins Gericht zu gehen, sie zu verurteilen und als scheinheilig zu entlarven.

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Citizenfour

"In diesem besonderen Fall" wurde bei der Einladung zur Pressevorführung darum gebeten, doch bitte das Kommen anzumelden, "da wir auch mit Interesse aus Nicht-Film-Ressorts rechnen". Dieser besondere Fall heißt "Citizenfour" und ist ein Dokumentarfilm über Edward Snowden.

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Der Samurai

Ein Wolf treibt in einem kleinen Dorf an der deutsch-polnischen Grenze sein Unwesen. Der junge Polizist Jakob (Michel Diercks) versucht das Tier zu zähmen, zumindest bis ihn eine andere Aufgabe voll und ganz einnimmt. Wobei der Abend ganz harmlos mit einem Paket anfängt, das bei der Polizei abgegeben wird und das Jakob dem richtigen Empfänger zustellen will.

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Winterschlaf

Nuri Bilge Ceylan wagt viele neue Schritte in seinem neuen Werk "Winterschlaf", das dieses Jahr in Cannes die Goldene Palme gewann. So lässt sich der normalerweise geduldige Student schweigender Gesichter nun auf lange und den Plot dominierende Dialoge ein. Außerdem finden die Geschehnisse zu großen Teilen in Innenräumen statt, was für den türkischen Regisseur ein absolutes Novum darstellt.

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