Filme

Transit Havanna

Ihr Vater kommt nicht wie versprochen zur öffentlichen Verteidigung ihrer Doktorarbeit. Er hat gerade wichtigeres zu tun: Kuba der Welt gegenüber öffnen. Mariela Castro ist die Tochter des kubanischen Staatspräsidenten Raúl Castro. Das Thema ihrer Dissertation ist die soziale Integration Transsexueller. Fidel Castros Nichte ist politische Mutter und Heldin der Herzen der kubanischen LGBT-Community.

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Die Geträumten

"Die Geträumten" von Ruth Beckermann ist ein Film über Sprache und Sprachlosigkeit. Wir sehen feuchte Augen und hören schweres Schlucken im Angesicht von Worten, die manchmal gar nicht abgeschickt wurden, die Unfassbarkeit einer Fiktion der Liebe, die so dringlich und echt ist, dass man die Seelen darunter beben hört. Es ist eine zitternde Großtat von einer Regisseurin, die sich normalerweise mit deutlich offeneren Formen beschäftigt. In Zentrum von Die Geträumten geht es um den Briefwechsel zwischen Ingeborg Bachmann und Paul Celan.

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Dügün - Hochzeit auf Türkisch

Von Duisburg-Marxloh hört man normalerweise nur in Verbindung mit dem Begriff "Problemviertel" oder gar "No-Go-Area", also einem Bezirk, den selbst die Polizei auf Streife weitgehend versucht zu meiden, weil es mitunter zu gefährlich sei, sich dort einzeln hineinzubegeben. Immer wieder gibt es Stimmen, die dem widersprechen, Stadtteilaktivisten, die Reporter durch ihren "Kiez" führen, um zu beweisen, dass es gar nicht so schlimm um Marxloh bestellt sei wie noch vor zehn Jahren – und schon gar nicht, wie es in den Medien dargestellt wird.

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To Steal From a Thief

Die Bewegungsdramaturgie des Banküberfalls ist simpel: Rein, raus, dann immer in Richtung Horizont. "To Steal from a Thief" erzählt von dem Chaos, das entstehen kann, wenn diese einfache Choreographie unterbrochen wird. Von den Kräften, die sich anstauen und in alle Richtungen entladen. Regisseur Daniel Calparsoro hat einen Film über das Scheitern gedreht: Sowohl über das individuelle, menschliche Versagen, als auch über das strukturelle, wirtschaftliche und politische.

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Operation Avalanche

Ein gutgelaunter, flotter Indie-Spielfilm aus Amerika vertieft sich in die Verschwörungstheorie, dass die NASA die Mondlandung des Jahres 1969 nur vorgetäuscht hat. Er enthüllt augenzwinkernd, wie es kam, dass sogar die Belegschaft im Mission Control Center in Houston glaubte, die Aufnahmen seien echt. Zugleich reitet die aberwitzige Geschichte auf dem Misstrauen, das dem Film- und Fotomaterial heute, im digitalen Zeitalter, nicht ohne Grund oft entgegenschlägt, wenn es als Beweis für wirkliches Geschehen dienen soll.

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Früher war alles besser

Nachdem die schwedische Filmindustrie vorgemacht hat, wie erfolgreich Filme mit grantigen alten Männern sind, hat zunächst Norwegen mit "Ein Mann namens Ove" nachgezogen und nun lässt Finnland "The Grump" auf das Publikum los.

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Mike And Dave Need Wedding Dates

Von den unzähligen Dingen, die auf einer privaten Feier schiefgehen können, lassen sich viele durch eine perfekte Organisation vermeiden. Aber wer in der näheren Verwandtschaft ein paar Leute hat, die für ihr Partyverhalten berüchtigt sind, der kann wahrscheinlich nur Stoßgebete zum Himmel schicken. Denn sie einfach auszuladen, das geht ja auch nicht.

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Night of the Living Deb

Zombie-Komödien gab es in den vorigen Jahren reichlich. Auch solche, die romantische Elemente in den untoten Fokus rückten. Viel Neues ist dementsprechend von "Night of the Living Deb" nicht zu erwarten, aber diese Mixtur aus "Shaun of the Dead" und "Nie wieder Sex mit der Ex" ist auf ihre unschuldig-alberne Art und Weise amüsant.

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Ben-Hur (2016)

Kann man diesen Film sehen, ohne ihn mit dem Original zu vergleichen? MGM sagt ja! Es sei ja eigentlich kein Remake, sondern die Neuinterpretation des Romans von 1880. Dafür hat man sogar die Ur-Ur-Enkelin des Autors Lew Wallace ausfindig gemacht und den Roman noch einmal "behutsam modernisiert und ihm für heutige Leser neues Leben eingehaucht", so der Klappentext des Buches zum Film. Wie schon 1959 gibt sich das große Hollywood-Studio also alle Mühe, seine Neuauflage zu vermarkten.

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Die Stadt als Beute

Berlin boomt nicht erst seit gestern. Dennoch war das Leben dort lange billig. Seit einigen Jahren gehen aber auch in der deutschen Kapitale die Mieten durch die Decke. Andreas Wilckes Dokumentarfilm Die Stadt als Beute, nicht zu verwechseln mit dem Episodenfilm Stadt als Beute, führt exemplarisch eine Entwicklung vor Augen, die längst viele Regionen (weltweit) betrifft.

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We are the Flesh

Wie kein anderes Genre bedient der Horrorfilm die Lust des Publikums am Verdrängten. Regisseur und Drehbuchautor Emiliano Rocha Minter befriedigt diese in seinem beeindruckenden Debüt We Are the Flesh mit einer fiebrigen Mischung aus Postapokalypse, Tabubruch und Mindfuck.

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Hieronymus Bosch - Schöpfer der Teufel

Die absonderlichsten Kreaturen bevölkern die Gemälde von Hieronymus Bosch: bizarre, in ihrer wohl überlegten Zusammensetzung doch seltsam funktionale Wesen. Mit stelzenartigen Beinen und Schnäbeln, einem Trichter oder Kessel auf den Kopf gestülpt. Flügel brechen aus ihren Rümpfen hervor, die wiederum in grotesk gekrümmten Krötenbeinen enden. Aber es sind die Eulen, die den Forschern Rätsel aufgeben.

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Von Trauben und Menschen

Gaillac ist eine der kleineren Weinregionen Frankreichs, östlich von Toulouse gelegen. Der September ist da: Die Weinlese steht an. Der französische Filmemacher Paul Lacoste hat sich für seinen neuen Dokumentarfilm ein eher ungewöhnliches Sujet gewählt: Gut zwanzig Männer und Frauen verschiedenen Alters, die als so genannte Saisonkräfte, also als Erntehelfer, in der Spätsommerhitze schuften. Quasi in der edlen d’Artagnan-Methode: Einer für alle, alle für einen.

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Das Versprechen (2016)

Die "Süddeutsche Zeitung" ist freiheitlich geprägt. Deshalb nimmt sie immer wieder Justizskandale ins Visier. Und aus diesen Skandalen erwachsen ganz gerne Dokumentarfilme wie etwa im letzten Jahr "Mollath - Und plötzlich bist du verrückt", der freilich die journalistische Berichterstattung eher bebilderte als vertiefte. Anders "Das Versprechen", in dem SZ-Journalistin Karin Steinberger zusammen mit Marcus Vetter Regie führt: Ein Film über Jens Söring, der 1990 in den USA wegen Doppelmordes zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Und der, höchstwahrscheinlich, unschuldig ist.

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A Good American

Es gibt Dokumentarfilme, die sind geradezu prädestiniert, noch einmal als Spielfilm zu reüssieren. Man denke beispielsweise an "Man on Wire" von James Marsh aus dem Jahre 2008, der es als Spielfilm im letzten Jahr noch einmal unter dem Titel "The Walk" (Regie: Robert Zemeckis) in die Kinos schaffte.

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Mahana - Eine Maori-Saga

Es ist das Leid des Klügeren, das Simeon (Akuhata Keefe) fast täglich in seiner Familie erfährt. Der Teenager ist der Bücherwurm der maorischen Großfamilie Mahana, die vom Patriarchen, seinem Großvater (Temuera Morrison), mit eiserner Hand geführt wird. Es gilt die alte Maori-Tradition, dass die Ältesten zu respektieren sind und diese für alle anderen die Entscheidungen treffen. Oder wie Simeons Lehrer George Bernard Shaw zitiert: "Familie ist eine Tyrannei, geführt von ihrem schwächsten Mitglied."

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Auf Augenhöhe

Der zehnjährige Michi (Luis Vorbach) träumt den Traum vieler Heimkinder: Er wird seinen Vater kennenlernen und zu ihm ziehen. Eines Tages macht er sich auch tatsächlich auf, einen gewissen Tom Lambrecht (Jordan Prentice) zu besuchen, den er aufgrund eines Briefs seiner verstorbenen Mutter für seinen Erzeuger hält. Seinen vor Neid erblassten Zimmergenossen tröstet Michi mit den Worten, er komme ja nochmal zurück - um seine Sachen zu holen.

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Meine Zeit mit Cézanne

Kann man eine Freundschaft aus Kindertagen bis ins Erwachsenenalter aufrechterhalten? Mit dieser Fragestellung inszeniert Danièle Thompson ihr Biopic "Meine Zeit mit Cézanne" über die Freundschaft zwischen dem Maler Paul Cézanne (Guillaume Gallienne) und dem Schriftsteller Émile Zola (Guillaume Canet).

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Die Tragödie der Belladonna

Alles beginnt mit einem einfachen schwarzen Strich auf weißem Grund. Als die Kamera sich in Bewegung setzt, bewegt er sich immer fort nach links, schlägt Wellen, beschreibt Bögen und reißt nicht ab. Lässt so Grashalme entstehen, Blumen und Gesichter. Ein erster Tupfer pastellenen Blaus färbt eine Blüte ein und allmählich gesellen sich weitere Farben hinzu, bis vor unseren Augen ein ganzes Bouquet erblüht.

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Mein ziemlich kleiner Freund

Es ist eine Zufallsbekanntschaft. Alexandre (Jean Dujardin) hat Dianes (Virginie Efiras) Handy gefunden. Ein Übergabeort wird ausgemacht. Sie ist auf fast alles gefasst, nur nicht, dass er lediglich 1,36 Meter groß ist. Dabei hat der kleine Mann enorm viel Charme und Ausstrahlung. Er lädt die Anwältin auf ein kleines Abenteuer ein. Wenig später ruft sie ihn zurück. Eine zarte Beziehung beginnt, aber Diane hat ein Problem mit Alexandres Größe. Oder besser: Damit, dass sie von allen Leuten angestarrt werden.

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