Filme

Lügen und andere Wahrheiten

Die Lüge: Zu ihr gehören Zweifel, Misstrauen, Angst; zu ihr gehören Liebe, Rücksichtnahme, Schonung. Zu ihr gehören Verrat und Feindschaft, das Vertuschen von Peinlichkeiten, die Suche nach dem einfachen Weg, Täuschung und Selbsttäuschung. Zu ihr gehören Konflikte und Beziehungen, die Ermittlung der Wahrheit und das zwangsweise Weiterlügen. Die Lüge: Sie ist eines der Urelemente des Kinos, ohne Lüge keine Handlung, kein Drama, kein Gegen- und Miteinander. Ohne Lüge keine Geschichte.

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La ritournelle

Das Leben auf dem Land? Ist nur halb so romantisch, wie man das von der neuen Schwemme der Zeitschriften und Magazine suggeriert bekommt, die gerade den Landhaus-Lebensstil als Gegengift gegen die Hektik der vernetzten und globalen Welt abfeiern.

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Wrong Cops

Wie der Titel schon vermuten lässt, ist "Wrong Cops" der direkte Nachfolger von Quentin Dupieuxs "Wrong". Beide Filme teilen sich einige Figuren und interagieren auch ein wenig miteinander, es ist aber nicht nötig "Wrong" gesehen zu haben, um "Wrong Cops" zu verstehen.

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Jersey Boys

Sie können es immer noch. Wenn man in Clint Eastwoods neuem Film "Jersey Boys" die Hits der Doo-Woop-Formation "The Four Seasons" hört, zucken die Beine unwillkürlich im Rhythmus mit, wippt der Kopf, wollen die Finger schnippen und der Mund - sofern man die Texte kennt – am liebsten mitsingen. Die unabdingbare Voraussetzung dafür ist freilich, dass man eine gewisse Affinität zu den Klängen und mehrstimmigen Gesangsharmonien der späten 1950er und 1960er Jahre hat.

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Ohne Dich

Drei Paargeschichten in einem episodischen Film. Es sind heterosexuelle Paare, doch die Perspektive ist eher weiblich. Im Zentrum stehen Rosa (Katja Riemann), Motte (Helen Woigk) und Layla (Meral Perin). Ihre Männer bleiben dahinter zurück: Rosas Marcel (Charly Hübner), Neo (Arne Gottschling), der zu Motte gehört, und Laylas Ex Navid (Bijan Zamani).

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Höhere Gewalt (2014)

Das iPhone ist an allem schuld. Nein, das ist keine Aussage von Medienkritikern, sondern so könnte man die Ausgangssituation von Ruben Östlunds brillanter und bitterböser familiärer Versuchsanordnung "Höhere Gewalt" beschreiben, die anhand eines kleines Vorfalls eine ganz normale schwedische Familie genüsslich zerlegt. Doch der Reihe nach...

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Kofelgschroa. Frei. Sein. Wollen.

Sie sind vier Freunde in ihren Zwanzigern, kommen aus Oberammergau und bezeichnen sich selbst als Freizeitmusiker mit einer "schizophrenen Heimatverbundenheit". Seit dem Erscheinen ihrer ersten CD "Kofelgschroa" 2012 ist die gleichnamige Band nicht nur fast jedes Wochenende zu Auftritten irgendwo in Bayern unterwegs, sondern gastiert auch schon mal in Berlin und Hamburg. Sechs Jahre lang hat die Dokumentarfilmerin Barbara Weber die Musiker begleitet für ihr Porträt, das vier natürliche, nachdenkliche Menschen auf der Suche zeigt.

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Zwei Tage, eine Nacht

Die Rahmendaten der Geschichte, die die beiden belgischen Filmemacher in ihrem unverwechselbaren, nur scheinbar schmucklosen und reduzierten Stil eines "sozialen Realismus" erzählen, sind schnell wiedergegeben. Da ist Sandra (Marion Cotillard), die an einem Freitag von einem Problem erfährt, das sie binnen kurzer Zeit lösen muss: Da es der Firma, in der sie arbeitet, schlecht geht, steht ihr Rauswurf unmittelbar bevor.

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Planes 2: Immer im Einsatz

Es ist schon kurios. Eigentlich war der Animationsfilm "Planes", ein Spin-off von "Cars", klar für den DVD-Markt konzipiert, wurde dann aber doch in die Kinos gebracht und sorgte dort auch noch für passable Einspielergebnisse. So dürfen sich die geneigten Zuschauer nun auf einen zweiten Teil freuen, der zwar runder wirkt als der nichtssagende Vorgänger, allerdings keinen Anlass zu großen Jubelstürmen gibt.

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Concerning Violence

Die einzigartige Macht des Films ist die der Bilder: Jedes einzelne von ihnen kann, sofern sie richtig eingesetzt sind, Tausende von Wörtern ersetzen, oft vermitteln sie Emotionen und Ideen viel unmittelbarer und ungefilterter. Göran Olssons "Concerning Violence" nimmt sich das zu Herzen, und versucht sich an einer Bebilderung von Frantz Fanons 1961 erschienenem Hauptwerk "Die Verdammten dieser Erde".

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Die geliebten Schwestern

"Lass uns den Traum leben!", welch unbedingter Wille spricht aus diesem Ausruf. In Die geliebten Schwestern sagt Schiller diese Worte zwar gegen Ende, eher leicht verzweifelt als drängend und forsch. Und dennoch: die jungen Menschen im Zeitraum um 1787, in dem Dominik Grafs Film spielt, sind völlig durchdrungen von einer idealistischen Aufbruchstimmung.

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Human Capital

Was ist ein Menschenleben wert? Die Versicherungswirtschaft weiß auf diese schwierige Frage eine einfache Antwort. Sie hat eine Formel dafür entwickelt, um im Schadens- sprich: Todesfall auf Heller und Pfennig zu berechnen, wie viel finanzielle Substitution denn nun gezahlt werden muss. Den auf diese Weise ermittelten Wert bezeichnet man als "Humankapital".

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Everyday Rebellion

In Syrien oder im Iran können die Menschen nicht einfach so auf die Straße gehen, um gegen das totalitäre Regime zu protestieren. Aber manchmal kullern Tischtennisbälle mit Widerstandsparolen eine öffentliche Treppe hinab. Über Nacht entstehen an Wänden Graffitis, mitten am Tag steigen Luftballons auf, die platzen und Flugblätter freigeben. Auch die Protestbewegungen in der westlichen Welt sind erfinderisch in ihren Mitteln, wie der Dokumentarfilm "Everyday Rebellion" unter anderem am Beispiel von Occupy Wall Street in New York zeigt.

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Freiland

Deutschland steckt politisch und wirtschaftlich in der Krise. Da versteht es sich, dass man als Mensch, der sich nicht einfach in sein Geschick ergeben und blind den Entscheidungsträgern des Landes vertrauen möchte, „etwas tun“ muss. Niels Deboos (Aljoscha Stadelmann) – der Protagonist in Moritz Laubes Polit-Satire "Freiland" – reagiert überaus durchgreifend auf die verdrießliche Lage der Nation: Er gründet kurz entschlossen einen eigenen Staat (im Staat).

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Jimmy's Hall

Sein letzter Film soll es sein, so zumindest hat es der inzwischen 79-jährige Ken Loach verkündet. Hoffen wir, dass dem nicht so ist, denn - und das ist leider auch ein wenig eine Bankrotterklärung an das derzeitige Kino - es gibt nur sehr wenige Filmemacher, die sich so rigoros aber niemals belehrend oder politisch verhärtet mit sozialen Themen auseinandersetzen wie Ken Loach.

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Sag nicht, wer du bist

Xavier Dolan ist ein filmisches Wunderkind. Mit nur 24 Jahren stellt er mit "Tom at the Farm" bereits seinen vierten Spielfilm vor. Und das nicht irgendwo, sondern im Wettbewerb der 70. Filmfestspiele von Venedig. Wie bereits in seinen vorgehenden Filmen, übernimmt Dolan erneut die Hauptrolle. Die Geschichte jedoch stammt erstmals nicht vom Regisseur selbst, sondern basiert auf einem Theaterstück von Michel Marc Bouchard.

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Ein Augenblick Liebe

Von Liebesaffären erzählen viele Filme – und wenn der Eindruck nicht täuscht, dann sind es vor allem (natürlich) die Franzosen, die dem erzählerischen Charme amouröser Verwicklungen immer wieder verfallen. Auch Lisa Azuelos' Film "Ein Augenblick Liebe" widmet sich der zufälligen Begegnung (nicht umsonst lautet der Originaltitel des Filmes genau so - "Une rencontre") zwischen einem verheirateten Mann und einer alleinstehenden Frau – und doch ist bei diesem Film alles anders, weil er weitestgehend im Konjunktiv bleibt.

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Männer zeigen Filme & Frauen ihre Brüste

Für die junge deutsche Regisseurin Isabell Šuba erfüllte sich im Jahr 2012 ein Traum, von dem man wohl vermuten muss, dass ihn fast jeder Filmstudent weltweit träumt: Ihr Kurzfilm "Chica XX Mujer" wurde in jenem Jahr als Teilnehmer des Filmfestivals von Cannes in die Kurzfilmreihe "Next Generation" eingeladen. Klar, dass es sich die Regisseurin nicht nehmen ließ, bei der Premiere des Films selbst an der Croisette anwesend zu sein.

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Gott verhüte!

Im Trailer wird "Gott verhüte!" als eine Komödie beworben, in der der junge Priester Fabijan (Krešimir Mikić) Löcher in Kondome stanzt, damit auf einer Insel in Dalmatien wieder mehr Kinder geboren werden. Das deutet zunächst auf eine Klamaukkomödie, aber der Film zeigt schon am Anfang, dass sich hinter diesem amüsanten Handlungsstrang ein weitaus ernsterer Kern verbirgt.

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Planet der Affen: Revolution

Mit "Planet der Affen" setzte Regisseur Franklin J. Schaffner 1968 den Grundstein für eine außergewöhnliche Science-Fiction-Filmserie. In den nächsten fünf Jahren folgten vier Fortsetzungen. 2001 inszenierte Tim Burton ein Remake mit Mark Wahlberg in der Hauptrolle. Bei den Kritikern fiel die Frischzellenkur jedoch durch, weshalb auch der Reboot/das Prequel von Rupert Wyatt vor drei Jahren erst einmal Skepsis hervorrief. Doch überraschenderweise überzeugte die Vorgeschichte Journalisten und Zuschauer. Der direkte Nachfolger, für den "Cloverfield"-Inszenator Matt Reeves verantwortlich zeichnet, fällt nur unwesentlich schwächer aus und zeigt die realistischsten CGI-Affen, die es wohl bisher zu sehen gab.

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