Filme

Dieses schöne Scheißleben

Doris Dörrie goes Mexiko. Dass es dabei thematisch um Frauen gehen wird, ist gesetzt, dass sie in die dortige exotische Folklore eintaucht, ebenso. Dass dieser Dokumentarfilm argumentativ unausgewogen und strukturell aus dem Ruder ist - auch das ist leider Standard im Dörrie-Œuvre.

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A Second Chance

Von "Open Hearts" bis zu "Hævæen" stehen im Mittelpunkt der Filme von Susanne Bier immer Charaktere, die eine schwierige, oftmals kaum nachzuvollziehende Entscheidung treffen und dann mit dem Konsequenzen umgehen müssen. Das kann trotz mancher schwierigen Ausgangssituationen zu einem komplexen Film wie "Open Hearts" oder "Brødre" führen – oder wie zuletzt in "Love Is All You Need" in Kitsch und Übertreibung münden.

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Mein Freund, der Delfin 2

Wie schon der erste Film basiert auch dieses Sequel auf realen Ereignissen, die sich rund um das Clearwater Marine Aquarium zugetragen haben. Das Ganze ist dramatisch auffrisiert, die Handlungsträger sind wie schon im Original freie Erfindung. Aber der wahre Kern der Geschichte scheint durch.

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Männerhort

Mit dem Ohrwurm von der "ganz, ganz großen Liebe" und einer immerhin recht gut aufgelegten Besetzung wurde der zweite Teil von "Männerherzen" vor kurzem zu einem jener deutschen Kinohits, die man mit viel Durchhaltevermögen und geradezu heldenhafter Toleranz noch einigermaßen akzeptieren konnte – zumindest dann, wenn man zu der Sorte Mensch gehört, die erfolgreiche Kinofilme wie diese als Standort festigend und damit per se gut für die deutsche Filmlandschaft ansehen.

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Anderson

Es gab Zeiten, da war der Schriftsteller Alexander Sascha Anderson so berühmt, dass man ihn in gewissen Kreisen nur "A" nannte und jeder wusste sofort, wer gemeint war. Doch die Zeiten ändern sich und so änderte sich auch die Bedeutung des "A". Wolf Biermann hatte ihn 1991 mit der Bezeichnung "Sascha Arschloch" als früheren Stasi-Spitzel gebrandmarkt.

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The Midnight After

Im knallbunten Endzeit-Minibus fahren die schrägen Protagonisten in "The Midnight After" von Fruit Chan in ein Zeitloch. Leider fährt man dabei als Zuseher nur bedingt mit. Der Film ist ein wilder Mix aus besseren und weniger guten Einfällen, eine Endzeitkomödie, die irgendwo nach einer Aussage über die moderne Welt, die Folgen von Atomkatastrophen und dem Wesen von Hongkong sucht, aber dann doch alles über Bord wirft für den nächsten makabren Irrsinn, den nächsten Soundeffekt.

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Im Labyrinth des Schweigens

Es gab eine Zeit, da wusste in Deutschland kaum jemand etwas mit dem Begriff "Auschwitz" anzufangen. Bis in die frühen 60er Jahre hinein wollte die junge Bundesrepublik die Sünden der Vergangenheit am liebsten vergessen, aber mit dem so genannten "Auschwitz-Prozess", der Ende 1963 begann, konnte das System des Schweigens nicht mehr aufrechterhalten werden.

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Dracula Untold

Betrachtet man sich "Dracula Untold", merkt man schon, dass hier das Chaos regierte. Ganze Subplots wurden entfernt, Figuren ebenso, andere neu ausgerichtet, jede Menge Material verworfen und wochenlang nachgedreht. Das Ergebnis ist ein schlanker 90-Minüter, der unterhaltsamer ist, als man das erwarten durfte.

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Gone Girl - Das perfekte Opfer

Eine Literaturverfilmung wird von Lesern des Buches immer anders rezipiert als von Zuschauern, die die Vorlage nicht kennen. Leser haben Vorstellungen von den Figuren und den Orten, sie kennen die Handlung und erkennen dadurch Abweichungen und Werktreue, Interpretationen und Deutungen. Im Fall von David Finchers Verfilmung von "Gone Girl" wird sich das Seherlebnis darüber hinaus grundlegend unterscheiden.

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Red Army

Die ersten Bilder von "Red Army" versprechen einen Thriller: Von der kommunistischen Bedrohung wird gesprochen, Bilder des Eishockey-Trainings werden mit spannender Musik unterlegt, dazwischen werden die Namen der Crew eingeblendet. Hier scheint ein Film zu beginnen, der von dem großen Aufeinandertreffen von Kommunismus und Kapitalismus kündet, von dem eisernen Vorhang der UDSSR und der Freiheit der USA.

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Der kleine Nick macht Ferien

Egal wie alt man ist, fast jeder hat sich schonmal bei dem abgedroschenen Spruch "Früher war alles besser" ertappt. Doch manchmal werden Filme gemacht, die einen ganz wunderbar in die Vergangenheit entführen. "Der kleine Nick macht Ferien" ist so ein Fall. Selbst als Spätgeborener kann man sich lebhaft vorstellen, wie die 1960er Jahre in Frankreich waren.

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Hüter der Erinnerung - The Giver

Lois Lowrys Jugendbuch "Hüter der Erinnerung" hat schon 21 Jahre auf dem Buckel. Zur Hochphase kindgerechter Dystopien kommt die Verfilmung des Jugendromans nun auf die große Leinwand – mit vergleichsweise geringem Budget.

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Jack

Das erste Bild ist trügerisch: Jack (Ivo Pietzcker) und sein jüngerer Bruder Manuel (Georg Arms) liegen einträchtig nebeneinander auf einer Matratze und schlafen, das warme Licht des Morgens taucht die Kinder in ein weiches Licht, es ist ein Anfangsbild voller Harmonie. Doch für lange Zeit wird dies das einzige Bild sein, das diese Harmonie und Geborgenheit ausstrahlt.

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Wish I Was Here

Im Jahre 2004 gab der Schauspieler Zach Braff (bekannt geworden als J.D. Dorian in der Dramedy-Serie "Scrubs – Die Anfänger") mit "Garden State" sein Langfilmdebüt als Writer-Director. Das autobiografisch gefärbte Werk entpuppte sich als Indie-Glanzstück – als gut ausbalancierte Mischung aus skurriler Komödie, spätem Coming-of-Age-Drama und hübsch verschrobener Romanze. Zehn Jahre später folgt nun mit "Wish I Was Here" die zweite Kinoarbeit, in welcher Braff sowohl als Hauptdarsteller als auch als Drehbuchautor, Produzent und Regisseur fungiert.

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Land der Wunder

Dieses Scheiß Kamel. Wer braucht schon ein Kamel in der Toskana, wo es noch dazu verboten ist eines zu halten? Aber der Vater von Gelsomina (Maria Alexandra Lungu) konnte und wollte nicht hören. Es war einmal ihr Kindheitstraum, eines zu besitzen. Aber das ist schon eine ganze Weile her und nun ist sie in der Pubertät und an der Grenze zum Erwachsensein.

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Ruhet in Frieden – A Walk Among The Tombstones

Bevor Liam Neeson Anfang 2015 als Action-Allzweckwaffe im dritten Teil der "96 Hours"-Reihe wieder gehörig Dampf ablassen darf, beweist er in "Ruhet in Frieden – A Walk among the Tombstones" (ein Hoch auf die unsinnige deutsche Titelgebung!), dass er nach wie vor auch leisere Töne anschlagen kann.

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Die Legende der Prinzessin Kaguya

Manchmal ist es schade, wenn Filme, die einander ähneln, zeitlich mit großem Abstand in den Kinos starten. Das gilt auch für den neuen Film der Anime-Ikone Isao Takahata, denn deren neues Werk "Die Legende der Prinzessin Kaguya" sollte man am besten in Kombination mit "Wie der Wind sich hebt" sehen.

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Under the Skin

Es gab wohl kaum einen Film, der beim Filmfest München so sehnlich erwartet wurde wie Jonathan Glazers "Under the Skin". Befeuert von exzellenten Kritiken bei verschiedenen Festivals und der immensen Kritik an der Ankündigung des Senator Film Verleihs, den Film nicht im Kino, sondern ausschließlich auf DVD auszuwerten, waren die Erwartungen riesig und die Möglichkeit, dem Hype zu entgehen, nicht sehr groß - auch und gerade in München, wo der Andrang dann auch dementsprechend war.

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Im Keller

Mit der Kamera kann man Liebe machen. Aber man muss nicht. Ulrich Seidl weiß das. Seine Kamera arbeitet wie ein distanziertes Röntgengerät, um kalkuliert in die Abgründe des Daseins zu blicken, zynisch und bitterböse. Seidl ist ein Grenzgänger zwischen Voyeurismus und Desinteresse, Misogynie und Schüchternheit, Emotionalität und Kühle.

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The Strange Colour of Your Body's Tears

Wer einmal nach Brüssel oder ins französische Nancy fährt, kann sich dort ganz und gar in die Tiefen jener Kunstepoche fallen lassen, die man hierzulande "Jugendstil" nennt. Im französischen Sprachraum verwendet man den Begriff "Art nouveau", "neue Kunst"; in der Gestaltung, speziell Architektur, stößt man dort auf weiche Formen, immer wieder Pflanzen und Blumen, die es nur geben konnte, weil man zugleich bei Holz- und Metallverarbeitung Fortschritte gemacht hatte.

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