Filme

A Bigger Splash

Es könnte alles so schön sein. Endlich Urlaub auf einer kleinen italienischen Insel vor Lampedusa, endlich keine Auftritte und keinen Stress mehr, endlich clean und nicht im Drogenrausch: Rockstar Marianne (Tilda Swinton) und ihr Freund, der Dokumentarfilmer Paul (Matthias Schoenaerts), wollen nur ihre Ruhe haben. Marianne muss sich ohnehin schonen; die Tour hat ihre Stimme kaputt gemacht, sie darf auf keinen Fall sprechen, sonst ist ihre Karriere vorüber.

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Gayby Baby

Kinder großzuziehen ist kein Sonntagsspaziergang. Es ist mehr eine lange, lange Wanderung, mal gemütlich, mal in Eile, über grüne Wiesen und unwegsames Gelände, an Bergbächen ebenso vorbei wie durch Geröllwüsten. Sie braucht deine ganze Kraft. Durch sehr wechselnde Wetterverhältnisse, mit Begleiterinnen und Begleitern, die sich gelegentlich sehr dickköpfig verhalten und im Wesentlichen sowieso vorgeben, in welche Richtung es zu gehen hat.

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Lenas Klasse

Sicher, Systemkritik ist so alt wie das Medium Film selbst, aber es ist doch eher selten, dass die Kritik mit solch einer Eindringlichkeit und mit solch einer Lust am Aufruhr geäußert wird. Man kann nach der Ansicht von "Lenas Klasse" nur noch auf mehr junge Künstler wie den 1988 geborenen Regisseur Ivan I. Tverdovskiy hoffen, die so einfühlsam wie kaltschnäuzig den Finger dahin legen, wo’s wehtut.

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Frauen

K.O. Schott muss einen wichtigen Termin einhalten, wird aber durch eine Verwechslung vom falschen Chauffeur, Rüdiger Kneppke, abgeholt. Lis Tucha entschließt sich kurz vor dem Altar, dass er seine Verlobte doch nicht so gerne heiraten möchte und kidnappt kurzerhand Schotts Limousine als Fluchtfahrzeug - Schott und Kneppke inklusive. Die ungewollt entstandene Fahrgemeinschaft kommt schnell ins Gespräch über das "andere Geschlecht" und die drei Herren beginnen ihr Bild über Frauen zu ändern...

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La Belle Saison - Eine Sommerliebe

"Fühl' alle Lust, fühl' alle Pein, zu lieben und geliebt zu sein; So kannst Du hier auf Erden schon ewig selig werden." Was schon im späten 18. Jahrhundert bei Jakob Michael Reinhold Lenz – dem Schöpfer jener Zeilen – nicht immer so einfach war, Stichwort Liebesheirat als neumodisches Lebensmodell der aufkommenden Bürgerschicht, hat sich im Grunde noch weit ins 20. Jahrhundert hinein gehalten: Den scheinbar perfekten, einzigartigen Liebespartner zu finden, kann eine Mammutaufgabe für das ganze Leben sein.

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Triple 9

Es ist ein klassischer Beginn: In einer regnerischen Nacht sitzen Männer in einem Auto und sprechen über einen geplanten Coup. Sie haben vor, eine Bank in Atlanta zu überfallen. Der Clou: Sie sind keine gewöhnlichen Gauner, sondern eine Bande korrupter Cops und ehemaliger Elitesoldaten. Doch eine altbekannte Genre-Regel besagt, dass im Zweifelsfall die Gier jeden Banküberfall ruiniert – und sie bewahrheitet sich auch in John Hillcoats "Triple 9".

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Peggy Guggenheim - Ein Leben für die Kunst

Sie unterhielt Affären mit Samuel Beckett, Marcel Duchamp und Jackson Pollock, führte als Erbin eines mächtigen Clans ein abenteuerliches Leben zwischen Bohème und High Society, half bei der Flucht von Emigranten vor den Nazis und baute nebenbei eine der bedeutendsten Sammlungen für moderne Kunst auf, die die Welt kennt. Peggy Guggenheim ist in der Geschichte der modernen Kunst des 20. Jahrhunderts eine Ausnahmeerscheinung – und das liegt nicht nur (aber auch) daran, dass sie in einer männlich beherrschten und entschieden patriarchalen Kunstwelt als eine der wenigen Frauen den Ton angab.

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Chrieg

Matteos Vater trainiert seinen Körper und sorgt für anständige Umgangsformen in seinem Haus. Matteos Mutter ist fett und kümmert sich um ihr kleines Baby. Matteo weiß nicht, was er anfangen soll mit diesen Leuten und mit seinem Leben. Die Eltern halten ihn nicht mehr aus. Er wird abgeholt und in ein Erziehungs-Arbeits-Bootcamp auf einem Bauernhof, oben in den Alpen, gebracht.

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Das Geständnis

Bernd Michael Lade trägt die DDR zu Grabe. "Das Geständnis" ist ein Kammerspiel, in dem die ganze Deutsche Demokratische Republik, all ihre Schwächen – und vielleicht auch ihre Stärken –, jedenfalls das, was sie schlussendlich vernichtet hat, enthalten ist. Eine Mordkommission, Verzeihung: Morduntersuchungskommission in Berlin in den letzten eineinhalb Jahren vor der Wiedervereinigung, die das Ende bedeutete – wobei schon vieles darauf hindeutet, dass es nicht weitergehen kann…

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The Birth of a Nation

"The Birth of a Nation" kann in vieler Hinsicht als Kraftakt bezeichnet werden. Nate Parker – der als Schauspieler etwa im Upper-Class-Thriller "Arbitrage" sowie im Liam-Neeson-Vehikel "Non-Stop" mitwirkte – brauchte sieben Jahre, um sein Herzensprojekt zu realisieren; er fungierte nicht nur als (Langfilmdebüt-)Regisseur und Hauptdarsteller, sondern hat obendrein das Drehbuch (nach einer Story-Ausarbeitung mit Jean McGianni Celestin) verfasst und insgesamt 100.000 US-Dollar seines eigenen Geldes investieren müssen.

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Green Room

Es gibt Tage, die so dermaßen scheiße sind, dass man gar nicht mehr weiß, was man machen soll. Mit dem letzten, geklauten Benzin im Tank hat sich die Punkband "Ain't Rights" ans Ziel ihres letzten Gigs geschleppt, als ihnen gesagt wird, dass dieser gecancelt ist. Aber der Veranstalter hat da noch einen Cousin, der einen Ersatzgig bieten kann.

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Heaven Knows What

Von der obdachlosen Drogenabhängigen zur gefeierten Schauspielerin: Arielle Holmes spielt sich in "Heaven Knows What" quasi selbst. Die Brüder Ben und Joshua Safdie haben einen kurzen Ausschnitt aus ihrem bewegten Leben verfilmt.

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Ein Hologramm für den König

Bei Literaturverfilmungen wird meist reflexhaft die "Das-Buch-war-aber-besser"-Karte gezückt, was natürlich im Grunde genommen Blödsinn ist, da es sich um zwei grundverschiedene Medien mit völlig unterschiedlichen Funktionsweisen handelt. Bei "Ein Hologramm für den König" wiederum, der Tom-Tykwer-Verfilmung des gleichnamigen Romans von Dave Eggers, ahnen allerdings selbst Buchunkundige spätestens in den finalen Minuten, dass das Buch vielleicht nicht zwangsläufig besser, aber zumindest ganz schön anders ist.

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Eva Hesse

Man kennt Eva Hesses Werk, auch wenn man den Namen der Künstlerin nicht sofort wiedererkennen mag: große, sinnliche Arbeiten aus Latex, Schnüren, Glasfasern, die aus ihren Rahmen ausbrechen, organischen Gebilden gleich aus dem Boden wachsen und wie Gewebe im Raum hängen. Sie erinnern manchmal an Brüste, manchmal an Phalli, sind streng geometrisch und brechen doch aus der Geometrie aus, wirken hart und weich zugleich.

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Dirty Games

Mittlerweile hat sich auch beim größten Fan herumgesprochen, dass Sport ein schmutziges Geschäft ist. Zumindest hinter den Kulissen. Davon gibt es in den letzten Jahren oft monatliche Updates, was Radsport, Leichtathletik, Fußball, Olympia etc. angeht: Immer wieder neue Skandale und immer wieder Neuigkeiten zu älteren Skandalen. Benjamin Best widmet ihnen mit "Dirty Games" einen Dokumentarfilm, der im Stil einer Reportage mehrere Themen von Nepal bis Brasilien, von USA bis Katar abarbeitet.

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Loev

Bei einem Film wie "Loev" schmerzt es ein klein wenig, wenn am Ende letztendlich nur ein Schulterzucken übrig bleibt. Vor allem, wenn man um die Hintergründe weiß. Nicht nur deswegen, aber auch.

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Bauernopfer - Spiel der Könige

Schach ist mehr als ein 'königliches' Spiel, es ist ein Symbol für strategisches Denken und psychologische Taktiken, es ist eine Metapher für Macht und Einfluss. In "2001 – Odyssee im Weltraum" besiegt Bordcomputer HAL ein Besatzungsmitglied, Harry Potter muss eine Schachpartie lösen, um zu dem Stein der Weisen zu gelangen. In "Die Schachnovelle" und "Die Verurteilten" ist es ein Mittel gegen die Deprivation, in "Das siebente Siegel" entscheidet ein Schachspiel über das Leben.

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Desire Will Set You Free

Lust macht frei! Davon ist zumindest Yony Leyser, Regisseur, Hauptdarsteller und Kickstarter-Compañero in einer Person, fest überzeugt. Obwohl er schon nach drei Wochen die Produktionsgelder für seinen ersten Spielfilm "Desire Will Set You Free" zusammen hatte – mit Fördergeldern unter anderem von der Augstein-Stiftung und dem ZDF (Redaktion Das kleine Fernsehspiel) – war schon während des Drehs schnell das ganze liebe Geld verpufft. "Nicht für Drogen", wie der quirlige Queer-Filmemacher Leyser bei einem Publikumsgespräch in Saarbrücken betonte – und rasch einige Lacher für diese Aussage erntete.

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Agnes

Agnes wandelt im Schnee: Sie ist gefühlt nackt. Um sie herum nur deutscher Dämonenwald: Es ist pechschwarz – und sterbenskalt. Aber genau das will sie ja! Der Reißverschluss geht auf, die Kleider fallen und ihre Füße graben sich sanft in den weißen Untergrund. Michael Bertls exzellente Kamera mit bewusstem Blaustich folgt ihr von Beginn an unaufdringlich, aber gnadenlos: Agnes’ Reise mit der fulminanten Odine Johne in der Titelrolle geht hier zu Ende. Oder beginnt sie nur wieder von vorne?

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Schrotten!

"Fernsehredakteure haben eine einmalige Begabung: Sie können Spreu von Weizen trennen. Und die Spreu senden sie dann." Zu sehen, nein, kaum zu ertragen, an beinahe jedem Freitagabend im Rahmen vieler Degeto-Produktionen der ARD. Erst recht in sehr problematischer Ausführung, wenn sie sich an der Königsdisziplin des Filmemachens versuchen: der Darstellung von Humor auf der Leinwand.

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