Filme

Best Exotic Marigold Hotel 2

Es ist eine im Grunde seltene Offenheit, ja, sogar eine Form von Selbstbewusstsein, die dieser Film alleine durch seinen Titel zum Ausdruck bringt. Es ist nicht nur das zweitbeste "Best Exotic Marigold Hotel", es ist auch ein zweitklassiges. Nicht, weil der Film schlecht wäre – das ist er nicht, er unterhält durchaus –, sondern weil er nichts zu bieten hat, das man nicht schon im Original gesehen hätte. Und das, was neu ist, ist Teil der Schwächen.

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Art Girls

Print scheint schon nicht mehr recht zu wirken. Wer will da noch auf einen bedeutenden Einfluss moderner Kunst setzen? Ganz ernsthaft geht das vielleicht nicht, aber im Kino allemal. Nicht irgendwelche Riesentaranteln erobern in "Art Girls" Berlin, sondern verselbstständigte Installationen. King Kong, das ist ein Stahlgerüst außer Rand und Band, das sich am Fernsehturm auf dem Alex festklammert, bis er einknickt.

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Something Must Break

Er sei nicht von hier und werde bald auch wieder fort sein, meint Sebastian. Er drückt damit aus, dass er sich fremd und verloren fühlt. Er ist ein Transsexueller, ein Mann, der eine Frau sein möchte. Er trägt lange, teilweise rot, teilweise ungefärbte Haare, einen Ring durch die Nase und schminkt sich. Er sagt, er fühle sich nur in der Dunkelheit, im Schatten wohl, doch er fällt auf.

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Grigris' Glück

Am Tage ist Souleymane Démé (so heißt in Mahamat-Saleh Harouns Film nicht nur die Hauptfigur, sondern auch der Mann, der diese Figur spielt) nur ein Krüppel in den Straßen von N'Djamena, der Hauptstadt des Tschad. Doch am Abend, in der Disco, verwandelt er sich in "Grigris", den Tänzer.

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Amok - Hansi geht's gut

In langen, ungeschnittenen Sequenzen schleicht die Kamera Lorenz Fuchs hinterher, der allein in der Wohnung seiner Mutter lebt, wo die Umzugskartons sich stapeln, unwohnlich, aber genügend für den einsamen und offenbar übellaunigen Mann. Einer, der den Alltag resigniert annimmt, wie er kommt, der die Menschen meidet, der nur noch existiert, aber nicht wirklich lebt.

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Wir sind die Besten

Stockholm, 1982. Bobo (Mira Barkhammer) und Klara (Mira Grosin) sind genervt: Von ihren Eltern, die sich streiten und peinlich sind. Von den Mädchen in der Schule, die blonde Haare und Lipgloss tragen und vor allem den Jungs gefallen wollen. Von der Hard-Rock-Band im Jugendzentrum, deren Proben zu laut sind. Bobo und Klara sind anders: Sie wollen die Gesellschaft verändern. Sie interessieren sich für Umweltschutz. Sie haben kurze Haare. Und sie hören Punk.

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Court

Manchmal ist das Klima eines Films bereits die halbe Miete. So ist es auch in "Court", dem sehr reifen Debüt des 27-jährigen indischen Regisseurs Chaitanya Tamhane.

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N - Der Wahn der Vernunft

Was geschieht mit dem Geist eines Enzyklopädisten, der stirbt, bevor er sein Werk vollenden konnte? Er findet keine Ruhe, zumal er einem Europäer gehört, der sich nach 50 Jahren Reisen durch Afrika mit der Frage quält, wie profund er den Kontinent kennengelernt hat. Der belgische Filmemacher Peter Krüger lässt den Geist des 1988 verstorbenen Franzosen Raymond Borremans (gesprochen von Michael Lonsdale) nach Westafrika zurückkehren, wo ihm eine afrikanische Frau helfen will, den Übergang ins Jenseits endlich zu schaffen.

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Ich bin Dein (2013)

Am Anfang des norwegischen Films "Ich bin Dein" (OT: "Jeg er din") sitzt eine junge Frau im Schneidersitz auf dem Boden. Sie hat einen Laptop vor sich, sieht sich Pornoseiten an und masturbiert. Bei ihr handelt es sich um die 27-jährige Mira (Amrita Acharia), sie ist eine arbeitslose Schauspielerin, geschieden und hat einen kleinen Sohn namens Felix (Prince Singh). Ihre Eltern kommen aus Pakistan, dorthin hatten sie auch Mira für eine Zeit geschickt.

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Der Mondfisch

Ein Kreisverkehr ist die Attraktivität von Hirtshals im Nordwesten Dänemarks. Es ist ein Kreisverkehr mit einer Ausfahrt, durch die man auch einfährt. Also im wahrsten Sinn des Wortes ein Kreis-Verkehr. Norwegen-Urlaubern dürfte dieser Ort zudem durch die Fährverbindungen bekannt sein, für den Fischer Kesse (Henrick Birch) ist Hirtshals indes der Nabel der Welt und seine Heimat. Sein Großvater und sein Vater lebten schon hier – und wie die Generationen vor ihm verdient auch Kesse seinen Lebensunterhalt als Fischer.

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Flowers of Freedom

"Flowers of Freedom" beginnt mit einem bedrohlichen Bild: Eine Reihe von Lastkraftwagen rauscht durch das Dorf Barskoon in der zentralasiatischen Republik Kirgistan. Die Bedrohlichkeit, die man beim Anblick dieser ersten Einstellung empfindet, ist eine ganz reale – denn die Fahrzeuge transportieren Zyanid. Mit der hochgiftigen Chemikalie wird in der nahegelegenen Mine der "Kumtor Operating Company" Gold aus dem Gestein gelöst. 1998 kam es in der Gegend zu einem LKW-Unfall, bei dem 1,7 Tonnen Natrium-Zyanid in den Fluss von Barskoon gelangten.

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Tod den Hippies - es lebe der Punk!

Wer zeitgeschichtlich korrekte Filmdramen verehrt, wurde bei Oskar Roehler bekanntlich noch nie besonders fündig – und glücklich: Zu sehr ist sein Kino den eigenen Obsessionen verfallen, zu sehr arbeitet es sich beständig an den "Sexuellen Neurosen unserer Eltern" (Lukas Bärfuss) ab.

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Das andere Rom

Die "Autostrada del Grande Raccordo Anulare" ist die Ringautobahn, die die italienische Hauptstadt umkreist und von den Einwohnern nur als "GRA" bezeichnet wird. Der offizielle Name A90 hat sich niemals durchgesetzt. Dieser Umstand deutet schon daraufhin, dass die GRA mehr ist als nur eine Autobahn. Sie scheint neben ihrer praktischen noch eine andere Bedeutung zu haben. Vielleicht eine symbolische?!

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Verfehlung

Die Umarmungen auf dem Fußballplatz und die Umarmung in der Kneipe sind alle im Rahmen. Aber diese Umarmung, dieses Zeichen des Friedens und der Versöhnung hinter dem Altar, dauert das nicht etwas zu lang, ist es nicht etwas zu innig? Ist das schon ein Hinweis auf die Verfehlung, die der Film meint? In der hintersten Kirchenbank sitzen ja auch schon zwei Kriminalpolizisten, die den Pfarrer im Visier haben.

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Home - Ein smektakulärer Trip

Vor Bastian Pastewkas Stimme gibt es kein Entkommen. Nachdem er in Disneys "Baymax" den titelgebenden Roboter sprach, leiht er auch bei Dreamworks einem der beiden Hauptcharaktere seine Stimme. Dieses Mal wird es außerirdisch.

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Gespensterjäger

Gerade, als Sony zum Rundumschlag ausholt und nicht einen, sondern gleich mehrere "Ghostbusters"-Filme ankündigt, taucht in den deutschen Kinos "Gespensterjäger" auf. Dem Verdacht, sich das Erfolgsthema einzuverleiben, entzieht sich der Film jedoch. Er basiert auf dem Bestseller von Cornelia Funke.

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Every Thing Will Be Fine

"Everything will be fine". Das ist Thomas' (James Franco) Mantra. Für seine Beziehung zu Sara (Rachel McAdams) und auch für den Moment eben auf der Landstraße. Da im Dunkeln, wo plötzlich ein Kind mit einem Schlitten direkt vor sein Auto gefahren ist. Alles wird gut. Alles wird gut. Aber es wird eben nicht alles gut.

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Das blaue Zimmer

Der französische Schauspieler und Regisseur Mathieu Amalric hat den Roman "Das blaue Zimmer" von Georges Simenon zu einem kleinen, aber furiosen Film adaptiert. Nur 76 Minuten lang und im ungewöhnlichen, fast quadratischen 4:3-Format gedreht, erzählt er die Geschichte eines Mannes, der eine leidenschaftliche Affäre hat und unversehens zum Beschuldigten in einem Kriminalfall wird.

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Eine neue Freundin

Am Anfang von François Ozons "Eine neue Freundin" steht die kurze und traurige Geschichte einer Freundschaft. Von Kindesbeinen an sind Claire und Laura beste Freundinnen. Sie sind Seelenverwandte, sind sich so nah, dass sich selbst ihre Ehemänner außen vor fühlen. Dann erkrankt Laura (Isild Le Besco) und stirbt. Claire (Anaïs Demoustier) hat ihre beste Freundin viel zu früh verloren, außerdem hinterlässt Laura ein sechs Monate altes Baby und ihren Ehemann David (Romain Duris).

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Ruined Heart - Another Lovestory Between A Criminal and A Whore

Basierend auf seinem Kurzfilm aus dem Jahre 2012 hat Autor und Regisseur Khavn nun eine Langfassung erstellt. Das aber auch nur im Vergleich zur Laufzeit des Kurzfilms, denn mit 73 Minuten Länge – darunter nicht gerade wenig für den Abspann – ist "Ruined Heart – Another Lovestory Between A Criminal & A Whore" natürlich immer noch recht kurz. Abhängig davon, wie sehr man sich auf Khavns experimentellen Ansatz einlassen kann, können diese Minuten aber lang sein.

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