Filme

Dheepan

Dheepan (Antonythasan Jesuthasan) verbrennt seine gefallenen Kameraden, zieht sich die Uniform aus und macht Schluss mit dem Bürgerkrieg, Schluss mit den Tamil Tigers. Er kann nicht mehr. Der Krieg, das Gemetzel, die Verluste haben ihn mürbe gemacht. Yalini (Kalieaswari Srinivasan) will nur noch raus aus Sri Lanka. Nach London zu ihrer Cousine. Im Flüchtlingslager sucht sie ein Kind. Eines, das keiner will.

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Acht Namen für die Liebe

"Ocho appelidos vascos" heißt der Film im Original, acht baskische Namen verlangt der Herr Papa der angebeteten Amaia, doch der achte Name für die Liebe fehlt: Clemente, das ist ja wohl total andalusisch! Dabei hat sich Rafa so schöne Namen aus den Fingern gesaugt, mit vielen K, um Koldo, dem Schwiegervater in spe, zu gefallen…

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Hier sprach der Preis

"Alles muss raus", heißt es auf den Plakaten des in den Farben Blau und Gelb verlöschenden Heimwerker-Marktes Praktiker. Die Tage der Handelskette sind gezählt, über 200 Filialen schließen, 20.000 Mitarbeiter werden entlassen.

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Parcours d'amour

Bettina Blümner, bekannt vor allem durch ihr Dokumentarfilm-Debüt "Prinzessinnenbad" von 2007, begibt sich in die Tanzsalon-Szene von Paris. Und man stellt fest, dass die Wünsche und Sehnsüchte, auch die Verhaltensweisen, zwischen 15-jährigen Mädchen im Berliner Prinzenbad und den alten Damen und Herren, die sich regelmäßig zum Tanztee treffen, gar nicht so weit voneinander entfernt sind.

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The Lobster

Dinge, die der griechische Regisseur Yorgos Lanthimos sehr fragwürdig findet: die Regeln der Gesellschaft. Filme, die er dem Erfragen und Ergründen eben dieser Regeln widmet: Nun sind es drei an der Zahl - "Dogtooth", "Alps" und "The Lobster". Und wie immer bei Lanthimos erfolgt das Erforschen durch eine Parallelverschiebung der Realität hin in eine alternative Wirklichkeit. Bei "The Lobster" führt uns diese in eine Gesellschaft, in der der Beziehungsfaschismus regiert.

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DUFF - Hast du keine, bist du eine!

Duff, das ist nicht die bevorzugte Biersorte von Homer Simpson, sondern ein Akronym, das einen doch recht hässlichen Umstand beschreibt: "Designated Ugly Fat Friend". Damit sind jene Menschen in Cliquen gemeint, die nie zu den Beliebten gehören. Fett und hässlich muss nicht sein, nur unscheinbarer und weniger auffällig als die Freundesgruppe, das reicht schon völlig.

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Son of Saul

"Son of Saul" ist eigentlich ein recht einfacher Film. Und doch ist er gleichzeitig eine hochkomplizierte Angelegenheit. Denn das Erstlingswerk des ungarischen Béla-Tarr-Schülers László Nemes ist ein Holocaust-Thriller. Und genau diese Mischung macht ihn zu einem komplexen und problematischen Fall.

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Nicht alles schlucken - Ein Film über Krisen und Psychopharmaka

Trotz ihrer weiten Verbreitung sind seelische Erkrankungen nach wie vor gesellschaftlich stigmatisiert. Das gilt vor allem für die Psychosen, die mit Wahrnehmungsstörungen und Realitätsverlust einhergehen und an denen ein bis zwei von 100 Menschen erkranken.

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Nice Places to Die

Der Filmemacher Bernd Schaarmann dachte immer, seine Eltern und er hätten nahe mit dem Tod gelebt. Er wuchs als Kind von Bestattern auf und erzählte von ihrer Arbeit im Dokumentarfilm "Leben und Sterben in Castrop-Rauxel" aus dem Jahr 2006. Für seinen neuen Film "Nice Places to Die" aber besuchte er Menschen, die noch selbstverständlicher mit den Toten leben, zum Beispiel weil sie auf einem Friedhof wohnen oder die verstorbenen Angehörigen jahrelang bei sich zu Hause aufbahren.

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Ein Junge namens Titli

Während der Rapid Eye Movies-Verleih regelmäßig knallbunte Bollywood-Spektakel auf deutschen Leinwänden präsentiert, setzt man gelegentlich auf die düsteren Gegenwelten des unabhängigen indischen Kinos. In seinem Kinodebüt "Ein Junge namens Titli" entwirft Kanu Behl eine ernüchternde Studie aus Schmutz, Gewalt, Ausbeutung und Polizeikorruption, in der für wahre Liebesschwüre, den Glauben an einen unverbrüchlichen Familienzusammenhalt und gegenseitigen Respekt kein Platz ist.

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Tokyo Tribe

Für Sion Sonos neuen Film "Tokyo Tribe" kann man getrost ein neues Wort erfinden: das Rapsical. Was das ist? Ein Musical, in dem ausschließlich gerappt wird. Aber hier geht es ganz und gar nicht um HipHop, sondern um die Yakuza. Tokio ist aufgeteilt in eine Handvoll Clans, die die einzelnen Distrikte unter sich aufgeteilt haben.

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The Brand New Testament

Gott ist ein sadistisches Arschloch und wohnt in Brüssel. Er hat eine Frau, die er unterdrückt, einen Sohn namens JC, der aber leider gestorben ist und eine kleine Tochter Ea, die das Haus nicht verlassen darf. Wenn ihm langweilig ist, geht er an seinen Computer und versaut den Menschen ihr Leben.

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Das Zimmermädchen Lynn

Welche Formstrenge, welche Ästhetik. Welch großes Bewusstsein des richtigen, des ausschließlich möglichen filmischen Ausdrucks. Ingo Haeb, der zuvor mit angenehmen Komödien zwar gefallen hat, aber nicht groß aufgefallen ist, steigt mit "Das Zimmermädchen Lynn" in die große Kunst des Filmens ein.

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Amok - Hansi geht's gut

In langen, ungeschnittenen Sequenzen schleicht die Kamera Lorenz Fuchs hinterher, der allein in der Wohnung seiner Mutter lebt, wo die Umzugskartons sich stapeln, unwohnlich, aber genügend für den einsamen und offenbar übellaunigen Mann. Einer, der den Alltag resigniert annimmt, wie er kommt, der die Menschen meidet, der nur noch existiert, aber nicht wirklich lebt.

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Kiss the Cook - So schmeckt das Leben

Oh ja, ja, jaa! Es gibt so wenige Filme, die so liebevoll und detailgetreu gemacht sind und vor Liebe und Passion nur so strotzen wie John Favreaus "Kiss the Cook - So schmeckt das Leben", mit dem er nach fast zwanzig Jahren wieder zurückkehrt zum handgemachten Independent-Kino, aus dem er einst kam.

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Lost River

Am Ende von Ryan Goslings Regiedebüt "Lost River", das in Cannes für einigen Unmut bei Journalisten gesorgt hatte, könnte man sich durchaus fragen, ob der Film bereits begonnen hat oder ob man lediglich einen Trailer zu Gesicht bekommen hat. Das liegt daran, dass es nichts gibt, was die stilisierten Bilder und Töne des Films zusammenhält, obwohl jede Sekunde des Films darauf aus ist, Eindruck zu machen und sich als möglichst cool zu verkaufen.

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Alles steht Kopf

Was geht eigentlich genau im Kopf eines Kindes vor? Wie sieht es die Welt, wie formt sich seine Persönlichkeit, wie entstehen Erinnerungen, Assoziationen, Meinungen, Haltungen? Was im ersten Moment wie die Fragestellungen von Entwicklungspsychologen klingt, bildet bei Pixars neuem Film "Alles steht Kopf" die überaus spannende und charmante Grundkonstellation für ein Animationsabenteuer, wie man es bisher noch nicht gesehen hat.

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Mon Roi

Ist es nicht auch so im Leben? Dass das, was eine Entwicklung auslöst, ein Startpunkt, zuerst gar nicht bemerkt wird? Dass es nicht gesehen wird? Genau das passiert am Anfang von Maïwenns "Mon roi", bei dem Tony (Emmanuelle Bercot) einen (nicht visualisierten) Skiunfall hat, der ihr Leben verändern wird.

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Giraffada

Es gibt wahrlich einfachere Berufe als den eines Tierarztes in der palästinensischen Westbank des Jahres 2002. Dort, im einzigen Zoo der Gegend in einem Ort namens Qalqilya, geht Yacine (Saleh Bakri) seinem Beruf nach und kümmert sich liebevoll und unter schwierigsten Bedingungen um die ihm anvertrauten Tiere. Unterstützt wird er dabei von seinem zehnjährigen Sohn Ziad (Ahmad Bayatra), der vor allem das Giraffenpärchen Brownie und Rita in sein Herz geschlossen hat.

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Poltergeist (2015)

Mit so einem Poltergeist ist nicht zu spaßen. Und das nicht nur, weil gerne mal die Einrichtung des von ihm befallenen Hauses zu Bruch geht und er nur schwer wieder loszuwerden ist. Das muss auch die Familie von Eric Bowen (Sam Rockwell) erfahren, die, nachdem dieser seinen Job verloren hat, in eine neue Stadt umziehen musste.

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