Ein vergessenes Kapitel der Geschichte
Die Tradition der Kriegsfilme ist eine lange. Neben Klassikern wie Die Brücke (gerade erneut verfilmt), The Big Red One oder Der längste Tag, gibt es immer wieder Filme wie Steven Spielbergs Der Soldat James Ryan oder ganz aktuell Quentin Tarantinos Groteske Inglorious Basterds, die die zwei Weltkriege thematisieren. Tage des Ruhms/ Indigènes von Autor und Regisseur Rachid Bouchareb thematisiert eine eher in Vergessenheit geratene Episode des 2. Weltkrieges.
1943 meldet sich der Berber Said (Jamel Debbouze) wie viele andere Afrikaner zum Dienst in der französischen Armee. Gemeinsam will man Frankreich von den Nazis befreien. Said und seine neuen Freunde Messaoud (Roschdy Zem), Abdelkader (Sami Bouajila) und Yassir (Samy Naceri) machen sich auf den beschwerlichen Weg eine kriegsgebeutelte Welt. Doch nicht nur die Deutschen sind ihre Gegner. Auch in den eigenen Reihen müssen die Freunde gegen Rassismus und Vorurteile kämpfen. Nur mühsam ist die Gleichberechtigung zu erlangen. Bei der entscheidenden Schlacht im Elsass kommt es schlussendlich zum großen Aufeinanderprallen der Armeen...
Neben bekannten Darstellern wie Jamel Debbouze aus Die fabelhafte Welt der Amélie, sind es vor allem die prächtigen Schlachtenpanoramen, die überzeugen. Immer übersichtlich angeordnet und toll gefilmt, geht es hier zur Sache. Die Geschichte der zusammen gewürfelten Truppe wird immer wieder von Schlachtengetümmel und dramatischen Momenten unterbrochen. Doch das kann nicht verhindern, dass so ziemlich alles an dieser 14 Millionen Euro teuren Produktion schon einmal da gewesen ist. Die Panik beim ersten Gefecht, das Sterben enger Freunde, die Verwundeten, die man mitschleppt, die zurückgelassene Liebe, der Veteran auf dem Soldatenfriedhof... Bewegend ist das Ganze natürlich schon, doch eben auch nicht annährend so gewaltig und hart wie beispielsweise Spielbergs WK2-Monument.
(Renatus Töpke)
1943 meldet sich der Berber Said (Jamel Debbouze) wie viele andere Afrikaner zum Dienst in der französischen Armee. Gemeinsam will man Frankreich von den Nazis befreien. Said und seine neuen Freunde Messaoud (Roschdy Zem), Abdelkader (Sami Bouajila) und Yassir (Samy Naceri) machen sich auf den beschwerlichen Weg eine kriegsgebeutelte Welt. Doch nicht nur die Deutschen sind ihre Gegner. Auch in den eigenen Reihen müssen die Freunde gegen Rassismus und Vorurteile kämpfen. Nur mühsam ist die Gleichberechtigung zu erlangen. Bei der entscheidenden Schlacht im Elsass kommt es schlussendlich zum großen Aufeinanderprallen der Armeen...
Neben bekannten Darstellern wie Jamel Debbouze aus Die fabelhafte Welt der Amélie, sind es vor allem die prächtigen Schlachtenpanoramen, die überzeugen. Immer übersichtlich angeordnet und toll gefilmt, geht es hier zur Sache. Die Geschichte der zusammen gewürfelten Truppe wird immer wieder von Schlachtengetümmel und dramatischen Momenten unterbrochen. Doch das kann nicht verhindern, dass so ziemlich alles an dieser 14 Millionen Euro teuren Produktion schon einmal da gewesen ist. Die Panik beim ersten Gefecht, das Sterben enger Freunde, die Verwundeten, die man mitschleppt, die zurückgelassene Liebe, der Veteran auf dem Soldatenfriedhof... Bewegend ist das Ganze natürlich schon, doch eben auch nicht annährend so gewaltig und hart wie beispielsweise Spielbergs WK2-Monument.
(Renatus Töpke)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Tage des Ruhms
Produktionsland:
Frankreich, Belgien, Algerien, Marokko
Produktionsjahr:
2006
Länge:
119 (Min.)
Erschienen bei:
Ascot Elite Home Entertainment
Bildformat:
16:9
Ton/Sprache:
Dolby Digital 5.1, Deutsch, Französisch
Extras:
Trailer
VERÖFFENTLICHUNGEN
DVD-Start:
23.10.2008
CAST & CREW
Regie:
Rachid Bouchareb
Hauptdarsteller:
Jamel Debbouze, Sami Bouajila, Roschdy Zem, Samy Nacéri, Bernard Blancan
MEINUNGEN
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Bisherige Kommentare
(Anzeige: 1 von insgesamt 1)
Von: Doomy Gee am: 09.03.10
Ich kenne nur das französische Original, weiß also nicht, ob in der deutschen Übersetzung etwas verloren geht.
Das alles in diesem Film "schon mal da gewesen ist" stimmt allerdings ganz und gar nicht. Die angewandten Mittel sind zwar konventionell, aber gerade deswegen auch angemessen; denn "Indigènes" erzählt eine in Frankreich lange tabuisierte und noch nie filmisch umgesetzte Geschichte, nämlich die Beteiligung von 233.000 Kolonialsoldaten aus dem Maghreb und Subsaharischen Afrika bei der Befreiung Frankreichs und ihre systematische Diskriminierung.
Das "die Freunde auch in den eigenen Reihen gegen Vorurteile und Rassismus kämpfen müssen" ist fast schon eine Verniedlichung der realen Ereignisse angesichts der Tatsache, dass den wenigen Überlebenden Veteranen der Kolonialarmee teils bis heute ihre Militärpensionen vorenthalten werden, schlicht weil ihre Herkunftsländer es wagten, zumindest nominell von Frankreich unabhängig zu werden. Dies erwähnt der Film ja auch zum Schluss.
"Tage des Ruhms" heißt im Original übersetzt nicht umsonst "Eingeborene".
Einige Stichwörter zu diesem Thema sind das Massaker von Setif in Algerien, das Massaker von Thiaroye am 1. Dezember 1944 und nicht zu vergessen die Ermordung gefangener französischer Kolonialsoldaten durch Nazideutschland. Wen dies näher interessiert, dem sei das Buch und die Ausstellung "Die dritte Welt im zweiten Weltkrieg" empfohlen.
Im übrigen empfehle ich die Besprechung auf dieser Seite unter dem Originaltitel "Indigènes", die ist wesentlich angemessener für diesen sehr klug inszenierten, mutigen und bewegenden Film.









