... unter uns
"Entweder du setzt die Sonnenbrille jetzt auf oder du frisst gleich diesen Mülleimer!" - "Dieses Jahr nicht!" John Carpenter in Hochform, wie man ihn kannte und liebte.
1988 war die Welt für Carpenter noch in Ordnung. Seine Budgets hatten sich im einstelligen Millionbereich eingependelt und mit Fürsten der Dunkelheit hatte er sich vom (dennoch empfehlenswerten) Megaflop Big Trouble in Little China rehabilitiert. Doch Sie leben sollte sein vorerst letzter, wirklich guter Film werden. Die folgende Auftragsarbeit Jagd auf einen Unsichtbaren war ein Totalschaden, Mächte des Wahnsinns verschwand schon nach einer Woche aus den Kinos und Dorf der Verdammten war zwar ein gutes Remake, aber für Carpenter auch nur ein Job. Von diesem Dreier erholte er sich nie wieder.
John Nada findet nach langer Durststrecke endlich einen Job auf einer Baustelle. Da er keinen Schlafplatz hat, nimmt ihn Kollege Frank mit in sein Camp in einem Ghetto. Hier wird John Obdach und ein Bett gewährt und er freundet sich mit den Leuten dort an. Abends bemerken er und Frank, dass sich in der nahen Kirche seltsame Dinge tun. Plötzlich ist die Hölle los: Polizei und Bulldozer walzen die Behausungen der Menschen nieder. John kommt mit dem Schrecken davon und flüchtet sich in besagte Kirche. Dort findet er eine Sonnenbrille und nimmt sie mit. Am nächsten Tag bemerkt John unfassbares: Durch die Brille kann er die wirkliche Realität sehen. Außerirdische bewegen sich in Menschgestalt unter uns, Botschaften wie "konsumiere", "gehorche" oder "schlafe" prangen an den Gebäuden und Reklametafeln. Was geht hier vor? Als er Frank wieder trifft, will er ihn dazu bringen, ebenfalls die Brille aufzusetzen. Doch Frank weigert sich, hält John für einen Spinner. Als der endlich seinen Kumpel "überzeugt" hat (siehe den einleitenden Dialog) und auch Frank die Außerirdischen sehen kann, werden sie von den Aliens bemerkt. Mit Hilfe einer Untergrundorganisation nehmen sie den Kampf gegen die Invasoren auf…
Sie leben ist großes, handgemachtes Action-Kino von einem seiner wichtigsten Meister – John Carpenter. Ohne Schnörkel und Umwege folgt er dem Weg seines Hauptdarstellers Roddy Piper, einem ehemaligen Wrestler. Der Kampf, mit dem dieser seinen Kumpel Frank (schön spröde gespielt von Keith David) dazu bringen will, die Brille aufzusetzen, wurde in einem Fünf-Minuten-Take gefilmt. Die actionreiche Konsumkritik spukt Gift und Galle und beweist, wie gut der Regisseur einst war. Kein Vergleich zum schwachen Cigarette burns diesen Jahres.
Auch gibt der gutgelaunte Audiokommentar von Carpenter und Piper Einblicke in den Entstehungsprozess, liefert aber vor allem zig launige Anekdoten, Scherze und Erinnerungen ("An der Stelle haben wir das Camp gedreht, da fahr’ ich heute noch manchmal vorbei."). Für Freunde handgemachter Action und Unterhaltung, ist Sie leben ein gefundenes Fressen.
(Renatus Töpke)
1988 war die Welt für Carpenter noch in Ordnung. Seine Budgets hatten sich im einstelligen Millionbereich eingependelt und mit Fürsten der Dunkelheit hatte er sich vom (dennoch empfehlenswerten) Megaflop Big Trouble in Little China rehabilitiert. Doch Sie leben sollte sein vorerst letzter, wirklich guter Film werden. Die folgende Auftragsarbeit Jagd auf einen Unsichtbaren war ein Totalschaden, Mächte des Wahnsinns verschwand schon nach einer Woche aus den Kinos und Dorf der Verdammten war zwar ein gutes Remake, aber für Carpenter auch nur ein Job. Von diesem Dreier erholte er sich nie wieder.
John Nada findet nach langer Durststrecke endlich einen Job auf einer Baustelle. Da er keinen Schlafplatz hat, nimmt ihn Kollege Frank mit in sein Camp in einem Ghetto. Hier wird John Obdach und ein Bett gewährt und er freundet sich mit den Leuten dort an. Abends bemerken er und Frank, dass sich in der nahen Kirche seltsame Dinge tun. Plötzlich ist die Hölle los: Polizei und Bulldozer walzen die Behausungen der Menschen nieder. John kommt mit dem Schrecken davon und flüchtet sich in besagte Kirche. Dort findet er eine Sonnenbrille und nimmt sie mit. Am nächsten Tag bemerkt John unfassbares: Durch die Brille kann er die wirkliche Realität sehen. Außerirdische bewegen sich in Menschgestalt unter uns, Botschaften wie "konsumiere", "gehorche" oder "schlafe" prangen an den Gebäuden und Reklametafeln. Was geht hier vor? Als er Frank wieder trifft, will er ihn dazu bringen, ebenfalls die Brille aufzusetzen. Doch Frank weigert sich, hält John für einen Spinner. Als der endlich seinen Kumpel "überzeugt" hat (siehe den einleitenden Dialog) und auch Frank die Außerirdischen sehen kann, werden sie von den Aliens bemerkt. Mit Hilfe einer Untergrundorganisation nehmen sie den Kampf gegen die Invasoren auf…
Sie leben ist großes, handgemachtes Action-Kino von einem seiner wichtigsten Meister – John Carpenter. Ohne Schnörkel und Umwege folgt er dem Weg seines Hauptdarstellers Roddy Piper, einem ehemaligen Wrestler. Der Kampf, mit dem dieser seinen Kumpel Frank (schön spröde gespielt von Keith David) dazu bringen will, die Brille aufzusetzen, wurde in einem Fünf-Minuten-Take gefilmt. Die actionreiche Konsumkritik spukt Gift und Galle und beweist, wie gut der Regisseur einst war. Kein Vergleich zum schwachen Cigarette burns diesen Jahres.
Auch gibt der gutgelaunte Audiokommentar von Carpenter und Piper Einblicke in den Entstehungsprozess, liefert aber vor allem zig launige Anekdoten, Scherze und Erinnerungen ("An der Stelle haben wir das Camp gedreht, da fahr’ ich heute noch manchmal vorbei."). Für Freunde handgemachter Action und Unterhaltung, ist Sie leben ein gefundenes Fressen.
(Renatus Töpke)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Sie leben
Produktionsland:
USA
Produktionsjahr:
1988
Länge:
86 (Min.)
Erschienen bei:
Kinowelt Home Entertainment
Bildformat:
2,35:1 (anamorph)
Ton/Sprache:
Dolby Digital 2.0, Deutsch, Englisch
Extras:
Audiokommentar mit Regisseur John Carpenter und Hauptdarsteller Roddy Piper, Making of, Hidden Features, Trailer
VERÖFFENTLICHUNGEN
DVD-Start:
15.12.2006
CAST & CREW
Regie:
John Carpenter
Hauptdarsteller:
Peter Jason, Roddy Piper, Keith David, Meg Foster, George Flower
FILMBEWERTUNG
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