Dieses verdammte schlechte Gewissen der Besserverdiener
Schon blöd, so ein schlechtes Gewissen. Kate (Catherine Keener) handelt mit alten Designermöbeln und hat sich darauf spezialisiert, zusammen mit ihrem Mann Alex (Oliver Platt) den Nachlass von gerade Verstorbenen zu sichten und die besten Stücke in einem exklusiven Trödelladen in New York an die verwöhnte Kundschaft zu verhökern – natürlich mit fettem Aufschlag. Weil sie aber bei der ganzen Sache ein mulmiges Gefühl hat, verteilt Kate an die Obdachlosen in ihrem Viertel 20-Dollar-Noten, als wären es Bonbons, während sie ihrer eigenen pubertierenden Tochter gegenüber eher knauserig ist. Selbstverständlich politically very correct und immer mit dem Hinweis auf das Elend anderer Leute. Und dann ist da noch die grimmige 91-jährige Nachbarin Andra (Ann Morgan Guilbert) in der Wohnung nebenan, auf deren Ableben Kate und Alex spekulieren, um anschließend das Appartement zu erwerben und damit die eigene Bleibe weiter zu vergrößern. Gepflegt wird Andra von ihrer Enkelin Rebecca (Rebecca Hall), während deren Schwester Mary (Amanda Peet) keinen Hehl daraus macht, wie sehr ihr das Schicksal der alten Dame egal ist. Viel lieber beginnt die stets solariumgebräunte und reichlich dem Alkohol zusprechende Kosmetikerin eine Affäre mit Alex, dessen Beziehung mit Kate schon lange eher einer Freundschaft gleicht.
Nicole Holofcener macht mit Please Give, der im Berlinale Wettbewerb außer Konkurrenz gezeigt wurde, dort weiter, wo sie zuletzt mit Friends with Money aufgehört hatte: Es geht um die Neurosen jener, die eigentlich alles haben, um ganz und gar bourgeoise Existenzen und deren zumeist recht nichtige Probleme, um Sex und die Lebenskrisen des mittleren Alters und darum, dass letzten Endes doch alles gut wird. Auch wenn Tod und Krankheit quasi nebenbei ebenfalls vorkommen, genauso wie Liebe und das Gefühlsleben einer Fünzehnjährigen, die mitten in der Pubertät steckt.
Das alles ist zum Teil mit enorm witzigen Dialogen und Pointen garniert, die immer ein wenig an Woody Allens Stadtneurotiker erinnern, ohne jemals dessen Güteklasse zu erreichen. Man fühlt sich auf leichte Weise unterhalten, vor allem dann, wenn die schrullige alte Nachbarin von Kate und Alex ihre bitterbösen Lebensansichten zum Besten gibt und ansonsten einfach nur kein Blatt vor den Mund nimmt.
(Joachim Kurz)
Nicole Holofcener macht mit Please Give, der im Berlinale Wettbewerb außer Konkurrenz gezeigt wurde, dort weiter, wo sie zuletzt mit Friends with Money aufgehört hatte: Es geht um die Neurosen jener, die eigentlich alles haben, um ganz und gar bourgeoise Existenzen und deren zumeist recht nichtige Probleme, um Sex und die Lebenskrisen des mittleren Alters und darum, dass letzten Endes doch alles gut wird. Auch wenn Tod und Krankheit quasi nebenbei ebenfalls vorkommen, genauso wie Liebe und das Gefühlsleben einer Fünzehnjährigen, die mitten in der Pubertät steckt.
Das alles ist zum Teil mit enorm witzigen Dialogen und Pointen garniert, die immer ein wenig an Woody Allens Stadtneurotiker erinnern, ohne jemals dessen Güteklasse zu erreichen. Man fühlt sich auf leichte Weise unterhalten, vor allem dann, wenn die schrullige alte Nachbarin von Kate und Alex ihre bitterbösen Lebensansichten zum Besten gibt und ansonsten einfach nur kein Blatt vor den Mund nimmt.
(Joachim Kurz)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Please Give (DVD)
Produktionsland:
USA
Produktionsjahr:
2010
Länge:
87 (Min.)
Erschienen bei:
Sony Pictures Home Entertainment
Bildformat:
16:9
Ton/Sprache:
Dolby Digital 5.1, Deutsch, Englisch
Extras:
Hinter den Kulissen, Outtakes, Nicole Holofcener Q&A, Trailer
VERÖFFENTLICHUNGEN
DVD-Start:
09.12.2010
CAST & CREW
Regie:
Nicole Holofcener
Drehbuch:
Nicole Holofcener
Kamera:
Yaron Orbach
Schnitt:
Robert Frazen
Musik:
Marcelo Zarvos
Hauptdarsteller:
Oliver Platt, Amanda Peet, Catherine Keener, Rebecca Hall, Ann Marie Guilbert
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