Familiengeheimnisse
Als Lili (Mélanie Laurent) nach den Sommerferien nach Hause zurückkehrt, merkt sie sofort, dass etwas vorgefallen ist. Die Stimmung ihrer Eltern (Kad Merad und Isabelle Renauld) ist sichtlich gedrückt, als sie ihre Tochter am Busbahnhof abholen. Zwar bemühen sie sich darum, den Anschein von Normalität aufrecht zu erhalten, doch Lili spürt genau, dass etwas nicht stimmt. Nach längerem Insistieren rücken die Eltern der jungen Frau endlich heraus und gestehen, dass Lilis Zwillingsbruder Loïc sich nach einem Streit mit seinen Eltern aus dem Staub gemacht hat und dass es seitdem kein Lebenszeichen mehr von ihm gibt. Geschockt versinkt Lili in tiefe Depressionen, als auch nach längerem Warten ein Lebenszeichen ihres Bruders ausbleibt, während die Eltern scheinbar ungerührt zur Tagesordnung übergehen.
Dann schließlich, als Lili bereits jede Hoffnung aufgegeben hat und aus Trauer jede Nahrung verweigert, erreicht sie eine Postkarte ihres Bruder mit den Worten „Keine Sorge, es geht mir gut“. In den nächsten Wochen folgen weitere Lebenszeichen von Loïc aus verschiedenen Regionen Frankreichs, in denen Lilis Bruder von seinem unbändigen Hass auf den Vater berichtet. Lili blüht langsam wieder auf, doch die Zeit der Ungewissheit hat etwas in ihrem Leben verändert, vorbei sind die Pläne und die Euphorie, die die junge Frau früher auszeichnete. Sie nimmt einen Job als Supermarktkassiererin an und entfremdet sich zusehends von ihren Eltern, schließlich hängt sie ihr Studium an den Nagel und verliebt sich mit Thomas (Julien Boisselier), dem Ex-Freund von ihrer Freundin Léa (Aïssa Maïga). Als eine Ansichtskarte von Loïc aus der Normandie kommt, beschließt Lili, sich auf die Suche nach ihrem Bruder zu machen. Es beginnt eine Reise, die sie zu einem lange gehüteten Familiengeheimnis führt…
Ruhig, beinahe kontemplativ erzählt Philip Lioret (Die Frau des Leuchtturmwärters / L'Équipier) in seinem Familiendrama Keine Sorge, mir geht’s gut / Je vais bien, ne t’en fais pas, das zunächst wie ein klassischer Thriller daherkommt, von Sprachlosigkeit, Vereinsamung und dem Zusammenbrechen eines Familienverbundes. Allerdings kann die schlussendliche Lösung des Verschwindens von Loïc, die hier nicht verraten werden soll, nicht wirklich überzeugen und hinterlässt den Eindruck, als habe sich Lioret nicht so recht entscheiden können, welchem Teil seines Plots er mehr Beachtung schenken mag. Als Studie einer auseinander brechenden Familie ist der Film in weiten Teilen durchaus überzeugend, als Thriller hingegen weiß er weniger zu gefallen. Eine wahre Entdeckung aber ist vor allem die entzückende Mélanie Laurent in der Rolle der Lili, die unlängst mit dem César als beste Nachwuchsdarstellerin ausgezeichnet wurde. Von ihr, so darf man sich sicher sein, ist noch einiges zu erwarten.
(Joachim Kurz)
Dann schließlich, als Lili bereits jede Hoffnung aufgegeben hat und aus Trauer jede Nahrung verweigert, erreicht sie eine Postkarte ihres Bruder mit den Worten „Keine Sorge, es geht mir gut“. In den nächsten Wochen folgen weitere Lebenszeichen von Loïc aus verschiedenen Regionen Frankreichs, in denen Lilis Bruder von seinem unbändigen Hass auf den Vater berichtet. Lili blüht langsam wieder auf, doch die Zeit der Ungewissheit hat etwas in ihrem Leben verändert, vorbei sind die Pläne und die Euphorie, die die junge Frau früher auszeichnete. Sie nimmt einen Job als Supermarktkassiererin an und entfremdet sich zusehends von ihren Eltern, schließlich hängt sie ihr Studium an den Nagel und verliebt sich mit Thomas (Julien Boisselier), dem Ex-Freund von ihrer Freundin Léa (Aïssa Maïga). Als eine Ansichtskarte von Loïc aus der Normandie kommt, beschließt Lili, sich auf die Suche nach ihrem Bruder zu machen. Es beginnt eine Reise, die sie zu einem lange gehüteten Familiengeheimnis führt…
Ruhig, beinahe kontemplativ erzählt Philip Lioret (Die Frau des Leuchtturmwärters / L'Équipier) in seinem Familiendrama Keine Sorge, mir geht’s gut / Je vais bien, ne t’en fais pas, das zunächst wie ein klassischer Thriller daherkommt, von Sprachlosigkeit, Vereinsamung und dem Zusammenbrechen eines Familienverbundes. Allerdings kann die schlussendliche Lösung des Verschwindens von Loïc, die hier nicht verraten werden soll, nicht wirklich überzeugen und hinterlässt den Eindruck, als habe sich Lioret nicht so recht entscheiden können, welchem Teil seines Plots er mehr Beachtung schenken mag. Als Studie einer auseinander brechenden Familie ist der Film in weiten Teilen durchaus überzeugend, als Thriller hingegen weiß er weniger zu gefallen. Eine wahre Entdeckung aber ist vor allem die entzückende Mélanie Laurent in der Rolle der Lili, die unlängst mit dem César als beste Nachwuchsdarstellerin ausgezeichnet wurde. Von ihr, so darf man sich sicher sein, ist noch einiges zu erwarten.
(Joachim Kurz)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Keine Sorge, mir geht´s gut (DVD)
Produktionsland:
Frankreich
Produktionsjahr:
2006
Länge:
92 (Min.)
Erschienen bei:
Universal Pictures
Bildformat:
2.35:1 (anamorph)
Ton/Sprache:
Dolby Digital 5.1, Deutsch, Franz.
Extras:
Making Of, Interview mit Regisseur Philippe Lioret, Interview mit Mélanie Laurent, B-Roll, Musikvideo von AaRon "Lili",Trailer
VERÖFFENTLICHUNGEN
DVD-Start:
08.11.2007
CAST & CREW
Regie:
Philippe Lioret
Hauptdarsteller:
Isabelle Renauld, Kad Merad, Aissa Maiga, Mélanie Laurent, Julien Boisselier
FILMBEWERTUNG
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