Das Fest – Arthaus Premium Edition
DVD-Start:
07.07.2006
Leserbewertung:
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Gelungene Präsentation eines modernen Klassikers
Erwartungsvoll versammelt sich die große Familie des Hoteliers Helge Klingfeld-Hansen (Henning Moritzen) auf dem Landsitz des Oberhauptes, um dessen 60. Geburtstag zu begehen. Auch die mittlerweile erwachsenen Kinder Christian (Ulrich Thomsen), Michael (Thomas Bo Larsen) und Helene (Paprika Steen) des Jubilars treffen ein, allerdings weniger erwartungsvoll, als es dem Anlass gemäß erscheint. Denn nebst Geschenken haben sie vor allem düstere Erinnerungen mitgebracht, Dämonen der Vergangenheit, die auch bald ihr Vater zu spüren bekommt. Erst wenige Wochen zuvor ereignete sich der Selbstmord ihrer Schwester Pia (Trine Dyrholm), und der Mann, der sie in den Tod trieb sitzt am Tisch. Doch die Zeit der Abrechung ist gekommen.
Bei der Tischrede Christians zu Ehren des Patriarchen schließlich entlädt sich die angestaute Spannung über der Festgesellschaft, denn der Redner beschuldigt seinen Vater, ihn und seine Zwillingsschwester Pia jahrelang sexuell missbraucht zu haben. Ein Trauma, so Christian, das schließlich zu Pias Freitod geführt habe. Anfangs reagiert die bestürzte Festgesellschaft mit Ignoranz bis Empörung auf die Einwürfe des schnöden Störenfrieds und bemüht sich, das Subjekt schnellstmöglich an die Luft zu setzen. Doch mit der Zeit kippt die Stimmung und die Familie nebst Festgesellschaft muss sich mit der Anklage befassen, ob sie will oder nicht. Denn der Chefkoch der Zeremonie, ein Jugendfreund Christians, hat alle Autoschlüssel verschwinden lassen, so dass es kein Entrinnen vor den Vergangenheitsbewältigung geben kann.
Thomas Vinterbergs Das Fest - Festen gilt als einer der Schlüsselfilme der neunziger Jahre. Als erster Film der von ihm und Lars von Trier initiierten Dogma-Bewegung demonstrierte Vinterberg die Möglichkeiten des bewussten Verzichts auf aufwändige Settings und technische Spielereien und zeigte, wie treffend, scharfsinnig und zugleich frisch und unerhört neu Filme sein können, die sich mit den Abgründen einer scheinbar normalen Familie auseinandersetzen. Ein Film, der Maßstäbe setzte und dessen neue Ein- und Ansichten auch heute noch ins Mark treffen.
Für die so genannte Premium Edition hat sich Arthaus etwas Besonderes einfallen lassen und neben dem üblichen Bonusmaterial eine zweite DVD mit zusätzliche Features geschnürt, die kaum einen Wunsch von Fans des Filmes offenlassen. Neben einem Audiokommentar des Regisseurs sowie dem obligatorischen Trailer enthält die zweite DVD Extras wie Deleted Scenes mit einer Erläuterung des Regisseurs (ca. 62 Min.), ein Making Of (ca. 24 Minuten), ein Featurette über den Drehbuchautor Mogens Rukov (ca. 57 Min.), einen Rückblick auf den Film (ca. 29 Min.) sowie Betrachtungen zum wahren Hintergrund des Filmes (ca. 10 Min.), einen Essay über den Kamerastil von Anthony Mantle (ca. 12 Min.), Überlegungen zur Marke Dogma und ihrem Erfolg (ca. 29 Min.), sowie einen Film zu Dogma in Cannes und auf der Berlinale (ca. 12 Min.). Insgesamt also eine sehr liebevoll gemachte DVD, die sich mit Akribie und Leidenschaft einem der vermutlich einflussreichsten Filme der letzten Dekade des 20. Jahrhunderts widmet.
(Joachim Kurz)
Bei der Tischrede Christians zu Ehren des Patriarchen schließlich entlädt sich die angestaute Spannung über der Festgesellschaft, denn der Redner beschuldigt seinen Vater, ihn und seine Zwillingsschwester Pia jahrelang sexuell missbraucht zu haben. Ein Trauma, so Christian, das schließlich zu Pias Freitod geführt habe. Anfangs reagiert die bestürzte Festgesellschaft mit Ignoranz bis Empörung auf die Einwürfe des schnöden Störenfrieds und bemüht sich, das Subjekt schnellstmöglich an die Luft zu setzen. Doch mit der Zeit kippt die Stimmung und die Familie nebst Festgesellschaft muss sich mit der Anklage befassen, ob sie will oder nicht. Denn der Chefkoch der Zeremonie, ein Jugendfreund Christians, hat alle Autoschlüssel verschwinden lassen, so dass es kein Entrinnen vor den Vergangenheitsbewältigung geben kann.
Thomas Vinterbergs Das Fest - Festen gilt als einer der Schlüsselfilme der neunziger Jahre. Als erster Film der von ihm und Lars von Trier initiierten Dogma-Bewegung demonstrierte Vinterberg die Möglichkeiten des bewussten Verzichts auf aufwändige Settings und technische Spielereien und zeigte, wie treffend, scharfsinnig und zugleich frisch und unerhört neu Filme sein können, die sich mit den Abgründen einer scheinbar normalen Familie auseinandersetzen. Ein Film, der Maßstäbe setzte und dessen neue Ein- und Ansichten auch heute noch ins Mark treffen.
Für die so genannte Premium Edition hat sich Arthaus etwas Besonderes einfallen lassen und neben dem üblichen Bonusmaterial eine zweite DVD mit zusätzliche Features geschnürt, die kaum einen Wunsch von Fans des Filmes offenlassen. Neben einem Audiokommentar des Regisseurs sowie dem obligatorischen Trailer enthält die zweite DVD Extras wie Deleted Scenes mit einer Erläuterung des Regisseurs (ca. 62 Min.), ein Making Of (ca. 24 Minuten), ein Featurette über den Drehbuchautor Mogens Rukov (ca. 57 Min.), einen Rückblick auf den Film (ca. 29 Min.) sowie Betrachtungen zum wahren Hintergrund des Filmes (ca. 10 Min.), einen Essay über den Kamerastil von Anthony Mantle (ca. 12 Min.), Überlegungen zur Marke Dogma und ihrem Erfolg (ca. 29 Min.), sowie einen Film zu Dogma in Cannes und auf der Berlinale (ca. 12 Min.). Insgesamt also eine sehr liebevoll gemachte DVD, die sich mit Akribie und Leidenschaft einem der vermutlich einflussreichsten Filme der letzten Dekade des 20. Jahrhunderts widmet.
(Joachim Kurz)
DATEN & FAKTEN
ÜBERBLICK
Titel:
Das Fest – Arthaus Premium Edition
Produktionsland:
Dänemark
Produktionsjahr:
1997
Länge:
101 (Min.)
VERÖFFENTLICHUNGEN
DVD-Start:
07.07.2006
CAST & CREW
Regie:
Thomas Vinterberg
Hauptdarsteller:
Trine Dyrholm, Henning Moritzen, Ulrich Thomsen, Paprika Steen, Thomas Bo Larsen
FILMBEWERTUNG
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