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Achteinhalb (Digital Remastered)

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4.6 Sterne aus 7 Bewertungen

Originaltitel: Otto e mezzo
DVD-Start: 22.01.2015
FSK: 16
Genre: Drama, Komödie, Satire
Tags: Italien, Regisseur, Filmemacher, Krise, Federico Fellini, Zusammenbruch

Regisseur, 43, in Kur

Da inszeniert ein Regisseur, der bereits mit schlichtweg großartigen Filmen wie La Strada (1954), Die Nächte der Cabiria / Le notti di Cabiria (1957) und Das süße Leben / La dolce vita (1960) nicht nur erfolgreich war, sondern auch die Historie des Films mit seinem ureigenen Stil bereits signifikant geprägt hat, im Alter von 43 Jahren die Geschichte über einen ebenso alten Filmemacher während eines Kuraufenthalts, wo er sich offensichtlich im Rahmen einer Schaffenskrise mit den zentralen Themen seines Daseins konfrontiert. Achteinhalb von Federico Fellini aus dem Jahre 1963, der nun Digital Remastered erneut bei Arthaus auf DVD erscheint, gewann seinerzeit unter anderem den Preis des New York Film Critics Circle, den Bodil als Bester europäischer Film und wurde in den Kategorien Bester fremdsprachiger Film und Beste Kostüme mit dem Academy Award ausgezeichnet.

Gleichermaßen selbstreferentiell wie selbstironisch umgibt Federico Fellini seinen orientierungslos erscheinenden und mit befremdlichen Träumen, Imaginationen und Erinnerungen beschäftigten Helden Guido Anselmi (Marcello Mastroianni), der den Kurort zur Kulisse seiner privaten wie professionellen Begegnungen fungieren lässt, mit allerlei illustrem Volk, an dem der gerade reichlich resignierende Regisseur seine Krisenstimmung abarbeitet. Der zynische Schriftsteller, der ihm kritisch beratend zur Seite steht, ein Produzent, ein Journalist, ein Telepath, der Kardinal, der seine Auseinandersetzung mit dem Katholizismus repräsentiert, ein alter Freund, der ihm seine junge, mondäne Verlobte vorstellt, aber zuvorderst einige eigenwillige Frauen sind es, die seine Gedanken und Gespräche erwidern: Seine Geliebte Carla (Sandra Milo), seine Frau Luisa (Anouk Aimée), die Schauspielerin Claudia (Claudia Cardinale), seine Mutter (Giuditta Rissone) und sogar die Prostituierte La Saraghina (Eddra Gale) als mit Schande behafteter Erinnerung aus seiner Kindheit. In der seiner Fantasie entsprungenen Gesellschaft eines ganzen Harems von Frauen gipfelt die ambivalente Vorstellungswelt Guidos, und am Ende mündet die Aufgabe des anvisierten, in Vorbereitungen erstarrten Projekts eines neuen Films in einem erleichterten, fröhlichen Reigen der Protagonisten, dem die Botschaft vorangeht, auf einen nicht wahrhaft inspirierten Film besser zu verzichten.

In prägnanten, stilisierten Schwarzweißbildern ereignet sich in Achteinhalb – dem nach eigener Aussage Federico Fellinis dieser krummen Zahl entsprechenden Film seines Lebenswerkes – äußerst ansprechend künstlerisch gestaltet das Schauspiel der Inszenierung einer Phase von Zweifeln und Leere innerhalb des Universums der Kreativität, deren vermeintliche kleine Pause hier zum Vehikel einer ganz besonderen Ausdruckskraft gerät. Offenbar durch seine kuriose Kur an Erkenntnis gereift formuliert der Regisseur Guido schließlich deren Essenz, die sich zuvorderst an seine Gattin Luisa wendet: "Was ist das für ein heller Strahl des Glücks, bei dem ich erzittere, der mir neue Lebenskraft gibt. (...) Ich fühle mich wie befreit, alles ist plötzlich wieder gut, alles hat einen Sinn, alles ist wahr. (...) Wieder bin ich verwirrt, aber diese Verwirrung bin ich selbst. (...) Es ist eine Freude, zu leben, lass uns unser Leben gemeinsam leben."

(Marie Anderson)

Daten & Fakten

Produktionsland: Italien
Produktionsjahr: 1963
Länge: 132 (Min.)
Erschienen bei:
Bildformat: 1,85:1 (anamorph)
Ton/Sprache: Deutsch, Italienisch (Dolby Digital Mono)
DVD-Start: 22.01.2015
Extras: Dokumentation "Die letzte Sequenz" (50 Min.), Wendecover

Cast & Crew

Regie: Federico Fellini
Drehbuch: Federico Fellini, Tullio Pinelli, Ennio Flaiano, Brunello Rondi
Kamera: Gianni Di Venanzo
Schnitt: Leo Cattozzo
Musik: Nino Rota
Hauptdarsteller: Anouk Aimée, Claudia Cardinale, Sandra Milo, Marcello Mastroianni

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