Cannes BLOG

13 26/05

Festival de Cannes 2013 - Videotagebuch Tag 10

Auch am letzten Tag des Festivals gibt es natürlich das Videotagebuch - dieses Mal allein mit Beatrice Behn, da Joachim Kurz am letzten Tag schon abgereist ist und ganz schön was verpasst hat - selbst schuld. Tag 10: Venus in Fur von Roman Polanski // Only Lovers Left Alive von Jim Jarmusch.

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13 26/05

Zulu

Jérôme Salle, wenn überhaupt bekannt, dann durch seine Filme Largo Winch I und II, hatte nun also die Ehre, die 66. Ausgabe der Internationalen Filmfestspiele von Cannes zu beenden. Man fragt sich warum, denn nach zwei so wunderbaren Filmen wie Roman Polanskis Venus in Fur und Jim Jarmuschs Only Lovers Left Alive fühlt sich Zulu an, als hätte man einem Kind ein Eis versprochen und gäbe ihm dann stattdessen nur ein Abziehbild davon. Da hilft es auch nicht, dass Forrest Whitaker, einer der besten Charakterdarsteller (der in den letzten Jahren allerdings stets nur Rollen bekam, die ihn unterforderten), sich hier alle erdenkliche Mühe gibt das Werk vor dem Absaufen zu retten.

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13 26/05

Manuscripts Don’t Burn

Dies ist nicht nur ein Film, dies ist ein Politikum. Manuscripts Don’t Burn ist der neue Film von Mohammad Rasoulof, der genau wie sein Kollege Jafar Panahi in ihrem Heimatland Iran zu zwanzig Jahren Arbeitsverbot verurteilt wurde weil sie sich gegen da Regime aufgelehnt hatten und künstlerische Freiheit forderten. Der Film wurde unter strengster Geheimhaltung im Iran gedreht, ein gefährliches Unterfangen, doch Rasoulof ist eindeutig gewillt den Kampf weiter zu führen, komme was da wolle. Bis kurz vor der Premiere in der Sektion Un Certain Regard war auch nicht genau klar, worum es in diesem Film gehen wird und ob der Regisseur vor Ort sein kann.


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13 26/05

Seduced and Abandoned

Vom Wahnsinn, seinen Film in Cannes zu verkaufen

Seduced and Abandoned ist einerseits eine Anspielung auf einen Film aus dem Jahr 1964, der in Cannes prämierte, andererseits ist es aber auch die Art, wie der Film mit seinen Schauspielern umgeht. Meint zumindest Alec Baldwin in dieser Cannes-Metadokumentation. Erst verführt man den Schauspieler dazu an die Geschichte zu glauben und ihr Leben einzuhauchen, dann ist das Werk fertig und lässt ihn allein und leer zurück. Die meisten Interviewpartner dieses Films würden darauf aber zynisch antworten, dass Baldwin doch eh nur noch ein TV-Star ist und sowieso keine Rollen mehr bekommt.


 

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13 25/05

Venus in Fur

Die Kamera gleitet eine Straße entlang, biegt dann ab und führt den Zuschauer hinein in ein altes, ranziges Theater irgendwo in Paris. Dort im Saal sitzt Thomas (Mathieu Amalric, der hier im Längen besser agiert, als in Jimmy P.), Schriftsteller, Theaterregisseur und seiner Meinung nach sensibler Intellektueller. Er hat den ganzen Tag Vorsprechen mit Schauspielerinnen für sein neues Stück gehabt - die Venus im Pelz - frei nach Sacher-Masochs Skandalbuch über einen submissiven Mann, der eine junge Frau dazu verführt, seine Herrin zu werden und ihn zu versklaven. Doch keine der Schauspielerinnen hat ihm gefallen. Die Hälfte sah aus „wie Dominas, die andere Hälfte wie Butchlesben". Doch dann erscheint Vanda (Emanuelle Seigner). Sie ist laut und prollig, hyperaktiv und ungebildet und dazu noch mehrere Stunden zu spät und pitschnass vom Regen. Vanda ist alles was Thomas an einer Frau hasst. Doch ihre krude Art verstört ihn so sehr, dass er sie doch vorsprechen lässt. Vanda spielt die gleichnamige Rolle der dominanten Frau, Thomas nimmt die Rolle des devoten Mannes ein. Schon nach den ersten Sätzen ist Thomas hin und weg, Vanda hat unglaubliches Talent und brilliert in ihrer Rolle. Die beiden lesen weiter, agieren und interpretieren den Stoff auf der Bühne und mehr und mehr vermischen sich Realität und Theaterstück. Allerdings nicht in der Art und Weise, wie erwartet. Denn mehr und mehr spielt Vanda mit Thomas, lockt sein wahres Ich aus ihm heraus und dekonstruiert ihn und sein Stück bis ins kleinste Details.

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13 25/05

Only Lovers Left Alive

Nimm das, Twilight!

Jim Jarmusch macht einen Vampirfilm mit Tom Hiddleston, Tilda Swinton und John Hurt. Dieser Satz allein genügt wohl schon, um die volle Aufmerksamkeit von Arthauskino-Liebhabern zu erhalten. Das klingt nach einem großen Fest voll visueller Spannung, einer einmaligen Geschichte und herausragender Ästhetik - vorausgesetzt alles geht gut. Und ach, das tut es. Und wie!

 

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13 25/05

Festival de Cannes - Videotagebuch Tag 9

Beatrice Behn und Joachim Kurz sind für kino-zeit.de in Cannes und berichten jeden Tag über die Festivalfilme und was sonst noch so passiert. Tag 9: Tore Tanzt von Katrin Gebbe // The Immigrant von James Gray

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13 25/05

Tore Tanzt

Der Abspann lief, das Licht im Saal ging an und genau dann kommt wohl spannendste aber auch schwierigste Augenblick für jede/n FilmemacherIn in Cannes: die Reaktion des Publikums. Und das Publikum hier vor Ort nimmt kein Blatt vor den Mund. Katrin Gebbe, Regie-Debütantin und einzige deutsche Vertreterin im Hauptprogramm des Festivals erhielt eine Menge Buhrufe und gleichzeitig stehende Ovationen. Es darf also mit Fug und Recht behauptet werden, dass ihr Film Tore tanzt das Publikum keinesfalls kalt lässt. Im Gegenteil, das Werk spaltet und emotionalisiert wie kaum ein anderer Film hier auf der Croisette und über keinen Film, den ich hier bisher gesehen habe, habe ich so lange nachgedacht, wie über diesen. Eine Filmkritik zu schreiben, die diesem Werk gerecht wird, ist ein wirklich schwieriges Unterfangen.



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13 24/05

Max Rose

Auch Filmfestivals müssen manchmal politische Entscheidungen treffen. Auch wenn ich es nicht genau weiß, so habe ich das Gefühlt, dass Max Rose nur aus einem Grund hier in Cannes zu sehen war: Jerry Lewis. Der 87-jährige Alt-Star spielt seit vielen Jahren zum ersten Mal wieder in einem Film mit und bestreitet die Hauptrolle eines alten Jazzmusikers, der seine Frau verliert und nach ihrem Tod entdeckt, dass es da vielleicht einen anderen Mann gab.

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13 24/05

The Immigrant

Das erste Bild des Filmes ist ein typisches, wenn man Anfang des 20. Jahrhunderts nach Amerika immigrierte: Die Freiheitsstatue. Da steht sie also, im Nebel, als Ewa (Marion Cotillard), eine junge polnische Frau mit ihrer Schwester zum ersten Mal das Land betritt, von dem sie sich Freiheit und Glück erhofft. Doch das Glück ist selektiv im Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Erst wird Magda in Quarantäne gesteckt, da sie an Tuberkulose leidet, dann verwehrt man Ewa die Einreise aus fadenscheinigen Gründen. Kurz vor der Abschiebung begegnet sie Bruno (Joaquin Phoenix), der ihr hilft und sie illegal nach New York schmuggelt. Doch Bruno ist kein Prinz auf dem weißen Ross, der sie rettet. Im Gegenteil, er zwingt Ewa zur Prostitution. Dabei kommt ihm ein Druckmittel gelegen: Ewa muss Geld verdienen, um auch ihre Schwester vor der Abschiebung zu bewahren. Als sie auf den Magier Orlando (Jeremy Renner) trifft, hegt sie kurz Hoffnung, doch auch diese soll sich bald zerschlagen.

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