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Berlinale 2017 BLOG

17 18/02

Berlinale 2017: "Offene Wunde deutscher Film" von Dominik Graf und Johannes F. Sievert

Nein, wer sich am Tag vor der Preisverleihung bei der Berlinale 2017 ins Delphi Kino bewegte, hatte trotz des Titels keine aktuell ausgerufene Podiumsdiskussion über den Zustand des aktuellen deutschen Films im Sinne.  Obwohl dies angesichts der deutschen Wettbewerbsbeiträge sicherlich angebracht gewesen wäre. Vielmehr handelt es sich bei Offene Wunde deutscher Film um die filmhistorisch wichtige Aufarbeitung eines Teils  des derzeit wegen konservatorischer Dringlichkeit ins Gerede gekommenen nationalen Filmerbes - und zwar jenen Teil, der in der offiziellen Filmgeschichtsschreibung gerne unter den Tisch fällt. Nach Verfluchte Liebe deutscher Film widmen sich Dominik Graf und Johannes F. Sievert in zweiten Teil ihrer Betrachtungen der schmuddeligen Randgebiete des Kinos den Genrebeiträgen und schlagen dabei den Bogen in die Gegenwart, die uns derzeit die Hoffnung auf eine kleine Renaissance jener Gattung beschert.


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17 18/02

Berlinale 2017: "Logan - The Wolverine" von James Mangold

Seit siebzehn Jahren verfolgen wir das Leben und den Werdegang von Logan, aka Wolverine (Hugh Jackman) nun schon im Kino. Und wir sind alle dabei ein Stück weit älter geworden. Dennoch überrascht es einen, dass auch Mutanten irgendwann alt werden. Und was dann? Was, wenn die vielen Kämpfe Narben auf Körper und Seele hinterlassen haben, die nicht mehr heilen? Was, wenn die Demenz ein Hirn wie das von Charles Xavier alias Professor X (Patrick Stewart) Stück für Stück zerfrisst? Wer pflegt diese ehemaligen Kämpfer, die sich seit langer Zeit verstecken und wehren müssen, wenn sie keine Familien haben? Berechtigte Fragen, denen sich James Mangolds dritter Teil der Wolverine-Serie stellt und damit nicht nur dessen Geschichte, sondern auch die der X-Men abschließt. 


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17 18/02

Berlinale 2017: Sechs Filme, die ihr gesehen haben solltet

Aus, aus, es ist aus! Die Berlinale ist vorbei und Beatrice Behn und Joachim Kurz geben euch sechs Filme mit, die ihr euch unbedingt ansehen solltet, sobald sie ins Kino kommen. Hier sind unsere Empfehlungen:

Pokot (Spoor) aus dem Wettbewerb, Selbstkritik eines bürgerlichen Hundes aus der Perspektive Deutsches Kino, Die andere Seite der Hoffnung aus dem Wettbewerb, Call my by your Name aus dem Panorama, The Party aus dem Wettbewerb und I am not your Negro aus dem Panorama.

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17 18/02

Berlinale 2017: "Millennials" von Jana Bürgelin

Am Anfang tanzen sie miteinander, Anne und Leo. Aber was ist das für ein Tanz, den wir da sehen, durch die Scheibe des Fensters in die Wohnung der beiden? Sie bewegen sich kaum, sie bewegen sich nicht miteinander, so etwas wie Freude ist nicht zu erkennen und fast schlafen sie ein. Anne und Leo sind Gefangene in der Tretmühle des Künstler-Prekariats, das gerne als Bohème schöngeredet wird, aber eher einem Sumpf gleicht, dem man nicht entkommen kann. Jana Bürgelin porträtiert in Millennials eine Generation des Nebeneinanders, der Unverbindlichkeit, des Opportunismus, der Unsicherheit und des Steckenbleibens: Fast episodisch und ganz beiläufig erzählt, mit klarem Blick auf Verhältnisse und Individuen.


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17 18/02

Berlinale 2017: "Ana, mon amour" von Călin Peter Netzer

Dass die gemeinsame Beschäftigung mit Nietzsche zwei junge Menschen an der Uni zusammenbringt, hätte dem Philosophen selbst wahrscheinlich eher weniger gut gefallen. Die heftige Panikattacke, die Ana (Diana Cavilloti) am Ende der Eröffnungssequenz packt und zu Boden wirft, dürfte dem notorischen Phobiker und Propheten des oftmals falsch verstandenen „Übermenschen" hingegen vertraut sein. Zunächst ist Toma (Mircea Postelnicu) noch erschrocken, später aber, wenn die zwei dann ein richtiges Paar sind, stellt sich fast schon so etwas wie Routine ein. Die Attacke, die Ana schüttelt, ist keine Ausnahme, sondern eher die Regel, denn Ana ist psychisch krank - und das wird die Beziehung der beiden in erheblicher Weise prägen.


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17 18/02

Berlinale 2017: Vlog Tag 8

Hoch die Hände, Wochenende. Aber vorher noch ein letzter Berlinale Vlog, in dem es um Männer geht, die zerstückelt werden. Mal mehr, mal weniger metaphorisch: Joaquim (Marcelo Gomes, BRA/POR 2017) erzählt vomersten brasilianischen Volkshelden. Logan (James Mangold, USA 2017) beendet die Geschichte um Wolverine und die X-Men.

 

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17 17/02

Berlinale 2017: "Have A Nice Day" von Liu Jian

Have A Nice Day (Hao ji le) klingt für einen wie Xiao Zhang wohl eher zynisch, denn der junge Mann ist verzweifelt. Und in der Verzweiflung begehen Menschen Fehler, machen Dinge, die nicht ihrem Charakter entsprechen. Sein Arbeitgeber hält den jungen Mann für einen guten Mitarbeiter. Bis dieser eine Tasche mit einer Millionen Yuan von seinem Boss klaut und sich absetzt.


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17 17/02

Berlinale 2017: "I Am Not Your Negro" von Raoul Peck

30 Seiten sind von James Baldwins unvollendetem Buchprojekt Remember this house nur fertiggestellt worden. Darin wollte der Autor die Geschichten der Bürgerrechtsaktivisten Malcom X, Martin Luther King und Medgar Evers verbinden, um von dem Leben und der Realität der Schwarzen in den USA zu erzählen. 30 Jahre nach seinem Tod hat nun der Filmemacher Raoul Peck aus diesem Material den kraftvollen, packenden und aufrüttelnden Dokumentarfilm I Am Not Your Negro inszeniert, in dem er in einer Montage aus Baldwins Worten und medialen Bildern Rassismus, Identität, Geschichte, kollektive Leugnung und Scham erforscht.


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17 17/02

Berlinale 2017: "The King's Choice" von Erik Poppe

Es war das Volk, das den dänischen Prinzen Carl zum König Håkon VII. von Norwegen wählte. Im Zuge der Vertragsverhandlungen der Trennung Norwegens von Schweden wurde die konstitutionelle Monarchie als Staatsform festgelegt und der dänische Prinz als König vorgeschlagen. Er verlangte eine Volksabstimmung, die positiv ausfiel. Es ist dieser Wille des Volkes, der Håkons Handeln bestimmte, er mischte sich in politische Entscheidungen kaum ein, schaffte die Balance zwischen Repräsentation und Volksnähe.


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17 17/02

Berlinale 2017: "Joaquim" von Marcelo Gomes

Marcelo Gomes' Joaquim soll eigentlich die Geschichte des ersten brasilianischen Nationalhelden Tiradentes erzählen. Doch Gott sei Dank hat Gomes sich nicht an die üblichen Standards für Biopics gehalten und macht aus diesem Porträt eines Mannes das Porträt einer ganzen Periode dieser noch portugiesischen Kolonie, die die Wurzeln der heutigen brasilianischen Gesellschaft und deren Verwerfungen perfekt historisch einordnet.


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