Wong Kar Wai wurde 1958 in Shanghai geboren. Als er fünf Jahre alt war, emigrierte er mit seiner Familie nach Hongkong. Nach seinem Graphikdesign-Studium an der Hong Kong Polytechnic School ging er als Produktionsassistent zum Fernsehen. Danach wandte er sich dem Drehbuchschreiben fürs Kino zu, wobei er sich rasch einen guten Ruf erschrieb. Er erhielt Aufträge für ungefähr zehn Komödien, Krimis und „Weepies“, wozu auch The Final Victory (1987) gehörte, den sein Mentor Patrick Tam inszenierte.

Tam produzierte auch Wong Kar Wais Regie-Debüt As Tears Go By (1988) und ermöglichte es ihm, dabei zum ersten Mal mit der Schauspielerin Maggie Cheung zu arbeiten. Der Film brachte ihm viel Anerkennung in Cannes ein, wo er für die Sektion Semaine de la Critique ausgewählt wurde.

1990 versammelte Wong Kar-wai die Crème der jungen Hongkonger Stars, um einen seiner ehrgeizigsten Filme, Days of Being Wild, zu realisieren. Der drei Jahre später entstandene Ashes of Time brachte Kameramann Chris Doyle 1994 den Preis für die Beste Kamera bei den Filmfestspielen von Venedig ein.

Noch während der Postproduktions-Phase von Ashes of Time drehte Wong Kar Wai mit dem ultramodernen, schnellen und leichtfüßigen Chungking Express (1994) einen Film, der ihm den Ruf eines „chinesischen Quentin Tarantino“ in der angelsächsischen Presse eintrug. Und in der Tat erreichte er mit seinen nachfolgenden Filmen ähnlichen Kultstatus wie Tarantino.

1995 entstand Fallen Angels, der auf der Idee zu einer Szene beruht, die Kar Wai ursprünglich für Chungking Express geschrieben hatte. Danach drehte er Happy Together, einen kühnen Film, der die Geschichte zweier chinesischer Homosexueller erzählt, die während der Rückgabe Hongkongs an China im argentinischen Exil leben. Für diesen Film erhielt Wong Kar-wai 1997 in Cannes den Preis für die Beste Regie.

2000 präsentierte er In The Mood For Love in Cannes, und Hauptdarsteller Tony Leung erhielt den Preis für den Besten Darsteller. Außerdem wurde In The Mood For Love mit dem Europäischen Filmpreis als Bester nichteuropäischer Film des Jahres 2000 ausgezeichnet.

Während der Arbeit an dem beeindruckenden Liebesfilm 2046 hatte Wong Kar Wai Gelegenheit sich auch anderen Projekten zuzuwenden. Darunter ein Kurzfilm für die BMW-Internetserie The Hire (zu der auch Ang Lee, John Frankenheimer und John Woo Beiträge lieferten) und das Musikvideo Six Days für DJ Shadow. Zudem drehte er mit Gong Li und Chang Chen in den Hauptrollen die Eröffnungsepisode des aus drei Teilen bestehenden Films Eros, dessen Mittelstück von Steven Soderbergh und dessen dritter Teil von Michelangelo Antonioni stammt.

Im Jahr 2006 war Wong Kar Wai Vorsitzender der Internationalen Jury beim Filmfestival von Cannes, auf dem er 2007 auch die Weltpremiere seines ersten in den USA gedrehten Films My Blueberry Nights feierte.

Filmographie — Wong Kar Wai (Auswahl)

2010
The Grand Master
The Lady From Shanghai

2008
Ashes of Time Redux

2007
There’s Only One Sun
My Blueberry Nights
Chacun son cinéma (Segment: I Travelled 9000 km To Give It To You)

2004
Eros (Co-Regie mit Michelangelo Antonioni und Steven Soderbergh)
2046

2000
In The Mood For Love

1997
Happy Together

1995
Fallen Angels

1994
Chungking Express
Ashes Of Time

1991
Days Of Being Wild

1988
As Tears Go By

Foto (C) Prokino Filmverleih
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