Taylor Hackford

Taylor Hackford

Taylor Hackford begann seine Laufbahn in der Unterhaltungsindustrie bei KCET, einem öffentlichen Sender in Los Angeles, wo er einer der Ersten war, der Rock’ n’ Roll-Sendungen ins amerikanischen Fernsehen brachte und dort etablierte.

Er erschuf auch etliche preisgekrönte Dokumentarfilme für die Kulturredaktion des Senders und fungierte außerdem als investigativer Reporter für die Nachrichtenredaktion; für seine journalistische Tätigkeit wurde er mit einem Associate Press Award sowie zwei Emmy Awards ausgezeichnet.

1979 wurde ihm für seinen ersten Film, Teenage Father, ein Oscar in der Kategorie Bester Live-Action Kurzfilm verliehen. Sein Spielfilmdebüt gab er dann 1980 mit Alle meine Stars mit Ray Sharkey und Peter Gallagher in den Hauptrollen.

Sein zweiter Spielfilm, Ein Offizier und Gentleman, mit Richard Gere und Debra Winger in den Hauptrollen, wurde 1982 zu einem großen Publikumserfolg und erhielt auch von den Kritikern viel Lob. Er wurde fünf Mal für den Oscar nominiert und gewann in zwei Kategorien: Louis Gosset, Jr. wurde als Bester Nebendarsteller und "Up Where We Belong" als Bester Originalsong ausgezeichnet. Zusätzlich bekam Hackford für seine herausragende Leistung eine Nominierung vom Verband der Regisseure, der Directors Guild of America.

Bei all seinen weiteren Filmen betätigte sich Taylor Hackford gleichzeitig als Regisseur und Produzent, darunter z.B. in Gegen jede Chance mit Jeff Bridges, Rachel Ward und James Woods, White Nights – Nacht der Entscheidung mit Mikhail Baryshnikov, Gregory Hines, Helen Mirren und Isabella Rossellini, Ein Leben voll Leidenschaft mit Dennis Quaid, Jessi-ca Lange und John Goodman sowie der gefeierte Dokumentarfilm Chuck Berry: Hail! Hail! Rock ’n’ Roll mit Chuck Berry und Keith Richards.

Hackford gründete die Produktionsfirma New Visions Pictures, um mit anderen Regisseuren qualitativ hochwertige Filme mit bescheideneren Budgets zu realisieren. Zu seinen Produktionen gehören u.a. der hoch gelobte Der lange Weg mit Sissy Spacek und Whoopi Goldberg, Queens Logic mit einem Ensemble-Cast, darunter John Malkovich, Kevin Bacon, Joe Mantegna, Jamie Lee Curtis und Linda Fiorentino, Tödliche Gedanken mit Demi Moore, Glenn Headley und Bruce Willis sowie Wehrlos mit Barbara Hershey, Mary Beth Hurt und Sam Shepard.

Seit seiner Zeit als freiwilliges Mitglied des Friedenscorps in Südamerika (1968-69) ist Hackford von der lateinamerikanischen Kultur in all ihren Facetten fasziniert; so entwickelte und produzierte er außerdem La Bamba den Biopic über Ritchie Valens, durch den Lou Dia-mond Phillips in seiner Filmkarriere durchstartete. Mit einem Drehbuch und unter der Regie von Luis Valdez wurde La Bamba zu einem Überraschungserfolg und eröffnete vielen Latino-Künstlern in Hollywood neue Möglichkeiten.

Fünf Jahre später kehrte Taylor Hackford erneut ins Regiemetier zurück und realisierte ein episches Drama über East L.A., Blood In, Blood Out – Verschworen auf Leben und Tod, für den er 1993 auf dem Filmfestival in Tokio mit dem Preis für die Beste Regie ausgezeichnet wurde. In seinem darauffolgenden Spielfilm, Stephen Kings Dolores Claiborne spielten Kathy Bates und Jennifer Jason Lee die Hauptrollen; Dolores war 1995 auf den Filmfestspielen in Venedig, Deauville und Tokio zu sehen.

1996 entdeckte er unveröffentlichtes Dokumentarfilm-Material zum legendären Boxkampf und die Titelverteidigung zwischen Muhammed Ali und George Foreman in Zaire, Afrika. Das Original-Material war 1974 vom Filmemacher Leon Gast gedreht worden; Hackford setzte es zu einem Dokumentarfilm ganz neu zusammen. Er führte dazu auch aktuelle Interviews mit Spike Lee, Norman Mailer, George Plimpton u.v.a. und ließ so im Schneideraum in Ergänzung des historischen Materials den ganzen Hype, die Politik und die Figuren um jenes legendäre Ereignis wieder lebendig werden. Der vollendete Film, When We Were Kings – Einst waren wir Könige, war 1996 auf den Sundance Film Festival ein großer Hit und wurde 1997 mit einem Oscar in der Kategorie Bester Dokumentarfilm ausgezeichnet.

1998 führte Hackford bei dem weltweit erfolgreichen und von der Kritik gefeierten Film Im Auftrag des Teufels Regie. In dieser zeitgenössischen Fabel, die in der Welt der mächtigen New Yorker Juristen spielt, verkörpern Al Pacino und Keanu Reeves die Hauptrollen. 2001 realisierte Hackford den spannungsgeladenen Thriller Lebenszeichen — Proof of Life mit Meg Ryan, Russell Crowe und David Morse, basierend auf William Prochnaus Vanity Fair-Artikel Adventures in the Ransom Trade, in dem über den wahren Fall der Entführung des amerikanischen Geschäftsmannes Thomas Hargrove berichtet wurde.

2004 drehte Hackford seinen "Traumfilm", eine Biographie des Musikers Ray Charles. Der Film erhielt zahlreiche Oscar-Nominierungen und Hauptdarsteller Jamie Foxx wurde schliesslich die Trophäe für den "besten Darsteller" überrreicht.
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