Michael Haneke

Michael Haneke

1942 in München geboren, wuchs Michael Haneke in Österreich auf und drehte dort seine frühen Filme. Mittlerweile lebt und arbeitet er in Frankreich.

In Wien studierte Michael Haneke zunächst Philosophie, Psychologie und Theaterwissenschaft, bevor er 1967 für drei Jahre als Fernsehspielredakteur zum Südwestfunk nach Baden-Baden ging. Im Jahre 1970 begann er als freier Theaterregisseur (u.a. in Stuttgart, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, München, Berlin und Wien), ab 1974 an eigenen Fernsehfilmprojekten zu arbeiten – dies fast ausnahmslos in der Personalunion Drehbuchautor/Regisseur.

Literaturadaptionen spielten bei seinen TV-Arbeiten eine wichtige Rolle. So basierte sein erster Film ...und was kommt danach? (1974) auf einem Hörspiel von James Saunders. Weitere Literaturverfilmungen waren Drei Wege zum See nach Ingeborg Bachmann, Wer war Edgar Allan? (1984) nach Peter Rosei, Die Rebellion (1993) nach Joseph Roth, sowie Das Schloss (1997) nach Franz Kafka.

Mit seinem ersten Kinofilm Der siebente Kontinent (1989) wurde Michael Haneke von Pierre-Henri Deleau für die Quinzaine des Réalisateurs in Cannes entdeckt und gewann unter anderem den Bronzenen Leopard beim Internationalen Film Festival in Locarno.

Auf diesen ersten Teil seiner Trilogie über die "emotionale Vergletscherung" der postindustriellen Konsumgesellschaft folgten Benny’s Video (1991/92), und 71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls (1994).

Funny Games mit Susanne Lothar und Ulrich Mühe war 1997 Hanekes erster offizieller Wettbewerbsbeitrag in Cannes, es folgten Code unbekannt (Code inconnu, mit Juliette Binoche und Sepp Bierbichler) im Jahre 2000, Die Klavierspielerin (La Pianiste, mit Isabelle Huppert, Annie Girardot und Benoit Magimel, 2001), nach dem gleichnamigen Roman von Elfriede Jelinek, Wolfzeit (Le temps du loup, mit Isabelle Huppert, Beatrice Dalle und Patrice Chereau, 2003) und Caché mit Juliette Binoche, Daniel Auteuil und Anni Girardot (2005).

Mit seinem Film Das weiße Band - Eine deutsche Kindergeschichte konnte Michael Haneke 2009 die begehrte Goldene Palme bei den Filmfestspielen von Cannes gewinnen.

Filmographie - Michael Haneke (Auswahl)

2009
Das weiße Band - Eine deutsche Kindergeschichte

2007
Funny Games (Funny Games U.S.)

2005
Caché

2003
Le Temps du Loup (Wolfzeit)

2001
La Pianiste (Die Klavierspielerin)

2000
Code inconnu: Récit incomplet de divers voyages (Code unbekannt)

1997
Funny Games
Das Schloß

1996
Lumière et compagnie (Segment "Michael Haneke/Vienne")

1994
71 Fragmente einer Chronologie des Zufalls

1993
Die Rebellion (TV)

1992
Benny’s Video

1991
Nachruf für einen Mörder (TV)

1989
Der Siebente Kontinent

1986
Fraulein (TV)

1984
Wer war Edgar Allan? (TV)

1983
Variation (TV)

1979
Lemminge, Teil 1 Arkadien (TV)
Lemminge, Teil 2 Verletzungen (TV)

1976
Sperrmüll (TV)
Drei Wege zum See (TV)

1974
After Liverpool (...und was kommt danach?) (TV)

Foto © Prokino
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Schon der Titel lässt vermuten, was den Zuschauer in Hanekes Film Happy End ganz sicher nicht erwartet: ein glückliches Ende. Dennoch hat man nach der Premiere bei den Filmfestspielen von Cannes den Eindruck, dass sich in das grimmige Familiendrama neue und für Haneke ziemlich unbekannte Zwischentön [...]
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