Martina Gedeck

Martina Gedeck

Martina Gedeck wurde am 14. September 1961 in München geboren und verbrachte ihre Kindheit in Landshut und Berlin. Nach dem Abitur studierte sie Schauspiel am Max-Reinhardt-Seminar an der Berliner Hochschule der Künste.

Ihr Bühnendebüt gab sie am Frankfurter Theater am Turm. Später spielte Gedeck am Deutschen Schauspielhaus Hamburg, an den dortigen Kammerspielen, auf Kampnagel in Hamburg und am Schauspielhaus Basel. 2005 gastierte sie am Deutschen Theater Berlin.

Martina Gedecks Filmkarriere begann noch während des Studiums mit der Hauptrolle in Dominik Grafs Fernsehfilm Die Beute (1988) und seinem Kinofilm Tiger, Löwe, Panther (1989). Zuvor hatte sie bereits einige kleinere Rollen in TV-Serien gespielt. Es folgten weitere Episoden-Rollen in mehreren TV-Serien, bevor sie für ihre Darstellung der Hölleisengretl (1995) von Jo Baier erstmals den Bayerischen Fernsehpreis erhielt.

Von Publikum und Kritik gleichermaßen gefeiert und mit Preisen überhäuft war Bella Martha (2001), der in Hollywood unter dem Titel Mostly Martha neu verfilmt wurde. Zuvor musste Martina Gedeck jedoch einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen, als ihr Lebengefährte, der Schauspieler Ulrich Wildgruber, 1999 Selbstmord verübte.

Im Jahr 2003 war Martina Gedeck Mitglied der Internationalen Jury der Berlinale und erhielt die Goldene Kamera.

Martina Gedecks Filmographie umfasst mittlerweile über 50 Produktionen in nahezu allen Filmgenres. 2005 drehte die in Berlin lebende Schauspielerin ihre ersten internationalen Produktionen The Good Shepherd unter der Regie von Robert de Niro sowie Francis Girods L’ami parfait.

Martina Gedeck wurde mit 14 Film- und Fernsehpreisen ausgezeichnet, darunter der Deutsche Fernsehpreis, der Adolf-Grimme-Preis, der Bayerische Filmpreis und der Deutsche Filmpreis.

Filmographie — Martina Gedeck (Auswahl)

2010
Agnosia (Regie: Eugenio Mira)
Jud Süss — Film ohne Gewissen (Regie: Oskar Roehler )

2009
Sisi (TV) (Regie: Xaver Schwarzenberger)
Tris di donne & abiti nuziali (Regie: Vincenzo Terracciano)

2008
Geliebte Clara (Regie: Helma Sanders-Brahms)
Der Baader-Meinhof Komplex (Regie: Uli Edel)

2007
Meine schöne Bescherung (Regie: Vanessa Jopp)
Verlassen (TV) (Regie: Christoph Stark)

2006
The Good Shepherd (Der gute Hirte, Regie: Robert de Niro)
Auf ewig und einen Tag (TV) (Regie: Markus Imboden)
Un ami parfait (Regie: Francis Girod)
Sommer 04 (Regie: Stephan Krohmer)

2005
Das Leben der Anderen (Regie: Florian Henckel v. Donnersmarck)
Elementarteilchen (Regie: Oskar Roehler)

2004
Live Movie Feuer in der Nacht (TV) (Regie: Kai Wessel)
11011 Berlin – Am Puls der Macht (TV) (Regie: Markus Imboden)

2003
Der Stich des Skorpion (TV) (Regie: Stefan Wagner)
Das blaue Wunder (TV) (Regie: Peter Kahane)
Casanova (TV) (Regie: Richard Blank)
Hunger auf Leben (TV) (Regie: Markus Imboden)

2002
Bella Martha (Regie: Sandra Nettelbeck)
Geheime Geschichten (TV) (Regie: Christine Wiegand)
Ins Leben zurück (TV) (Regie: Markus Imboden)
Unsere Mutter ist halt anders (TV) (Regie: Franziska Buch)
Die Mutter (TV) (Regie: Matti Geschonneck)

2001
Andreas Hofer 1809 (TV) (Regie: Xaver Schwarzenberger)
Verlorenes Land (TV) (Regie: Jo Baier)

2000
Oh Palmenbaum (TV) (Regie: Xaver Schwarzenberger)
Romeo (TV) (Regie: Hermine Huntgeburth)
Jenseits der Liebe (TV) (Regie: Matti Geschonneck)

1999
Private Lies (TV) (Regie: Sherry Hormann)
Happy Hour (TV) (Regie: Xaver Schwarzenberger)

1998
Viehjud Levi (Regie: Didi Danquart)
Alles Bob (Regie: Alexander Otto Jahreiss)
Grüße aus der grünen Wüste (Regie: Anno Saul)
Deine besten Jahre (TV) (Regie: Dominik Graf)
Ich habe nein gesagt (TV) (Regie: Markus Imboden)

1997
Frau Rettich, die Czerni und ich (Regie: Markus Imboden)
Der Laden (TV) (Regie: Jo Baier)
Single Bells (TV) (Regie: Xaver Schwarzenberger)
Bella Block (TV) (Regie: Markus Imboden)
Die Kriminalpsychologin (TV) (Regie: Konrad Sabrautzky)

1996
Das Leben ist eine Baustelle (Regie: Wolfgang Becker)
Harald (Regie: Jürgen Egger)
Rossini (Regie: Helmut Dietl)
Frauen lügen nicht (Regie: Michael Juncker)
Rosa Roth – Langer Samstag (TV) (Regie: Carlo Rola)

1995
Stadtgespräch (Regie: Rainer Kaufmann)
Wer Kollegen hat, braucht keine Freunde (TV) (Regie: Martin Enlen)
Der schönste Tag (TV) (Regie: Jo Baier)

1994
Der bewegte Mann (Regie: Sönke Wortmann)
Die Hölleisengretl (TV) (Regie: Jo Baier)

1992
Krücke (Regie: Jörg Grünler)
Barmherzige Schwestern (Regie: Annelie Runge)

1989
93 Hard Days — Hard Nights (Regie: Horst Königstein)
Liebling Kreuzberg (TV) (Regie: Werner Masten)
Schulz und Schulz (TV) (Regie: Ilse Hofmann)

1988
Tiger, Löwe, Panther (Regie: Dominik Graf)

1986
Die Beute (TV) (Regie: Dominik Graf)
Filmstill zu Und wer nimmt den Hund? (2019)
Und wer nimmt den Hund? (2019) von Rainer Kaufmann
Kritik

Und wer nimmt den Hund? (2019)

In Sven Taddickens „Gleißendes Glück“ arbeiteten sich Martina Gedeck und Ulrich Tukur als unglückliche Ehefrau und pornosüchtiger Neuropsychologe aneinander ab. Rainer Kaufmann schickt die zwei in seiner neuen Komödie abermals in Therapie.
Zwei Herren im Anzug von Josef Bierbichler
Zwei Herren im Anzug von Josef Bierbichler
Kritik

Zwei Herren im Anzug (2018)

Auf der Grundlage seines eigenen Romans „Mittelreich“ erschafft Josef Bierbichler in „Zwei Herren im Anzug“ ein opulent-barockes Drama, das Familien- und Zeitgeschichte zusammendenkt und der Gefühslduseligkeit des Heimatfilms etwas ganz Eigenes entgegensetzt.