Lars von Trier

Lars von Trier

Lars von Trier wurde 1956 geboren und schloß 1983 die Dänische Filmschule ab. Er wird allgemein als der Kopf hinter dem derzeitigen Revival dänischer Filme angesehen. Nicht zuletzt wegen seiner zentralen Rolle bei Dogma95 hat er bedeutenden Einfluß auf eine neue Generation von Regisseuren sowohl in seinem Heimatland als auch in der gesamten Welt.

Sein Filmschaffen reicht von Avantgarde zur Re-Interpretation klassischer Genres. Seine frühesten Kurzfilme waren stylistisch erfinderische Erforschungen von Themen und Symbolen, die später eine zentrale Rolle in seine Filmen spielen sollten. von Trier entwickelte eine cinematographische Ausdrucksweise, die zugleich äußerst symbolisch und intensiv emotional war.

Lars von Trier etablierte sich sowohl in Dänemark als auch international mit der „Europa Trilogie“. Die zukünftigen Traumata eines Europas beleuchtend, ist die Europa Trilogie durch einen persönlichen, experimentellen Stil geprägt. Die Trilogie besteht aus The Element of Crime (1984), Epidemic (1987) und Europa(Zentropa, 1991)

Im Jahr 1991 gründeten Lars von Trier und der Produzent von Europa Peter Aalbæck Jensen ihre eigene Produktionsfirma, Zentropa Entertainments, die sich zu einer führenden Kraft der skandinavischen Filmproduktion entwickelt hat.

Lars von Trier hat zwei TV-Produktionen gemacht: Medea im Jahr 1988 und The Kingdom I & II (Geister I & II)in den Jahren 1994 und 1997, letztere gemeinsam mit Morten Arnfred. Mit der Serie The Kingdom entwickelte von Trier eine Technik, die es einfacher machte, sich auf die Geschichte und die Schauspieler zu konzentrieren. Es war eine Einsicht, die ihn später das Dogma-Konzept entwickeln ließ. The Kingdom wurde hauptsächlich mit Handkamera gedreht, wobei er die üblichen Regeln von Licht, Continuity und Schnitt ignorierte, was in verzerrten Farben und körnigen Bildern resultierte. Die Serie wurde zu seinem ersten großen Erfolg und erlaubte es ihm, sein nächstes Projekt zu finanzieren.

Die zweite „Goldherz Trilogie“ wurde inspiriert von einem sentimentalen Kinderbuch aus von Triers Kindheit, bei dem ein Mädchen sich stets für andere opfern will. Die Trilogie besteht aus Breaking the Waves (1996), Idioten (1998) und Dancer in the Dark (2000).

Im Jahr 1995 präsentierte Lars von Trier das Dogma95 Manifest mit seinem „Keuchheitsschwur“, das zehn Regeln des Filmemachens festlegte. Das Manifest war unterzeichnet von Lars von Trier und Thomas Vinterberg (Das Fest, Gewinner des Jurypreises in Cannes).

Alle Spielfilme von Lars von Trier wurden im Wettbewerb des Filmfests Cannes präsentiert, sie gewannen sieben Preise, einschließlich des Jurypreises für Breaking the Waves und die Goldene Palme für Dancer in the Dark. Seine Spielfilme und seine Fernseharbeiten haben außerdem eine Vielzahl von Preisen gewonnen, u.a. auch eine Oscar-Nominierung für Emily Watson in Breaking the Waves.

Lars von Trier arbeitet derzeit an seiner dritten Trilogie „USA – Land der Möglichkeiten“, wovon Dogville der erste Film war. Der zweite Teil der Trilogie, Manderlay, ist derzeit in Pre-Produktion in Filmbyen in Dänemark.

Ab 2006 will Lars von Trier seiner Karriere eine neue Dimension hinzufügen, wenn er Richard Wagners „Der Ring der Nibelungen“ für die Bayreuther Festspiele inszenieren wird. Vorbereitungen für die Oper haben bereits begonnen.

Filmographie — Lars von Trier

2011
Melancholia

2009
Wasington
Antichrist

2007
Chacun son cinéma (Chacun son cinéma — Jedem sein Kino, Segment: Occupations)

2006
Direktøren for det Hele (The Boss of It All)

2005
Manderlay

2003
Dogville
The Five Obstructions (Co-Regie: Jørgen Leth)

2000
D-Day (gemeinsames Dogma-Projekt mit Thomas Vinterberg, Søren Kragh-Jacobsen und Kristian Levring)
Dancer in the Dark

1998
Idioten (Idioterne)

1997
The Kingdom V – VIII (TV) (Geister, gemeinsam mit Morten Arnfred)

1996
Breaking the Waves

1994
Das Lehrerzimmer I – VI (Lærerværelset) (TV)
The Kingdom I – IV (TV) (Geister, gemeinsam mit Morten Arnfred )

1991
Europa / Zentropa

1988
Medea (TV)

1987
Epidemic

1984
The Element of Crime (Forbrydelsens Element)

1982
Befrielsesbilleder (Bilder der Befreiung)

1981
Den Sidste Detalje (Das letzte Detail) Kurzfilm

1980
Nocturne, Kurzfilm

1979
Menthe – La Bienheureuse, Amateurkurzfilm

1977
Orchidégartneren, Amateurkurzfilm
Nymphomaniac 1 von Lars von Trier
Nymphomaniac 1 von Lars von Trier
Kritik

Nymphomaniac 1 (2013)

Wovon erzählt man, wenn das Ende der Geschichte bereits stattgefunden hat? Was bleibt übrig nach dem Ende der Welt? Welche Bilder sind überhaupt noch denk-, fühl- und sichtbar, wenn soeben mit großem Getöse das letzte Licht auf der Erde erloschen ist? Angesichts dieser Fragen, die einem […]
Bild zu The House That Jack Built von Lars Von Trier
The House That Jack Built von Lars Von Trier - Filmbild 1
Kritik

The House That Jack Built (2018)

In seinem neuen Film “The House That Jack Built” schildert Lars von Trier den Werdegang und die (künstlerische) Entwicklung eines Serienkillers im Spiegel von 5 seiner Taten. Ein radikales und überaus brutales Werk, das verstört und abstößt – und vielleicht genau dies beabsichtigt.