Der ungarische Regisseur István Szabó zählt zu den großen Persönlichkeiten des europäischen Films, und zwar sowohl wegen seines beeindruckenden Werkes als auch wegen seines politischen und sozialen Engagments. István Szabó wurde am 18. Februar 1938 in Budapest geboren. Nach seinem Studienabschluss im Fach Regie an der renommierten ungarischen Hochschule der Künste für Theater und Film führte er bereits 1964, mit 26 Jahren, bei seinem ersten Spielfilm Regie: Zeit der Träumereien (Àlmodozásko kora) brachte ihm in Locarno den Silver Sail und auf dem Ungarischen Filmfestival den Preis für die Beste Regie ein. So wurde Szabó zu einer Leitfigur in einer neuen Generation ungarischer Filmemacher der 60er Jahre — und noch 40 Jahre gehört er zu den wichtigsten Filmschaffenden der ungarischen Filmindustrie.

Szabó hat etliche Auszeichnungen und Nominierungen erhalten, darunter für Vater (Apa; 1966) den Spezialpreis der Jury in Locarno sowie den Preis des Ungarischen Filmfest für die Beste Regie; für Tüzoltó ucta 25 (25 Fireman's Street; 1973) den Großen Preis der Jury in Locarno; für Vertrauen (Bizalom; 1980) den Silbernen Bären in Berlin sowie eine Nominierung für den Oscar; für Mephisto (1981) einen Oscar als Bester Ausländischer Film, den FIPRESCI Award für das Beste Drehbuch in Cannes sowie Kritikerpreise in England, Italien und Polen; für Oberst Redl (1985) den Sonderpreis der Jury in Cannes, den BAFTA als Bester Ausländischer Film sowie eine Oscar-Nominierung; für Hanussen (1988) eine Oscar-Nominierung in der Kategorie Bester Ausländischer Film; und für Liebe Emma, süße Böbe (Édes Emma, drága Böbe — vázlatok, aktok; 1992) den Silbernen Bären in Berlin sowie den Europäischen Drehbuchpreis.

Die erste Zusammenarbeit von Produzent Robert Lantos mit Szabó war der begeistert gefeierte Film Sunshine — Ein Hauch von Sonnenschein (Sunshine; 1999), für den der Regisseur — wie für die meisten seiner Filme — auch das Drehbuch verfasst hatte. Die Hauptrolle spielte Ralph Fiennes mit der Unterstützung einer begabten internationalen Schauspielerbesetzung, und dieser Film traf beim Publikum und bei der Kritik einen Nerv.

Im Jahre 2001 führte Szabó Regie bei Taking Sides — Der Fall Furtwängler nach einem Drehbuch von Ronald Harwood. Für diesen Film gewann er einen Preis der Jury auf dem Internationalen Festival der Action- und Abenteuerfilme in Frankreich, außerdem in der Kategorie Beste Regie einen Silver Ombú Award auf dem Filmfestival in Mar del Plata, Argentinien. Zu seinen preisgekrönten Kurzfilmen gehören Variations on a Theme, Concert, You, Dream About a House und City Map. In Montreux gewann er für seinen TV-Film Offenbach's Secret den Preis für eine herausragende Leistung; zu seinen weiteren Fernsehfilmen gehören Premiere, The Green Bird, Catsplay, Bali, und Steadying the Boat. Auch am Theater ist er ein renommierter Regisseur verschiedener Operninszenierungen, darunter der Tannhäuser an der Opera de Paris, Boris Godunow an der Oper in Leipzig und Il Trovatore an der Wiener Staatsoper. Neben seiner Regiearbeit ist István Szabó an verschiedenen Filmhochschulen als Gastdozent tätig, darunter in London, Berlin und Wien, wo er das Fach Filmgeschichte lehrt.

Foto (C) Concorde Film
Bild zu Final Report (2020) von István Szabó
Final Report (2020) von István Szabó - Filmstill
Film

Final Report (2020)

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