Isabelle Huppert

Isabelle Huppert

Bereits im zarten Alter von 14 Jahren nahm die am 16. März 1955 in Paris geborene Isabelle Huppert Schauspielunterricht am Conservatoire de Versailles. Dies war der Startpunkt für eine Karriere, die sie zu einer der bekanntesten Schauspielerinnen des europäischen Films werden ließ.

In ihrer langjährigen Karriere wirkte Isabelle Huppert bereits in über 80 Filmen mit, die nahezu die gesamte Bandbreite des europäischen Kinos abdecken. Zu ihren bekanntesten Werken zählen La Dentellière (Die Spitzenklöpplerin, 1977), der ihr den Best Newcomer Award in England einbrachte, Violette Nozière (1978), für den sie in Cannes den Preis als Beste Schauspielerin gewann, sowie Les Soeurs Brontë (Die Schwestern Brontë, 1979), La Vera Storia della Signora delle Camelie (Die Kameliendame, 1980).

Weitere Erfolge feierte Huppert mit Passion (1982), Coup de Torchon (Der Saustall, 1981), La Truite (Eine Frau wie ein Fisch, 1982), Storia di Piera (Die Geschichte der Piera, 1982) und Heaven’s Gate (1980). Dieser Film Michael Ciminos, wohl einer der spektakulärsten Flops der Filmgeschichte, sorgte übrigens auch dafür, dass Isabelle Huppert dem US-amerikanischen Publikum weitgehend unbekannt blieb - sie galt fortan für die großen Hollywood-Studios als "Kassengift".

Außerdem trat Isabelle Huppert auf in Amateur (1994), The Bedroom Window (Das Schlafzimmerfenster, 1987), Sauve qui peut (Rette sich, wer kann (das Leben), 1980), Les Destinées Sentimentales (2000), Signé Charlotte (1984), Les Possédés (Die Dämonen, 1987) und in Une Affaire de Femmes (Eine Frauensache, 1988), für den man sie in Venedig als Beste Darstellerin auszeichnete. Auf der Berlinale erhielt sie den Darstellerinnen-Preis für Malina (1990), auf dem Filmfestival von Moskau die selbe Auszeichnung für Madame Bovary (1991). Es folgten die Werke La Separation (1994) und La Cérémonie (Biester, 1995), der ihr einen César und den Darstellerpreis in Venedig einbrachte.

In jüngerer Zeit sah man Isabelle Huppert in Merci pour le Chocolat (Süßes Gift, 2000), für den sie den Darstellerpreis in Montreal gewann, in Michael Hanekes kontroversem Drama Die Klavierspielerin (2001, Europäischer Filmpreis, Beste Darstellerin in Cannes und Seattle), 8 Femmes (8 Frauen, 2002), Gewinner des Europäischen Filmpreises und des Ensemblepreises auf der Berlinale sowie des Darstellerpreises in Moskau, und in Saint-Cyr (Die Schule der verlorenen Mädchen, 2000).

2003 trat sie in Ma Mère und in Le Temps du Loup (Wolfzeit) auf. 2005 spielte sie in David O. Russells Komödie I Heart Huckabees. Im selben Jahr konnte sie das deutsche Kinopublikum in Les Soeurs Fâchées (Die ungleichen Schwestern) von Alexandra Leclère bewundern. 2006 kam das Beziehungsdrama Gabrielle von Patrice Chéreau in Deutschland ins Kino.

Einige der weltbesten Regisseure setzten bereits auf die Talente der vielseitigen Schauspielerin, darunter Claude Chabrol, Michael Cimino, Joseph Losey, Jean-Luc Godard, Marco Ferreri, Andrzej Wajda, François Ozon, Michael Haneke, Bertrand Tavernier, Olivier Assayas, Hal Hartley, Curtis Hanson und Patrice Chéreau.

Isabelle Huppert - Filmographie (Auswahl)

2010
Die Blutgräfin (Regie: Ulrike Ottinger)
Copacabana (Regie: Marc Fitoussi)
Sans queue ni tête (Regie: Jeanne Labrune)

2009
White Material (Regie: Claire Denis)
Villa Amalia (Regie: Benoît Jacquot)

2008
Un barrage contre le Pacifique (Regie: Rithy Panh)
Home (Regie: Ursula Meier)

2007
Médée miracle (Regie: Tonino De Bernardi)
L'amour caché (Regie: Alessandro Capone)

2006
Nue propriété (Regie: Joachim Lafosse)
L'ivresse du pouvoir (Geheime Staatsaffären, Regie: Claude Chabrol)

2005
Gabrielle (Regie: Patrice Chéreau)
Les Soeurs Fâchées (Die ungleichen Schwestern, Regie: Alexandra Leclère)
I Heart Huckabees (Regie: David O. Russell)

2003
Ma Mère (Regie: Christophe Honoré)
Le Temps du Loup (Wolfzeit, Regie: Michael Haneke)

2002
8 Femmes (8 Frauen, Regie: François Ozon)

2001
Die Klavierspielerin (Regie: Michael Haneke)

2000
Saint-Cyr (Die Schule der verlorenen Mädchen, Regie: Patricia Mazuy)
Merci pour le Chocolat (Süßes Gift, Regie: Claude Chabrol)
Les Destinées Sentimentales (Regie: Olivier Assayas)

1995
La Cérémonie (Biester, Regie: Claude Chabrol)

1994
La Separation (Regie: Christian Vincent)
Amateur (Regie: Hal Hartley)

1991
Madame Bovary (Regie: Claude Chabrol)

1990
Malina (Regie: Werner Schroeter)

1988
Une Affaire de Femmes (Eine Frauensache, Regie: Claude Chabrol)

1987
Les Possédés (Die Dämonen, Regie: Andrzej Wajda)
The Bedroom Window (Das Schlafzimmerfenster, Regie: Curtis Hanson)

1984
Signé Charlotte (Regie: Caroline Huppert)

1982
Storia di Piera (Die Geschichte der Piera, Regie: Marco Ferreri)
La Truite (Eine Frau wie ein Fisch, Regie: Joseph Losey)
Passion (Regie: Jean-Luc Godard)

1981
Coup de Torchon (Der Saustall, Regie: Bertrand Tavernier)

1980
Sauve qui peut (la vie) (Rette sich, wer kann (das Leben), Regie: Jean-Luc Godard)
Heaven’s Gate (Regie: Michael Cimino)
La Vera Storia della Signora delle Camelie (Die Kameliendame, Regie: Mauro Bolognini)

1979
Les Soeurs Brontë (Die Schwestern Brontë, Regie: André Téchiné)

1978
Violette Nozière (Regie: Claude Chabrol)

1977
La Dentellière (Die Spitzenklöpplerin, Regie: Claude Goretta)
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