Heinrich Breloer

Heinrich Breloer

Heinrich Breloer wurde am 17.2.1942 in Gelsenkirchen geboren. Er studierte von 1961 bis 1970 Literaturwissenschaft und Philosophie in Bonn und Hamburg. Seit 1972 arbeitet er als freier Autor und Regisseur, 1976 promovierte er an der Universität Hamburg.

Im Anschluss an sein Studium machte Heinrich Breloer als Journalist mit Film- und Fernsehkritiken auf sich aufmerksam. Ende der 70er Jahre begann seine Arbeit für das Fernsehen, wobei er sich in seiner Themenwahl auf die jüngere und jüngste deutsche Kultur-, Literatur- und Mediengeschichte konzentrierte und sie zunächst in Form von Dokumentarfilmen realisierte.

Im Laufe der Jahre entstanden so über 40 Produktionen, darunter Arbeiten über den jungen Bertolt Brecht (Bi und Bidi in Augsburg, WDR/NDR 1978), die zehnteilige Reihe Mein Tagebuch. Geschichten vom Überleben (NDR/ WDR 1980 und 1982) oder der Dreiteiler Geschichte des III. Fernsehprogramms (NDR 1986) sowie Eine geschlossene Gesellschaft (1987), eine Studie über ein katholisches Internat während der 50er Jahre in Deutschland.

1981 verfilmte Heinrich Breloer gemeinsam mit Horst Königstein den Arnold-Zweig-Roman Das Beil von Wandsbek (1982) – zum ersten Mal als Montage aus Dokumentation und Spielszenen, von ihnen „Offene Form“ genannt, eine der Keimzellen des Doku-Dramas, mit der sie im Fernsehen immer wieder für Aufsehen sorgten.

Es folgten Dokumentationen und Doku-Dramen wie Kampfname: Willy Brandt (1984), Die Staatskanzlei (1989), Kollege Otto – Die co op-Affäre (1991), Wehner – Die unerzählte Geschichte (1993) und Einmal Macht und zurück – Engholms Fall (1995) – Fernsehfilme, die sich politischer und zeitgeschichtlicher Themen annahmen und für die Heinrich Breloer nach eigener Recherche auch die Drehbücher verfasste. In dem Zweiteiler Todesspiel (1997) über den „Deutschen Herbst“ zeichnet Breloer die Entführung der Lufthansa-Maschine Landshut und die Entführung und Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer nach.

Für großes nationales wie internationales Aufsehen sorgte 2005 sein Doku-Drama Speer und Er, das erneut in Co-Autorenschaft mit Horst Königstein entstand. Speer und Er zeichnet ein differenziertes Bild des Hitler-Architekten Albert Speer, das sich vom öffentlichen lügenhaften Selbstbild Speers abhebt.

Filmographie – Heinrich Breloer (Auswahl)

2008
Buddenbrooks

2005
Speer und Er: Nachspiel – Die Täuschung (TV)
Speer und Er (TV)

2001
Unterwegs zur Familie Mann (TV)
Die Manns – Ein Jahrhundertroman (TV)

1997
Todesspiel (TV)

1995
Einmal Macht und zurück – Engholms Fall (TV)

1993
Wehner – Die unerzählte Geschichte (TV)

1991
Kollege Otto – Die co-op-Affäre (TV)

1989
Die Staatskanzlei (TV)
Jährliche Ermahnung (TV)

1987
Eine geschlossene Gesellschaft (TV)

1986
Geschichte der III. Fernsehprogramme (TV)
Das verlorene Gesicht. Eine Reise mit Erich Kästner (TV)

1984
Kampfname: Willy Brandt (TV)
Treffpunkt im Unendlichen. Die Lebensreise Klaus Manns (TV)

1982
Mein Tagebuch. Geschichten vom Überleben II (TV)
Das Beil von Wandsbek (TV) (Gemeinsam mit Horst Königstein)

1980
Mein Tagebuch. Geschichten vom Überleben (TV)

1978
Bi und Bidi in Augsburg (TV)
Bild zu Brecht von Heinrich Breloer
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Bertolt Brecht ist seit jeher umstritten. Heinrich Breloer präsentiert auf der Berlinale seinen Blick auf den meistgespielten Dramatiker des 20. Jahrhundert und konzentriert sich vor allem auf eins: Brechts Verhältnis zu seinen Frauen.