Hanns Zischler wurde am 18. Juni 1947 in Nürnberg geboren. Seine internationale Karriere von begann 1975 mit dem Roadmovie Im Laufe der Zeit, einem Wim Wenders-Film, der bei den Filmfestspielen in Cannes damals im Wettbewerb lief. In den 80er Jahren wurde er durch den Science-Fiction-Thriller Malevil, einer Verfilmung des gleichnamigen Romans von Robert Merle, in ganz Europa bekannt. Regie führte damals Christian de Chalonge.

1985 spielte er in Leidenschaften unter der Regie der italienischen Regisseurin Liliana Cavani. In den Jahren darauf war Hanns Zischler — neben vielen deutschen TV- und Kinofilmen – auch in Werken von Chantal Akerman, Robert van Ackeren und in Jean-Luc Godards Deutschland Neu(n) Null, einer TV-Produktion über die Wiedervereinigung Deutschlands, zu sehen.

Anfang der 90er Jahre spielte Zischler unter der Regie des britischen Filmemachers Andrew Birkin in Der Zementgarten (1993), ein abendfüllender Spielfilm nach dem gleichnamigen Roman von Ian McEwan. Danach war Zischler in zwei Filmen von István Szabó zu sehen: an der Seite von Ralph Fiennes in Sunshine – Ein Hauch von Sonnenschein (1999) und mit Harvey Keitel in Taking Sides – Der Fall Furtwängler (2001). Außerdem war er auch in Costa-Gavras kontroversem Drama Der Stellvertreter (Amen, 2002) zu sehen. Im Jahre 2000 erhielt er auf der Berlinale — als Teil des Schauspielerensembles – den Goldenen Bären für Rudolf Thomes Film Paradiso – Sieben Tage mit sieben Frauen .

Trotz des Fulltime-Jobs als Schauspieler fand Hanns Zischler noch Zeit und Energie, um philosophische Bücher (Jacques Derrida) zu übersetzen und als Kritiker und Filmhistoriker zu arbeiten. Neben vielen Artikeln, Essays und Büchern gab er auch einen Essay-Band über die deutsch-jüdische Dichterin Gertrud Kolmar sowie Bücher über Franz Kafka und seine Liebe zum Kino (Kafka geht ins Kino) und über den argentinischen Dichter Jorge Luis Borges heraus.

Zurzeit arbeitet Hanns Zischler an einem Buch über James Joyce und Kino und ist federführend an einem DVD-Projekt für das Berliner Museum für Naturgeschichte beteiligt.

Foto © Dreamworks LLC / Kurt Krieger
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