Charlotte Gainsbourg ist ein Liebling bedeutender europäischer Filmregisseure. Zweimal konnte sie den César, das französische Oscar-Äquivalent, gewinnen, zunächst als 15-Jährige für Claude Millers Das freche Mädchen (L’effrontée, 1985) als Beste Nachwuchssschauspielerin. Ihre zweite Arbeit mit dem Filmemacher, Die kleine Diebin (La petite voleuse, 1988), bescherte ihr die nächste César-Nominierung, diesmal als Beste Schauspielerin. In dieser Kategorie wurde sie acht Jahre später erneut vorgeschlagen, diesmal für Marion Vernouxs Love etc. (Love etc., 1996). 1999 folgte schließlich der zweite César, als Beste Nebendarstellerin in Danièle Thompsons La Buche(1999).

Für ihren Vater, dem Chansonnier, Filmemacher und Schauspieler Serge Gainsbourg, spielte Charlotte in Charlotte for ever(Charlotte For Ever, 1986); mit ihrer Mutter Jane Birkin stand sie in Agnès Vardas Die Zeit mit Julien (1987) vor der Kamera. Unter der Regie ihres Onkels Andrew Birkin hatte sie eine Hauptrolle in Der Zementgarten (The Cement Garden, 1992), der nach dem Roman von Ian McEwan adaptiert wurde. Der Film gewann eine Reihe von Preisen, darunter einen Silbernen Bären bei der Berlinale für die Beste Regie und den Hauptpreis des British Film Festival in Dinard. Charlotte Gainsbourg selbst erhielt eine Auszeichnung als Beste Schauspielerin beim Festival Scrittura e Immagine.

Ihre weiteren Filmarbeiten umfassen Elie Chouraquis Duett zu dritt (Paroles et musique, 1984), Jacques Doillons La Tentation D’Isabelle (1985) und Amoureuse (1992), Paolo und Vittorio Tavianis Nachtsonne (Il sole anche di notte, 1990), Bertrand Bliers Merci La Vie (Merci la vie“, 1991), Eric Rochants Aux Yeux Du Monde (1991) und Anna Oz (1996), Michel Blancs Grosse Fatigue (1994), Franco Zeffirellis Jane Eyre (Jane Eyre, 1995), David Baileys The Intruder (The Intruder, 1999), Bruno Nyuttens Pasionnement (2000), Patrice Lecontes Felix et Lola (Felix et Lola, 2000), Meine Frau, die Schauspielerin (Ma femme est une actrice, 2001) von ihrem Ehemann Yvan Attal und Dominik Molls Lemming (2004).

Filmographie — Charlotte Gainsbourg (Auswahl)

2010
The Tree (Regie: Julie Bertucelli)

2009
Persécution (Regie: Patrice Chéreau)
Antichrist (Regie: Lars von Trier)

2007
I’m Not There (Regie: Todd Haynes)
City of Your Final Destination (Regie: James Ivory)

2006
Nuovomondo (Golden Door, Regie: Emanuele Crialese)
Prête-moi ta main (Regie: Eric Lartigau)
The Science of Sleep (Science of Sleep — Anleitung zum Träumen, Regie: Michel Gondry)

2005
Lemming (Regie: Dominik Moll)
L’un reste, l’autre part (Regie: Claude Berri)

2003
21 Grams (21 Gramm, Regie: Alejandro González Iñárritu)

2001
Ma femme est une actrice (Meine Frau, die Schauspielerin, Regie: Yvan Attal)

2000
Passionément (Regie: Bruno Nuytten)
Nuremberg (Regie: Yves Simoneau)
Les misérables (Regie: Josée Dayan)
Félix et Lola (Felix und Lola, Regie: Patrice Leconte)

1999
The Intruder (Regie: David Bailey)
La bûche (Regie: Danièle Thompson)

1996
Anna Oz (Regie: Eric Rochant)
Love, etc. (Regie: Marion Vernoux)

1995
Jane Eyre (Regie: Franco Zeffirelli)

1994
Grosse fatigue (Regie: Michel Blanc)

1993
The Cement Garden (Der Zementgarten, Regie: Andrew Birkin)

1992
Amoureuse (Regie: Jacques Doillon)

1991
Merci La Vie (Regie: Bertrand Blier)
Contre l’oubli (Regie: Chantal Akkerman, René Allio u.a.)

1990
Aux yeux du monde (Entführung aus Liebe, Regie: Eric Rochant)
Il sole anche di notte (Nachtsonne, Regie: Paolo und Vittorio Taviani)

1989
La petite voleuse (Die kleine Diebin, Regie: Claude Miller)

1987
Jane B. par Agnès V (Jane B. .. wie Birkin, Regie: Agnès Varda)
Kung Fu Master (Die Zeit mit Julien, Regie: Agnès Varda)

1986
Charlotte Forever (Regie: Serge Gainsbourg)

1985
L’effrontée (Das freche Mädchen, Regie: Claude Miller)
La tentation d’Isabelle (Regie: Jacques Doillon)

1984
Paroles et musique (Duett zu Dritt, Regie: Elie Chouraqui)
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