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Trailer des Tages

Both Sides of the Blade

Ein Beitrag von Sebastian Seidler

Wenn die französische Regisseurin Claire Denis eine Dreiecksgeschichte verfilmt, dann geht es um die existenziellen Dinge – um die Liebe als Phänomen.

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Both Sides of the Blade - Trailer (OmeU)
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Wenn am Ende dieses Trailers Stuart A. Staples, der Sänger der Tindersticks, den Titel des Films in das Mikrofon haucht, muss es einem heißkalt den Rücken herunterlaufen. Man könnte allein auf dieser inwendig-mysteriösen Stimme eine ganze Ästhetik zum Kino von Claire Denis aufbauen, das selbst in den drastischen Momenten (Trouble Every Day) von einer zerbrechlichen Zartheit durchzogen ist. Die Auslassungen im Fluss des Erzählens machen die Magie dieser Filme aus; da drängen sich rätselhafte Bilder in die Zwischenräume. Genau deshalb wird es auch bei Both Sides of the Blade nicht bloß um eine Dreiecksgeschichte gehen. Das ist nur die erste Offensichtlichkeit: Juliette Binoche steht zwischen zwei Männern und Eifersucht, Ängste und Leidenschaften beginnen zu rotieren. Die Klinge, von der die Rede ist, scheint die Liebe zu sein, die immer zwei Seiten hat (Leidenschaft/Wut) und durch uns hindurch schneidet: Wir fallen vielleicht gar nicht in die Liebe hinein (to fall in love), nein, wir werden von ihr geschnitten, sie fährt in uns hinein. Bis der Film in den deutschen Kinos zu sehen sein wird, wird noch ein wenig Geduld nötig sein. 

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