Specials: LICHTER Film Fest als Online-Festival: Spannendes zum Thema „Macht“

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Specials

Ein Beitrag von Bianka-Isabell Scharmann

Das LICHTER Film Fest verlagert sich in der 13. Ausgabe in den digitalen Raum und zeigt spannende, international prämierte Festivalfilme, regionale Produktionen und hält ein besonderes Programmhighlight parat. 

Filmstill zu Orphea von Alexander Kluge, Khavn
Orphea von Alexander Kluge, Khavn - Filmstill

Wie jedes Jahr lichtert es in Frankfurt am Main, wenn heute das 13. LICHTER Film Fest eröffnet wird. So hätte dieser Text beginnen können – wenn nicht alles anders wäre, in diesem Jahr 2020. Die Corona-Krise, das ist seit über einem Monat bekannt, zwingt auch die Festivalbetreiber zum Umdenken.

 

Filmfestival im digitalen Raum

Unter dem verheißungsvollen Titel „LICHTER on Demand“ werden dieses Jahr keine Spielorte zu Festivalzentren, wird Film nicht gemeinsam in Kinos erfahren, sondern das Film Fest hat sich dazu entschieden, online zu gehen. On Demand verfügbar zu sein. Bedeutet: Das Programm zum Jahresthema „Macht“ kann von zuhause aus genossen werden.

Dabei ist „LICHTER-on-Demand“, wie die Veranstalter*innen auf ihrer Website schreiben, „keine simple Alternative zu den üblichen Streaming-Angeboten“. Zum einen haben die Zuschauer*innen die Möglichkeit, sich an einem Online-Voting zum besten regionalen Kurzfilm zu beteiligen. Außerdem werden Podcasts der Interviews mit Filmschaffenden und die geplanten Panelgespräche ebenfalls online zur Verfügung gestellt. Und schließlich wird es einen LICHTER VR-Story-Telling-Award geben.

Und dann sind da natürlich noch die Filme, das Herzstück des Festivals, um das sich all die anderen Angebote drum herum gruppieren. LICHTER bleibt sich selbst treu und präsentiert auch dieses Jahr neben einem herausragenden internationalen Filmprogramm drei Filme in der Kategorie „Zukunft Deutscher Film“, Regionale Lang- und Kurzfilme, sowie internationale Kurzfilme.

Ein Programmhighlight ist der neue Film von Alexander Kluge und Kvan De La Cruz Orphea: Kluge interpretiert den Mythos um Orpheus und Eurydike neu, als Rock-Musical, und verlegt die Handlung in das heutige Manila. Die Kooperation zwischen Alexander Kluge und dem philippinischen Ausnahmekünstler ist ein experimenteller Essayfilm, der sich durch Theorie- und Filmgeschichte gleichermaßen bewegt. Ein Interview mit Alexander Kluge wird zum Festivalbeginn auf der Website verfügbar sein.

 

Sehenswertes zum Thema „Macht“

 

 

So hat man die Möglichkeit, internationale und prämierte Festivalfilme zu sehen, die oftmals keine Kinoauswertung bekommen. Da wäre zum einen Bacurau (Nighthawk), von Kleber Mendonça Filho und Juliano Dornelles, der 2019 in Cannes den Preis der Jury gewann. Der Film thematisiert in dokumentarischem Stil verschiedene Formen von Macht, die noch spürbaren Auswirkungen des Kolonialismus und den Kapitalismus als in einem kleinen Dorf in Brasilien sich erst Mysteriöses ereignet und dann auch noch eine Gruppe von Safari-Jäger*innen über deren Bewohner hereinbrechen.

 

 

The Twentieth Century von Matthew Rankin hat bei der diesjährigen Berlinale den FIPRESCI-Preis gewonnen und erhielt beim Toronto International Filmfestival 2019 den Preis für das beste Erstlingswerk. Rankin ist eigentlich Experimentalfilmer und das merkt man ab der ersten Sekunde. Der Film ist vordergründig ein Biopic über einen kanadischen Politiker. Gedreht auf 16mm und einer linearen Erzählung folgend doch, ist er so überquellend von Stilisierungen, Motiven und Überzeichnungen, dass es eine wahre Freude ist.

Und die mexikanische Dokumentation Midnight Family von Luke Lorentzen folgt einer Familie, die privat einen Rettungswagen fährt und damit ihr Geld verdient. In Mexiko-Stadt gibt es nur 45 lizensierte Rettungswagen, was das Aufblühen eines Subgewerbes zur Folge hat: Wer zuerst am Unfallort ist, der kann seine Familie für eine weitere Woche ernähren. Der Film war auf der Oscar-Shortlist für den besten Dokumentarfilm und erhielt beim Sundance Filmfestival den Special Jury Award im Bereich Cinematography. Und es ist auch besonders die Kameraarbeit, die die Jagd durch die nächtliche Stadt choreografiert, die den Film so sehenswert macht.

 

 

In der Kategorie „Zukunft Deutscher Film“ hat man die Chance, vor dem Kinostart im September das Erstlingswerk von Melanie Waelde, Nackte Tiere, zu sehen. Der Film erhielt eine lobende Erwähnung beim GWFF Bester Erstlingsfilm bei der Berlinale 2020. Es geht um Jugend in der Provinz, die dysfunktionalen Familien der Protagonist*innen, deren Kämpfe und ein bisschen auch um deren Träume. Und letztendlich um ein mögliches Danach nach dem Abitur. Ein Interview mit der Regisseurin wird zum Festivalstart abrufbar sein.

Und unter den Filmen in der Kategorie „Regionale Langfilme“ findet sich Born in Evin von Maryam Zaree, die 2019 den hessischen Newcomer-Filmpreis erhielt. In diesem sehr persönlichen Dokumentarfilm macht sich Zaree auf die Suche nach ihren Wurzeln, stellt Fragen nach ihrer Vergangenheit an Familienangehörige, spricht mit Freundinnen ihrer Mutter und anderen Wegbegleiter*innen. Denn Maryam wurde in einem Gefängnis im Iran geboren.

Das Lichter Filmfestival ist nur eines von vielen einer ganzen Reihe, die dieses Jahr umdenken mussten. Und bietet somit, wie auch andere Festivals, Freund*innen desselben aber auch denen, die es werden wollen, die Möglichkeit, sehr gute Filme zum Jahresthema „Macht“ zu erleben – ein Thema, das nicht zuletzt durch die Corona-Pandemie und die daraus resultierenden Machtverschiebungen, sich neu herausbildenden Machtstrukturen und Er- oder Entmächtigungen eine besondere Aktualität besitzt. 

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