Specials: Im Fokus: Anita Loos

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Vor genau 40 Jahren verstarb Anita Loos. Als allererste angestellte Drehbuchautorin in Hollywood war sie von Anfang an mit dabei.

Intoleranz / Blondinen bevorzugt / Feuerkopf
Intoleranz / Blondinen bevorzugt / Feuerkopf

Im Jahr 2020 gab es 26,5 Prozent weibliche Drehbuchautorinnen in Hollywood. Das ist zugegeben weit entfernt von einem ausgeglichenen Verhältnis, aber immerhin eine Verdopplung des weiblichen Anteils seit 2011. Und kein Vergleich zum Jahr 1911, als Anita Loos ihr erstes Drehbuch an die Biograph Company schickte und dafür eine Kompensation von 25 US-Dollar erhielt.

Motion Picture Magazine 1920 - Public Domain
Motion Picture Magazine 1920

Im April 1888 als Tochter eines Journalisten und Verlegers in Mount Shasta, Kalifornien geboren, beschloss die kleine Anita schon im Alter von sechs Jahren, dass sie einmal Schriftstellerin werden wollte. Tatsächlich gelang es ihr, schon mit ihren ersten Drehbuchentwürfen die Aufmerksamkeit des großen Regisseurs David W. Griffith zu erlangen. Er setzte sie auf die Gehaltsliste der 1915 neu gegründeten Triangle Film Corporation und machte sie somit zur ersten angestellten Drehbuchautorin Hollywoods.

Die Bezeichnung workaholic trifft auf Anita Loos unzweifelhaft zu. Allein zwischen 1912 und 1915 verfasste sie 105 Kurzfilmdrehbücher, von denen sagenhafte 101 Stoffe auch umgehend verfilmt wurden. Daneben arbeitete sie als Theaterschauspielerin und Schriftstellerin und publizierte etwa 1925 die Romanvorlage zur berühmten Komödie Blondinen Bevorzugt mit Marilyn Monroe und Jane Russell. Ihre Autobiografien A Girl Like I (1966) und Kiss Hollywood Good-by (1974) geben faszinierende Einblicke in die Anfänge und hinter die Kulissen Hollywoods.

Anita Loos ließ sich vom alltäglichen Leben zu ihren Geschichten inspirieren. Schon als Mädchen hatte sie oftmals ihren Vater zu seinen Ausflügen an den Hafen von San Francisco begleitet, sich dort mit den Anwohnern angefreundet und eine Faszination für alternative Lebensentwürfe entwickelt. Von den Freunden ihres Vaters und Bruders über die reichen Touristen, die sie beobachtete bis hin zu den Verhaltensweisen ihrer späteren Männer gereichte ihr alles zum Filmstoff — oftmals romantische Komödien, die mit ihren unkonventionellen weiblichen Hauptfiguren und ihrem schlagfertigen Witz die Grenzen des Production Code strapazierten.

 

Die Filme von Anita Loos:

 

The New York Hat (1912)

Das dritte Drehbuch, das Anita Loos je schrieb, war auch das erste, das verfilmt wurde. Und was für eine Anhäufung an Talenten da aufeinander traf. Regie: David W. Griffith. Vor der Kamera: Mary Pickford in einer ihrer frühen Rollen, Lionel Barrymore, Lillian Gish… In The New York Hat vermacht eine verarmte Frau ihr letztes Geld der Tochter, die sich damit die feine Kleidung gönnen soll, die ihr strenger Vater ihr immer verwehrt hatte. Der Kurzfilm gilt bis heute als einer der Besten der Biograph Studios.

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Macbeth (1916)

Das erste Mal tauchte Anita Loos‘ Name in den Film-Credits Verfilmung von Macbeth, inszeniert von John Emerald, Loos‘ späterem Ehemann, auf — der siebten von insgesamt acht Spielfilmadaptionen des Shakespeare-Stoffs in der Stummfilmära. Die Geschichte war zwar schon da, Loos schrieb und entwarf dafür deshalb „nur“ die Zwischentitel. Notiz am Rande: Hauptdarsteller Herbert Beerbohm Tree, eigentlich Bühnenschauspieler, soll nicht verstanden haben, dass es sich um einen Stummfilm handelte und konstant mono- und dialogisiert haben. Um Filmmaterial einzusparen, setzten im Emerson und sein Kameramann Victor Fleming in diesen Momenten einfach eine leere Kamera ein.

Der Film gilt leider als verschollen.

 

Intoleranz (1916)

Nachdem Anita Loos einige Drehbücher für David W. Griffith geschrieben hatte, bat dieser darum, dass sie ihn und den Autoren Frank E. Woods bei den Zwischentiteln zum Monumentalfilm Intoleranz unterstützen möge, der mit seinen dreieinhalb Stunden zu einem der einflussreichsten Werke der Stummfilmära wurde. Intoleranz verbindet durch das Motiv der ewigen Mutterschaft vier Handlungsstränge um das Leben Jesu, den Fall Babylons, die Bartholomäusnacht und einen Konflikt zwischen Kapitalisten und Arbeitern miteinander. Zur Premiere des Films fuhr Loos erstmals nach New York City, wo sie einen Job als Freie Autorin für das Magazin Vanity Fair ergatterte.

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His Picture in the Papers (1916)

Gemeinsam mit dem Regisseur und ihrem künftigen Ehemann John Emerson schrieb Anita Loos ab 1916 eine Reihe Drehbücher für den aufstrebenden Star Douglas Fairbanks. Einerseits erkannte sie, dass man sich Fairbanks Akrobatik zunutze machen musste, andererseits erregten die Filme durch ihre witzigen Zwischentitel Aufmerksamkeit, die oftmals direkt mit dem Publikum kommunizierten. Fairbanks spielt in His Picture in the Papers den faulen Sohn eines reichen Lebensmittelherstellers, der versucht, in die Zeitung zu kommen, um sich den Respekt seines Vaters zu verdienen. Die Loos-Filme, darunter auch The Americano und Amerikanische Aristokratie, verhalfen Douglas Fairbanks letztlich zu seinem großen Durchbruch.

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Der Wilde Westen (1917)

Stumme Western-Komödie, die den Wandel eines Cowboy-begeisterten Ostküstenbewohners hin zu einem taffen Western-Helden schildert. Loos adaptierte für den im Original Wild and Woolly betitelten Film eine Geschichte von Horace B. Carpenter, Regie führte abermals John Emerson, in der Hauptrolle war erneut Douglas Fairbanks zu sehen. Dessen Biograph schrieb Anfang der 2000, dass es sich bei Der Wilde Westen um den persönlichen Liebling des Schauspielers unter allen Produktion des Dreiergespanns Fairbanks-Emerson-Loos gehandelt habe.

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Getting Mary Married (1919)

Nach ihrem Umzug nach New York wurde Anita Loos von William Randolph Hearst angeboten, ein Drehbuch für einen Film mit Marion Davies zu schreiben. Getting Mary Married war Davies‘ fünfte Filmrolle, in der sie eine junge Frau spielt, die, um das Erbe ihres Vaters vermacht zu bekommen, für ein Jahr unverheiratet bei der Familie ihres Onkels leben muss. Nach Auftritten in Romanzen war dies Davies‘ erste Rolle in einer Komödie — und einer ihrer wenigen Filme, die keine Verluste einfuhren.

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Feuerkopf (1932)

Unter der Regie von Jack Conway sollte 1932 der ein Jahr zuvor erschienene Roman Red-Headed Woman von Katharina Brush verfilmt werden. F. Scott Fitzgerald entwarf das Drehbuch rund um eine junge Frau, gespielt von Jean Harlow, die Sex als Machtmittel nutzt, ihre Ehe auflöst, mehrere Affären hat und versucht, einen Mann umzubringen. Ziemlich harter Tobak für diese Zeit also, weshalb Feuerkopf auch einige Schnitte über sich ergehen lassen musste. Zuvor wurde Fitzgeralds Skript von Anita Loos jedoch radikal umgeschrieben. Es sollte witziger, vergnüglicher, leichter zugänglich werden — Loos‘ Steckenpferd zu jener Zeit. Von der Kritik wurde Feuerkopf überschwänglich gelobt. Der Motion Picture Herald etwa beschrieb den Film als „sexy, racy, bristling with snappy dialogue, funny“ und „loaded with dynamite“.

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Millionäre bevorzugt (1934)

Eine von zahlreichen weiteren Loos-Skripten, in denen Jean Harlow die Hauptrolle übernahm. Diesmal als junges Mädchen vom Land, das mit ihrer besten Freundin nach New York reist, um ein neues Leben zu beginnen, und dabei in allerhand Komplikationen und Affären mit Möchtegern- und echte Millionären gerät. Harlow war damals auf dem Höhepunkt ihres Ruhmes, galt als Sexsymbol, und so wurde auch Millionäre bevorzugt ein Erfolg. Das Hays Office hatte allerdings auch hier einiges zu monieren, die Mixtur aus Erotik und Humor stieß den Zensoren nicht gut auf. 

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Blondinen bevorzugt (1953)

Frustriert, aber in gewisser Weise auch inspiriert von den ständigen außerehelichen Techtelmechteln ihres Gatten und der Männer in ihrem Umfeld begann Anita Loos 1925 kleine Sketche über die Abenteuer eines jungen blonden Flapper zu schreiben. Zunächst als Fortsetzungsgeschichte im Magazin Harper’s Bazaar publiziert, veröffentlichte sie das Buch noch im selben Jahr unter dem vollen Titel Gentlemen Prefer Blondes: The Intimate Diary of a Professional Lady. Die erste Verfilmung von 1926 gilt heute als verschollen, doch die 1953er Adaption mit Marilyn Monroe und Jane Russell machte den Stoff endgültig unsterblich. Die Schriftstellerin Edith Wharton nannte den Bestseller sogar einen Vertreter der „Great American Novel“.

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