Specials: Im Fokus: Andrea Arnold

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Ein Beitrag von Katrin Doerksen

Andrea Arnold startet durch! Die britische Oscarpreisträgerin leitet dieses Jahr nicht nur die Un-Certain-Regard-Jury in Cannes, sondern präsentiert dort auch ihren ersten Dokumentarfilm.

Fish Tank / American Honey / Wuthering Heights
Fish Tank / American Honey / Wuthering Heights

Es gibt diesen Grundsatz, man solle über Dinge schreiben, die man kenne. Andrea Arnold beherzigt dieses Prinzip nicht nur, sie bringt es in ihren Filmen auch zur Vollendung. In den Nuller Jahren machte sie sich einen Namen als Regisseurin von beeindruckenden Dramen, die den Britischen Sozialrealismus à la Ken Loach und Mike Leigh wieder auferstehen ließen, allerdings mit einem klaren Fokus auf weibliche Figuren und ihre Alltagsprobleme. Danach gefragt, ob ihre Filme autobiografischer Natur seien, hielt sie sich mit detaillierten Antworten stets zurück, doch stellte fest: „Ich schreibe über das, was ich kenne.“

Georges Biard - CC BY-SA 3.0
Georges Biard — CC BY-SA 3.0

Geboren im April 1961 als Ältestes von vier Kindern. Working Class, die Mutter 16 Jahre alt, der Vater 17. Bald trennen sich die Eltern und die kleine Andrea verbringt ihre Kindheit in den Straßen der Trabantenstadt Dartford. Der Wendepunkt kommt, als sie mit 16 die Schule abbricht, um Schauspielerin zu werden. Sie landet zuerst beim Kinderfernsehen, doch als sie beschließt ihre eigenen Geschichten zu verfilmen, hat sie das Gefühl im klassenbewussten England von Anfang an keine Chance zu erhalten.

So folgt der Weg nach Los Angeles, wo sie am American Film Institute Regie studiert und ihre Skills als Drehbuchautorin trainiert. Mit Erfolg: Schon ihre ersten Kurzfilme werden ausgezeichnet, Wasp erhält sogar einen Academy Award als bester Live-Action-Kurzfilm. Mit ihren Langfilmen über zumeist junge Frauen, die gegen Armut und Fremdbestimmung ankämpfen, wird Andrea Arnold schließlich zum Festivalliebling und wagt einmal mehr den Schritt in die USA: American Honey ist 2016 der erste Film, den sie auf dem Boden der Vereinigten Staaten dreht, anschließend folgen Regiearbeiten für Serien wie Big Little Lies, Transparent oder I Love Dick. Und schließlich ihr erster Dokumentarfilm, Cow, den sie 2021 abermals in Cannes präsentiert.

 

Die Filme von Andrea Arnold:

 

Milk (1998)

Andrea Arnolds allererster Kurzfilm ist nur etwa zehn Minuten lang, und dennoch tritt er einem mit seinem grimmigen Realismus nicht weniger in die Magengrube als ihre späteren Langfilme. Milk — gedreht mit einem Laiencast und winzigen Budget — erzählt von einer Frau, die nach einer Fehlgeburt entscheidet nicht zur Beerdigung ihres Kindes zu gehen. Auf einem Streifzug durch die Stadt trifft sie einen Fremden und beginnt mit ihm eine volltrunkene, selbstvergessene Spritztour. Einen Plot, den andere Regisseure in zweistündige Dramen verpacken würden, komprimiert Arnold hier in eine intensive Höllentour.

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Wasp (2005)

Der erste ganz große Triumph in Andrea Arnolds Karriere: Mit Wasp, 2005 in ihrer Heimatstadt Dartford gedreht, gewann sie den Oscar für den besten Live-Action-Kurzfilm. Natalie Press spielt darin eine alleinerziehende Mutter, die ihre vier kleinen Kinder unbeaufsichtigt lässt, um auf ein Date gehen zu können. Mit Wasp löste Andrea Arnold einen regelrechten Sozialrealismus-Hype im britischen Kurzfilmgewerbe aus — und das ist kein Wunder. Ihr Film ist voll von alltäglichen Beobachtungen, winzigen Details, und schafft es trotzdem mühelos eine unwiderstehliche Spannung aufzubauen.

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Red Road (2006)

In ihrem Langfilmdebüt erzählt Andrea Arnold von einer unscheinbaren Frau (Kate Dickie), die in einer Glasgower Überwachungszentrale arbeitet. Ihr Job ist es Verbrechen aufzuklären und zu verhindern, doch als sie auf einem Monitor einen Mann aus ihrer Vergangenheit wiedererkennt, entwickelt sie eine Obsession und nutzt fortan alle ihr zur Verfügung stehenden Mittel, um den Mann zu überwachen und sich in sein Leben zu drängen. Der Psychothriller wurde mit seiner Handkamera und dem natürlichen Licht nah an den Prinzipien des Dogma-95-Stils gedreht und entstand als erster Teil der sogenannten Advance-Party-Trilogie, einem Projekt aus dem Dogma-Umfeld, für das ausschließlich Regiedebütanten verpflichtet wurden.

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Fish Tank (2009)

Mit ihrem sozialrealistischen Drama Fish Tank positionierte sich Andrea Arnold als würdige Nachfolgerin von Regiealtmeistern wie Ken Loach oder Mike Leigh. Im Mittelpunkt steht die 15-jährige Schulabbrecherin Mia (das Debüt der damaligen Laiendarstellerin Katie Jarvis), die gemeinsam mit ihrer alkoholkranken Mutter und ihrer kleinen Schwester in prekären Verhältnissen lebt. Hoffnung gibt ihr lediglich ein bald anstehender Tanzwettbewerb — und Connor (der große Durchbruch für den damals noch kaum bekannten Michael Fassbender), der neue Freund ihrer Mutter, der sich jedoch schon bald als großes Arschloch entpuppt. Fish Tank gewann den Jurypreis in Cannes und einen BAFTA als Bester Britischer Film.

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Wuthering Heights — Emily Brontës Sturmhöhe (2011)

Im 2011er Wettbewerb des Filmfestivals von Venedig präsentierte Andrea Arnold ihre Version von Emily Brontës Sturmhöhe, erstmals mit einem Schwarzen Darsteller in der Rolle des Heathcliff (James Howson gab hier sein Debüt), der im Ausgangsmaterial als “dark-skinned gypsy in aspect“ beschrieben wird. Im Gegensatz zu zahlreichen vorherigen Adaptionen legte Arnold ihren Fokus außerdem dezidiert nicht auf den Dialog. Stattdessen umschmeichelt die Musik der Folkband Mumford & Sons ausschweifende Naturaufnahmen, knorrige Heide und neblige Moore, die als Seelenlandschaften die Gefühle der Hauptfiguren illustrieren.

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American Honey (2016)

Andrea Arnolds vorherige Filme erinnerten an die alten englischen Kitchen-Sink-Dramen. In American Honey widmet sich die Regisseurin erneut den Marginalisierten, den Menschen am unteren Ende der kapitalistischen Nahrungskette. Aber sie erweitert das Genre um ein typisches Americana-Motiv: Den Roadtrip. Ihre Figuren sind nun nicht mehr schicksalshaft an einen Ort gebunden. Im Gegenteil: Die Fortbewegung ist ihr einziger Weg aus dem Elend. Die junge Star (Sasha Lane) schließt sich einer Gruppe junger Leute an, die im Bus durch Oklahoma fahren, um den Leuten Zeitschriftenabos aufzuschwatzen. Niemand kauft noch Zeitschriften. Aber darum geht es auch nicht. Sondern vielmehr um Überlebensstrategien in einem Amerika kurz vor dem Wahlsieg Donald Trumps.

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Big Little Lies (2019)

Als es hieß, Andrea Arnold werde die zweite Staffel der Erfolgsserie Big Little Lies inszenieren, löste die Nachricht Begeisterungsstürme aus. Doch inzwischen wissen wir, dass die ganze Sache mit Vorsicht zu genießen ist. So verlor Arnold nach Drehschluss ihre kreative Kontrolle an Jean-Marc Vallée, der die erste Staffel gedreht hatte und nun den Schnitt vornahm, umfassende Nachdrehs veranlasste und in allem das letzte Wort bekam. Ohne, dass man Arnold vorher darüber informiert hatte. Ein Industrieskandal, der uns um die Autonomie von Hollywoods Auteurs fürchten lässt, aber immerhin die sprunghafte Montage in der zweiten Staffel von Big Little Lies erklärt. In diesem Sinne: #ReleaseTheArnoldCut!

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Cow (2021)

Dieses Jahr schlägt Andrea Arnold einen neuen Weg ein und präsentiert in Cannes ihren allerersten Dokumentarfilm. Cow heißt der Film, der das Leben einer einzelnen, ganz gewöhnlichen Milchkuh verfolgen soll. Dazu Arnold: „Der Film ist ein Versuch, Kühe besser zu verstehen. Ihnen näher zu kommen, ihrer Schönheit, aber auch den Herausforderungen in ihrem Leben. Nicht auf eine romantisierende Art und Weise, sondern ganz realistisch betrachtet.“

Verfügbar auf: Die Rechte hat sich der Streamingservice Mubi gesichert, ein Datum ist allerdings noch nicht bekannt.

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