Specials: Gestreamt: Wong Kar-Wai

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„In the Mood for Love“, die legendäre Filmromanze aus der Feder von Wong Kar-Wai, feiert am 1. Juli seiner Wiederaufführung in vielen deutschen Kinos. Zeit, in unserer Rubrik „Gestreamt“ den Blick über die restliche Filmografie des Regisseurs schweifen zu lassen.

In the Mood for Love / Chungking Express / My Blueberry Nights
In the Mood for Love / Chungking Express / My Blueberry Nights

Einst, in den 80ern und 90ern, war Hongkong eine der prägendsten Produktionsstätten im weltweiten Filmgeschehen. Damals, zu den Hochzeiten von John Woo, Stanley Kwan oder Mabel Cheung, setzte die Stadt Impulse vor allem im Gangster- und Actionfilmberich, aber auch darüber hinaus. Einer ihrer prägendsten Vertreter: Wong Kar-Wai, dessen legendäre Romanze In the Mood for Love am 1. Juli in einigen deutschen Kinos wieder aufgeführt wird.

(c) Siebbi, CC BY 3.0, via Wikimedia Commons

Wong wurde am 17. Juli 1958 in Shanghai geboren, im Zuge der Kulturrevolution — da war er fünf Jahre alt — emigrierte die Familie nach Hongkong, damals noch unter britischer Verwaltung. Seine beiden älteren Geschwister schafften es nicht über die Grenze, Wong sah sie erst zehn Jahre später wieder und verbrachte seine Zeit vor allem im Kino. 1980 machte er sein Diplom an der Polytechnischen Hochschule Hongkong, begann seine Medienkarriere als Skriptautor für TV-Serien — und stolperte mitten in die zweite Hongkong New Wave hinein.

Zusammen mit seinem Stammkameramann Christopher Doyle schuf Wong in den folgenden Jahrzehnten Filme für die Ewigkeit, entwickelte seinen ganz eigenen Stil und sich zugleich immer weiter. Seine Werken haben nur selten klare Plots, zielen stattdessen auf die visuelle Repräsentation von Gefühlen und Stimmungen ab, kleiden dies in Ruhe, Dunkelheit und kräftige Farben. Die Handlungsbögen — meist gibt es mehrere, die mehr oder minder miteinander verbunden sind — muten fragmentarisch an. Und stehen oft für etwas Größeres: In den Leben und Problemen der Protagonist*innen spiegeln sich die gegenwärtigen politischen und gesellschaftlichen Probleme Hongkongs wieder. Zeit für eine kleine Werkschau abseits des Über-Werks In the Mood for Love.

 

As tears go by (1988)

Ende der 1980er hatte die zweite Hong Kong New Wave erst so wirklich begonnen, die örtliche Filmlandschaft befand sich auf einem vorläufigen Höhepunkt. Besonders beliebt waren im Zuge des Erfolgs von John Woos City Wolf Gangster-Actionfilm-Hybride. Als Wong Kar-Wai die Gelegenheit eröffnet wurde, einen eigenen Film zu drehen, schlug er in eben diese Bresche, jedoch mit seinem eigenen Kniff: As Tears go by erzählt von einem Gangster und Schuldeneintreiber sowie dessen hitzköpfigem Freund. Wong versammelte eine Handvoll junger Schauspielstars und konzentrierte sich, im Gegensatz zu vielen Genre-Konkurrenten, auf jüngere statt ältere Protagonisten. Mit Erfolg: As Tears go by schlug an den Kassen und bei Kritikern ein, lief in 1989 in Cannes und wurde zehnmal bei den Hong Kong Film Awards nominiert.

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Days of Being Wild (1990)

Mit seinem zweiten Film entfernte sich Wong vom Gangsterkino und machte es sich in seiner eigenem cineastischen Bett bequem, dem er in kommenden Werken immer wieder einen neuen Bezug verpassen sollte und im Kern doch treu blieb. Im Zentrum von Days of Being Wild steht ein junger, desillusionierter Mann namens Yuddy und die Menschen um ihn herum. Statt auf einen klaren, zielgerichteten Plot setzte Wong auf eine markante Ästhetik, für den er erstmals Kameramann Christopher Doyle gewann, der ein langjähriger Gefährte Wongs wurde. Der Film ist eher Charakterstudie denn klare Erzählung, das auf Stimmung und Atmosphäre und nicht auf eine stringente Narration abzielt. An den Kassen ein Misserfolg schlug Days of Being Wild an anderer Stelle umso mehr ein: Bei den Hong Kong Film Awards gab es ganze elf Auszeichnungen.

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Die verlorene Zeit (1994)

Als „the most unusual martial arts film ever made“ bezeichnete die Filmwissenschaftlerin Martha P. Nochimson einst Die verlorene Zeit, was durchaus noch bis heute Gültigkeit besitzt. Nachdem Wong sein eigenes Produktionsstudio gegründet hatte, widmete er sich seinem lang gehegten Wunsch, ein Wuxia-Kostümdrama zu inszenieren, ging dies jedoch typisch unkonventionell an: Statt Action gab es vor allem introvertierte Charaktermomente und stilsichere, stimmungsvolle Aufnahmen mit einer starken Farbkomposition zu sehen. Der Film wollte bewusst Genre-Erwartungen unterlaufen — und scheiterte damit zwar beim Publikum, nicht aber bei der Kritik.

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Chungking Express (1994)

Chungking Express entstand in nur sechs Wochen — und das mitten in der Produktion von Die verlorene Zeit während einer zweimonatigen Pause, die sich Wong aus Angst vor einem Fehlschlag nahm, um stattdessen etwas für sein eigenes Gemüt zu tun. Natürlich mit einem Film, in dem er mal wieder etwas Neues erprobte — zwei parallele Handlungsstränge über zwei Polizisten zu erzählen, die sich jeweils in eine Frau verlieben — und den er mit reduziertem Aufwand realisierte. Szenen, die er an einem Tag schrieb, wurden oft noch in der gleichen Nacht spontan gedreht. Trotz dieser ungewöhnlichen Produktionsgeschichte wurde Chungking Express bei den Hong Kong Film Awards 1995 zum besten Film des Jahres gekürt.

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Fallen Angels (1995)

Eigentlich, so war der Plan, sollte Chungking Express aus drei statt nur aus zwei Handlungssträngen bestehen. Weil die Produktion jedoch in Zeitnot geriet, strich er einen der Plots heraus — und machte daraus wenig später Fallen Angels. Der unterschiedet sich von Chungking Express zwar nicht in Sachen poetischer, eingängiger Bildsprache, Charakterfokus und fragmentarischer Erzählung, wartet aber mit einigen harschen Gewaltspitzen auf und fühlt sich insgesamt härter, rauer, ungemütlicher an, versteht sich gar als filmische Studie über die düsteren Seiten und Straßen Hongkongs.

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Glücklich vereint (1997)

Dass Hongkong im Jahre 1997 in chinesische Verwaltung übergeben wurde, ging auch an Wong Kar-Wai nicht spurlos vorbei. In Glücklich vereint griff er dieses so einschneidende historische Ereignis auf, allerdings nur unter der Oberfläche, indem er von der Beziehung zweier homosexueller Männer erzählt, die — wie auch Wong für die Dreharbeiten — nach Argentinien reisen, um dort etwas Freiheit und Sicherheit zu finden. Denn wie es für nicht-heterosexuelle Menschen in Hongkong nach der Übergabe weitergehen würde, war mit großen Ängsten verbunden. Wong zeichnete die Liebe seiner Hauptfiguren jedoch nicht als etwas Außergewöhnliches, sondern als etwas ganz und gar Universelles.

Damit einher ging auch ein stilistischer Wechsel: Glücklich vereint ist linearer, konventioneller, leichter inszeniert, aber nach wie vor von den einprägsamen Bildern Christopher Doyles getragen. In Cannes gewann Wong dafür die Goldene Palme für die beste Regie. 

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2046 — Der ultimative Liebesfilm (2004)

Auf In the Mood for Love (2000) folgte Wongs bis dato arbeitsintensivsted Filmprojekt: 2046 — Der ultimative Liebesfilm befand sich in Summe vier Jahre in der Produktion und lässt sich als indirekte Fortsetzung verstehen. Chow Mo-wan, die männliche Hauptrolle aus dem Quasi-Vorgänger, quartiert sich hier in Zimmer 2047 eines Hotels ein, in dessen Nebenraum eine Frau lebt, die er wenige Tage vorher kennengelernt hat. Zu weiteren Kontakten kommt es jedoch nicht: Die Frau wurde eine Nacht zuvor von ihrem Freund getötet. Mo-wan beginnt daraufhin, einen Roman mit dem Titel 2046 zu schreiben, über Liebe und Liebende. Verknüpft wird dies mit den Protesten in Hongkong gegen die englischen Besatzer während der 60er.

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My Blueberry Nights (2007)

Im Jahr 2007 drehte Wong Kar-Wai seinen ersten Spielfilm in englischer Sprache. In der Hauptrolle die Sängerin Norah Jones in ihrem Schauspieldebüt als junge Frau, die nach einer Trennung Trost im Café und den Blaubeertörtchen von Jeremy (Jude Law) findet. Auf einem anschließenden Roadtrip quer durch die USA trifft sie die verschiedensten Menschen, die unter unglücklichen Beziehungen leiden. My Blueberry Nights basiert auf der geplanten Kurzfilmanthologie Three Stories About Food, aus der Wong Kar-wai auch In the Mood for Love extrahiert hatte. Das Ergebnis ist ein stylisches und geradezu exotisierendes Spiel mit Americana-Motiven, bei dem der Regisseur vor allem mithilfe verschiedenster Tempi den Gefühlen und Geisteszuständen seiner Figuren auf die Spur kommt.

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The Grandmaster (2013)

Mit seinem zehnten Spielfilm, einem Biopic über den Wing-Chun-Meister und Bruce-Lee-Mentor Ip Man (Tony Leung Chiu Wai), eröffnete Wong Kar-Wai im Jahre 2013 die Berlinale. The Grandmaster steckte geschlagene fünf Jahre in der Entwicklung, allein der Schnitt soll ein ganzes Jahr gedauert haben. Dieser Perfektionismus war tatsächlich zu viel für einige Kritiker, die das Style-over-Substance-Prinzip bemängelten, unter dem die Narration leide. Dass The Grandmaster, wie so viele Filme des Regisseurs, ein ausgemachter Augenschmaus ist, kann man ihm aber wirklich nicht absprechen: Das sich von 1936 bis 1972 erstreckende Epos besticht durch seine Noir-Ästhetik und spektakulär tanzartige Kampfchoreografien.

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