Specials: Gestreamt: Weibliche Regiepower aus Deutschland

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Specials

Ein Beitrag von Katrin Doerksen

Diese Ausgabe von Gestreamt widmen wir den deutschen Filmemacherinnen, von denen wir gern viel regelmäßiger und häufiger neue Filme in den Kinos, im TV und auf Streamingplattformen sehen würden.

Toni Erdmann/Wild/Systemsprenger
Toni Erdmann/Wild/Systemsprenger

Wenn wir in der Kino-Zeit-Redaktion unsere Gestreamt-Specials planen, scheitern wir immer wieder am selben Problem: Uns fallen ohne Ende tolle Filmemacherinnen ein, die allerdings erst zwei oder drei Filme gedreht haben. Dieses Phänomen beschränkt sich im Grunde weder auf Deutschland, noch auf weibliche Regisseurinnen. Einen Film zu drehen ist eine Heidenarbeit, ein Heidengeld und wer halbwegs frei von den Zwängen des auf Massentauglichkeit hin optimierten Mainstreams arbeiten will, hat es nirgendwo leicht.

Und doch wundert man sich gelegentlich. Darüber, dass in den letzten Jahren vor allem Frauen das deutsche Kino in der Welt repräsentieren: Sie werden mit ihren Filmen auf internationale Festivals eingeladen und erhalten Preise, werden von der Kritik gelobt und locken durchaus auch das Publikum. Häufig sind sie nicht einmal mehr neu im Geschäft, haben ihr Können über Jahre an ganz unterschiedlichen Positionen vor und hinter der Kamera unter Beweis gestellt, Kontakte gepflegt. Und dann dauert es trotzdem wieder fünf, sechs, sieben Jahre, bis sie ihren nächsten Film realisieren können, bis ein bisschen Fördergeld zusammengekratzt ist, bis jemand Vertrauen in ihre neue Idee gefasst hat. Die aktuelle Ausgabe von Gestreamt widmen wir daher den deutschen Regisseurinnen, von denen wir uns viel regelmäßiger und viel mehr neue Filme in den Kinos, im TV und auf Streamingplattformen wünschen würden.

 

Filme von deutschen Regisseurinnen im Stream:

 

Tore tanzt (2013) von Katrin Gebbe

Katrin Gebbe hat sich zu den wichtigsten Vertreterinnen des deutschen Kinos in der Welt gemausert. Aktuell läuft ihr Film Pelikanblut in den Kinos, der 2019 in Venedig Premiere feierte. Und schon mit ihrem Regiedebüt Tore tanzt war ihr ein Coup gelungen: Der Film wurde in die Sektion Un Certain Regard auf den Filmfestspielen von Cannes 2013 eingeladen. Zugegeben ist die Geschichte des Hamburger Jesus Freaks Tore (Julius Feldmeier) oftmals recht schwer zu ertragen. Der begibt sich nämlich in die Gesellschaft einer Familie, die bald ausgesprochen sadistische Züge zutage treten lässt. Als fanatisch gläubiger Christ darf sich Tore aber auf keinen Fall wehren. Noch beunruhigender ist, dass die ganze Geschichte auf wahren Begebenheiten beruht. Gleichzeitig entwickelt Gebbes Inszenierung aber auch einen derartigen Sog, dass man sich dem Film einfach nicht entziehen kann.

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Wild (2016) von Nicolette Krebitz

Wild war einer der Filme, die 2016 einige Kritiker dazu brachten eine neue Strömung namens „New German Fantastik Cinema“ auszurufen. Diese Filme spielten nicht einfach nur mit Genreversatzstücken und popkulturellen Referenzen, stattdessen banden sie ihre fantastischen Auswüchse, ihre Transgression und ihren kreativen Überschuss jeweils sehr spezifisch an Orte, die Zeit, an gewisse Umstände. In Wild ist es eine triste mittelgroße Stadt in Ostdeutschland, eine recht einsam lebende, schüchterne Frau (gespielt von Lilith Stangenberg), die sich einen Wolf in ihre karge Plattenbauwohnung holt, um gemeinsam mit ihm zusehends zu verwildern. Nicolette Krebitz verpackt diese umgedrehte Rotkäppchengeschichte in so einfühlsame wie freie und radikale Bilder. Ein Ausbruch aus dem Alltag, aus jeglicher Konvention, eine Auflösung sämtlicher Grenzen zwischen Zivilisation und Wildnis.

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Toni Erdmann (2016) von Maren Ade

Kaum ein Film wurde in den letzten Jahren so oft als große Hoffnung des deutschen Kinos betitelt wie Maren Ades Komödie Toni Erdmann. Erst talk of the town in Cannes 2016, dann Preis-Abräumer der Awards-Season. Im Mittelpunkt: Ein Mann (Peter Simonischek), der ein Alter Ego mit Perücke und schlechten Zähnen erdenkt, um seine verbissene Tochter (Sandra Hüller), eine Unternehmensberaterin in Bukarest, aus der Reserve zu locken. Mit ihrem dritten Spielfilm ist Maren Ade ein absoluter Überraschungserfolg mit absurdem Humor und gelegentlichen Ausflügen ins Surreale gelungen. Und dank der hervorragenden Schauspielleistungen werden wir eine Handvoll Szenen aus Toni Erdmann wohl nie vergessen. Zum Beispiel wie Sandra Hüller The Greatest Love Of All singt.

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Western (2017) von Valeska Grisebach

Western heißt der Film von Valeska Grisebach, der 2017 in Cannes in der Sektion Un Certain Regard uraufgeführt wurde. Eigentlich zieht es ihn aber in den Osten. Zu ostdeutschen Bauarbeitern, die nahe eines bulgarischen Dorfes ein Wasserkraftwerk errichten sollen. Und speziell zu Meinhard (gespielt vom Laiendarsteller Meinhard Neumann), einem Außenseiter, der meist den Mund hält und vorsichtige Nähe eher zu den Bulgaren und einem weißen Pferd sucht. Valeska Grisebach nutzt kaum Dialoge, weigert sich durch das Zeigen eines Konflikts Empörungsreflexe zu bedienen. Oder auch nur die sich beim Zuschauen entwickelnde feine Beobachtungsgabe durch einen plötzlichen Adrenalinausstoß zu vernebeln. Wenn sich Bulgaren und Deutsche in Western mal mehr, mal weniger freundlich gegenüberstehen, dann geht es immer auch um die Übersetzungsarbeit, die das Medium Film per se zu leisten imstande ist — durch Zeigen und Beobachten, weniger durch Erklären.

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Das melancholische Mädchen (2018) von Susanne Heinrich

Melancholischen Mädchen passiert nie etwas, denn die Katastrophe ist immer schon passiert. Mit diesen Worten beginnt Susanne Heinrichs Spielfilmdebüt Das melancholische Mädchen, ausgezeichnet mit dem Hauptpreis des Filmfestivals Max-Ophüls-Preis. Kapitalismus und Patriarchat mitsamt aller unschönen Begleiterscheinungen sind die Katastrophen, die das titelgebende Mädchen (Marie Rathscheck), eine wohnungslose Schriftstellerin mit Puppengesicht und Schreibblockade, auf der Suche nach einem Schlafplatz in fünfzehn lose zusammenhängenden Episoden durch die Großstadt treiben. Auf diese Weise verbindet Heinrich formale Strenge mit Verspieltheit, zumeist starre Tableaus mit märchenhaften Elementen, einen Thesenfilm mit experimentellem Überschuss.

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Das melancholische Mädchen from Salzgeber Club on Vimeo.

 

Looping (2016) von Leonie Krippendorff

Bevor sie in diesem Jahr mit Kokon auf der Berlinale und in den Kinos von sich reden machte, bescherte uns Leonie Krippendorff schon 2016 ihr Regiedebüt. Looping war der Abschlussfilm ihres Regiestudiums an der Filmakademie Babelsberg und erzählt ebenfalls mit Jella Haase in der Hauptrolle von drei Frauen unterschiedlicher Generationen, die sich ein Zimmer in der Psychiatrie teilen und eine tiefe Verbindung zueinander entwickeln. Dabei lässt Krippendorff Looping nie zum Problemfilm werden. Sie belässt die problematische Vergangenheit der Frauen eher in Andeutungen und verlegt sich darauf in atmosphärischen Bildern die heilende Kraft der weiblichen Freundschaft zu beschreiben.

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Systemsprenger (2019) von Nora Fingscheidt

Systemsprenger war der erste Film, der auf der Berlinale 2019 im Wettbewerb lief. Eine weitgehend unbekannte Regisseurin, keine großen Stars, kaum jemand hatte gesteigerte Erwartungen. Doch die Geschichte um die neunjährige Benni eröffnete die Berlinale mit einem lauten Knall und ein Jahr später sollte sie sogar für Deutschland ins Rennen um einen Oscar für den besten Internationalen Film gehen. Benny ist ein Systemsprenger. Das bedeutet, das zutiefst traumatisierte Kind einer überforderten Mutter fällt durch sämtliche Sicherheitsnetze des Jugendamts. Ihrer Aggressionen wegen wird sie von einer Einrichtung in die nächste geschickt. Was nach einem gut gemeinten, aber letztlich drögen Sozialdrama klingt, wird von Nora Fingscheidt so wuchtig, so knallig verpackt, dass es an die Mädchenpopfilme der Nuller Jahre erinnert: Mädchen, Mädchen, Bandits, Seventeen. Man möchte Benni an die Wand klatschen und sie zugleich in die Arme nehmen.

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