Specials: Gestreamt: Naomi Kawase

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Specials

Ein Beitrag von Katrin Doerksen

Ein neues Werk in Cannes, dazu der offizielle Film zu Olympia — 2020 hätte das Jahr der Naomi Kawase werden sollen. Zum Trost veranstalten wir einfach eine kleine Privatretrospektive.

Still the Water / Die Blüte des Einklangs / Sharasôju
Still the Water / Die Blüte des Einklangs / Sharasôju

Mit ihrem neuen Film True Mothers (Asa ga Kuru) wäre Naomi Kawase dieses Jahr eigentlich im offiziellen Wettbewerb der Filmfestspiele von Cannes vertreten gewesen. Corona ist schuld daran, dass das Festival in diesem Jahr nicht im gewohnten Format stattfinden konnte. Genau genommen wurde die Regisseurin gleich doppelt getroffen, hätte sie doch im Sommer auch den offiziellen Film zu den Olympischen Spielen in Tokyo präsentieren sollen. Aber immerhin erlaubt das Internet jedem, der sich dazu bemüßigt fühlt, seine eigene Naomi-Kawase-Privatretrospektive zu veranstalten.

© Georges Biard - CC BY-SA 3.0
© Georges Biard — CC BY-SA 3.0

In ihren Filmen setzt sich die Japanerin immer wieder mit Themen wie Familie und Zugehörigkeit auseinander. Dafür gibt es auch eine biografische Motivation: 1969 in Nara geboren, wurde sie als Kind von ihren Eltern verlassen und wuchs bei den Großeltern auf. Schon in den ersten experimentellen Kurzfilmen, die sie während ihres Filmstudiums drehte, sowie später in Form dokumentarischer Arbeiten, versuchte sie diese Erfahrung zu verarbeiten. 

Mittlerweile umfasst Naomi Kawases Filmografie auch 11 Spielfilme, viele davon in Cannes vertreten, von denen die meisten in eher ländlichen Gegenden spielen, uns Einblick in das Leben von Kindern, Kleinfamilien, häufig wegen ihres sozialen Status unterrepräsentierten Leuten beim alltäglichen Verrichten der Dinge geben: Der dokumentarische Blick prägt ihre fiktionalen, häufig mit Amateurdarstellern besetzten Werke. Immer wieder werden dabei auch Krankheit und Tod zum Thema — und doch bleiben Kawases Filme nicht als düster in Erinnerung. Der Grund dafür ist ihr visueller Stil, der mit allen Sinnen sucht und Erlösung immer wieder in der Natur findet: In üppigen Landschaften, tanzenden Schatten, dem Rauschen des Wassers und dem Säuseln des Windes.

Dieser Beitrag bildet nicht Naomi Kawases vollständige Filmografie ab. Einige ihrer Filme sind derzeit weder im Stream, noch auf Heimmedien verfügbar.

 

Naomi Kawases Filme im Stream:

 

Embracing (1992) & Katatsumori (1994)

Warum existiere ich und wer bin ich eigentlich? Schon Naomi Kawases frühe Filme waren von diesen Fragen geprägt. In einer Mischung aus found footage und amateurhaft anmutenden 8-mm-Aufnahmen richtet sie die Kamera auf sich selbst und thematisiert in ihrem Debüt Embracing die schwierige Suche nach ihrem Vater, den sie nie kennengelernt hatte. In Katatsumori porträtiert sie wiederum zwei Jahre später das alltägliche Leben mit ihrer Adoptivmutter, die sie liebevoll Großmutter nennt.

Verfügbar auf: YouTube

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Moe no Suzaku (1997)

Moe no Suzaku ist ein doppeltes Debüt: Naomi Kawases erster Langspielfilm sowie ihr erster auf 35mm-Material gedrehter Film. Allerdings gibt es am Ende eine kleine Hommage an ihr früheres Schaffen, als die Figuren sich einen auf 8-mm gedrehten home movie anschauen. Der Film erzählt die Geschichte einer kleinen Familie aus der Gebirgsregion Nishiyoshino, die infolge einiger Schicksalsschläge sowie ihrer schwierigen wirtschaftlichen Situation langsam auseinander driftet. Dafür wurde Kawase als jüngste Regisseurin in Cannes mit der Caméra d’or für das Beste Debüt ausgezeichnet.

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Sharasôju (2003)

Sharasôju ist der bisher einzige ihrer Spielfilme, in dem Naomi Kawase selbst eine Rolle vor der Kamera übernahm. Im Film verschwindet eines Tages ein Zwillingsjunge der Familie Aso aus der Altstadt von Nara (bis heute der Wohnort der Filmemacherin) spurlos. Fünf Jahre später muss sein inzwischen siebzehnjähriger Bruder, ein Kunststudent, lernen weiterzuleben. Obwohl die Regisseurin abermals viele alltägliche Momente zeigt, durchweht eine poetische Spiritualität ihre Bilder, die etwa an die Filme ihres Kollegen Apichatpong Weerasethakul denken lässt.

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The Mourning Forest (2007)

Eine Krankenschwester, die um ihr totes Kind trauert, freundet sich im Pflegeheim mit einem alten Mann an. Der Demenzkranke sucht im nahegelegenen Wald nach etwas, das mit seiner verstorbenen Frau in Verbindung steht. Für ihren sensiblen Umgang mit diesen schwierigen Themen erhielt Naomi Kawase 2007 den Grand Prix in Cannes. Der seelenstreichelnde Score zu The Mourning Forest steht im Übrigen auf Spotify.

Verfügbar auf: Amazon als Blu-ray-Import

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Still the Water (2014)

Ihren Film Still the Water, der wiederum in Cannes uraufgeführt wurde, beschrieb Naomi Kawase damals als ihr bislang stärkstes Werk. Angesiedelt auf einer subtropischen Insel steht in diesem wortkargen Drama ein Liebespaar im Zentrum, das vom Tod fasziniert ist. Einmal mehr sind es hier die Naturgewalten - der alles durchbrausende und zugleich reinigende Taifun sowie der unergründliche Ozean - die Seelenlandschaften der Protagonisten einerseits sind und andererseits das Potential haben zu verwandeln und zu befreien.

Verfügbar auf: Filmingo im Abo

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Kirschblüten und rote Bohnen (2015)

Mit Kirschblüten und rote Bohnen, der 2015 die Cannes-Sektion Un Certain Regard eröffnete, wandte sich Naomi Kawase wieder einer etwas klassischeren Erzählweise zu und stellte uns einen Mann vor, der eine Rentnerin (Kirin Kiki) in seinem tokioter Dorayaki-Shop einstellt. Ihre handgemachte Rote-Bohnen-Paste wird zum Verkaufsschlager — doch dann finden die Kunden heraus, dass die Deformierungen an ihrer Hand von einer Lepra-Erkrankung herrühren. Deutlich, doch ohne jede Verbitterung zeigt die Regisseurin hier den vorurteilsbehafteten Umgang der japanischen Gesellschaft mit der Krankheit und plädiert dafür, Freude im sinnlichen Wahrnehmen der Umwelt zu finden.

Verfügbar auf: Arte Mediathek bis zum 21.6.2020; im Abo von Filmingo und Amazon Prime; zum Kaufen/Leihen auf iTunes, Google Play, Rakuten TV, Pantaflix und Videoload

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Radiance (2017)

Für Radiance gab es in Cannes diesmal den Preis der ökumenischen Jury: Im Mittelpunkt steht Misako, eine junge Frau, die Audiodeskriptionen für Filme verfasst und sich in einen älteren Fotografen verliebt, der langsam erblindet. Wie immer interessiert sich Naomi Kawase jedoch nicht dafür eine klassische Liebesgeschichte zu erzählen. Die Beziehung ist vielmehr eingebettet in eine größere Parabel über das Licht und das Auskosten eines jeden noch so flüchtigen Augenblicks.

Verfügbar auf: Zum Kaufen/Leihen auf Amazon, iTunes, Google Play, Videobuster, Rakuten TV, Videoload, Maxdome

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Die Blüte des Einklangs (2018)

Böse Zungen bezichtigen diesen Film des Kitsches - andere nennen es sinnliche Erzählweise. Zum ersten Mal arbeitet Kawase hier mit der französischen Schauspielerin Juliette Binoche zusammen, die eine Journalistin auf Japanreise verkörpert. Sie ist auf der Suche nach einer seltenen Pflanze, die nur alle 997 Jahre erscheint und gerät dabei in einen Wald, in dem sie vor 20 Jahren ihre erste große Liebe erlebte. Jeannes Reise kommt einer naturmystischen Wiedergeburt gleich.

Verfügbar auf: Im Abo von Amazon Prime; zum Kaufen/Leihen auf iTunes, Videoload

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