Specials: Gestreamt: Céline Sciamma

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Specials

Ein Beitrag von Katrin Doerksen

In unserer neuen Reihe „Gestreamt“ stellen wir euch jeweils ein*e Regisseur*In vor und zeigen euch, wo ihr sämtliche Filme im Stream findet. Den Auftakt macht die französische Filmemacherin Céline Sciamma.

Tomboy / Porträt einer jungen Frau in Flammen / Mädchenbande
Tomboy / Porträt einer jungen Frau in Flammen / Mädchenbande

1978 in Pontoise geboren, wuchs Céline Sciamma in einem Pariser Vorort auf und studierte schließlich Französische Literatur sowie das Drehbuchschreiben an der Filmschule La Fémis. Auch das Drehbuch zu Water Lilies schrieb sie dort ursprünglich als Abschlussprojekt und wurde von ihrem Dozenten Xavier Beauvois überzeugt selbst Regie zu führen. So begann die Erfolgsgeschichte der Céline Sciamma, die sich seither in den Verfilmungen ihrer eigenen Drehbücher vor allem weiblichen und/oder queeren Themen widmet. Ihre Protagonistinnen sind Kinder und junge Frauen, die lernen müssen sich selbst und ihre Begierden anzunehmen, obwohl die Welt ihnen oftmals feindlich gegenübersteht. Sie thematisiert die Sexualität junger Mädchen mit ebensolcher Selbstverständlichkeit wie die Fluidität von Gender.

Georges Biard CC BY-SA 3.0
Georges Biard CC BY-SA 3.0

Obwohl zumeist in der Gegenwart angesiedelt und obwohl Sciamma sich als Aktivistin begreift, sind ihre Filme keine sozialrealistischen Dramen oder kämpferischen Manifeste. Sie sind vielmehr von subtiler Poesie geprägt, referenzieren Popkultur ebenso wie alte Meister und schenken ihren Hauptdarstellerinnen (immer wieder: Adèle Haenel) umwerfende Kameramomente, in denen die Zeit stillzustehen scheint. Dabei spielt auch der Style der Filme eine große Rolle: Immer wieder designt Céline Sciamma die Kostüme ihrer Figuren selbst und arbeitet mit der gleichen Kamerafrau zusammen: Crystel Fournier.

 

Céline Sciammas Filme im Stream:

 

Water Lilies — Der Liebe auf der Spur (2007)

In Céline Sciammas Regiedebüt sind bereits alle Themen und Motive zu finden, die die Filmemacherin auch in ihren späteren Arbeiten immer wieder in den Fokus nehmen sollte. Anhand dreier Teenagerinnen erzählt sie in Water Lilies vom Erwachen der Weiblichkeit und lässt beinahe die ganze Geschichte sich in einem örtlichen Schwimmbad abspielen, wo Marie die abgeklärte Synchronschwimmerin Floriane (Adèle Haenel) begehrt. Ein subtil inszenierter Film über die Pubertät, über widersprüchliche Gefühle und unerfüllte Sehnsüchte.

Verfügbar auf: Pantaflix

 

Pauline (2010)

2010 arbeitete Sciamma mit Anaïs Demoustier und Adèle Haenel für einen sehr berührenden Kurzfilm zusammen, in dem eine junge Frau von ihrer Kindheit und Jugend auf dem Land erzählt, die von Einsamkeit und Isolation geprägt war, nachdem sie Gefühle für andere Mädchen äußerte. Pauline ist nicht einmal achteinhalb Minuten lang — aber es liegt ebenso viel Schmerz wie Hoffnung in ihm.

Verfügbar auf: YouTube

 

Tomboy (2011)

Für ihren zweiten Langfilm gewann Céline Sciamma den Teddy-Award der Berlinale. Tomboy beginnt als magischer Sommerfilm. Es ist August und die zehnjährige Laure verbringt ihn auf dem Land, wo sie sich den anderen Kindern als Junge namens Michael vorstellt. Die Regisseurin muss sich nicht auf das Formulieren pädagogischer Thesen verlassen. Sie vermittelt die Zwickmühle, in die Laure früher oder später kommen muss, denn die Ferien werden schließlich irgendwann vorbei sein, nebenbei. In alltäglichen Momenten ohne unnötige dramaturgische Zuspitzung. Wenn das etwas entlarvt, dann die Vorurteile des Publikums.

Verfügbar auf: Amazon zum Leihen und Kaufen

 

Mädchenbande (2014)

Für ihren dritten Spielfilm ging Céline Sciamma in die Pariser Banlieue und drehte mit Laiendarstellerinnen. Trotzdem könnte ihr Film kaum entfernter sein von einem Sozialdrama. Großer Druck lastet auf Marieme, von Seiten der Schule und ihrer Familie. Also glättet sie sich die Haare, benennt sich um in Vic und schließt sich einer Mädchengang an. Mädchenbande ist von der Faszination für und die Liebe der Regisseurin zu ihren Figuren durchtränkt. Bei allen Schwierigkeiten weigert sie sich, die Mädchen der Tristesse auszuliefern und zeigt sie wie zum Trotz in geradezu erhabenen Momenten, wenn sie beispielsweise in einem Hotelzimmer zu Rihannas „Diamonds“ tanzen.

Verfügbar auf: Amazon als DVD

 

Les 18 du 57, Boulevard de Strasbourg (2014)

Gemeinsam mit zahlreichen anderen französischen Filmemacher*innen formte Céline Sciamma 2014 das Collectif des Cinéastes Pour les Sans-Papiers (Kollektiv der Cineasten für Menschen ohne Papiere) und dokumentierte in einem Kurzfilm die Streiks von 18 Einwanderern ohne Dokumente, die im Mai desselben Jahres einen Frisiersalon besetzten, um gegen Menschenhandel und die Mafia zu demonstrieren.

Verfügbar auf: YouTube

 

Porträt einer jungen Frau in Flammen (2019)

Mit ihrem jüngsten Spielfilm hat sich Céline Sciamma endgültig einen Platz im Olymp der wichtigsten zeitgenössischen Regisseur*innen gesichert. Porträt einer jungen Frau in Flammen wurde in Cannes 2019 für das Beste Drehbuch sowie mit einer Queer Palm ausgezeichnet und erzählt von einer jungen Malerin, die in Frankreich Ende des 18. Jahrhunderts auf eine einsame Insel kommt, um dort das Hochzeitsporträt einer jungen Frau zu zeichnen. Doch schnell stellt sich heraus, dass diese überhaupt nicht heiraten will. Porträt einer jungen Frau in Flammen referenziert Macbeth, Vertigo, Orpheus und Eurydike - einen Kanon männlicher Meisterschaft, der seine Inspiration aus dem Blick auf das Weibliche schöpft. Céline Sciamma hat diesem Kanon ihre eigene, genuin weibliche Perspektive erfolgreich hinzugefügt.

Verfügbar auf: Amazon, Sky Store, Google Play, Freenet Video zum Leihen und Kaufen / Ab dem 30. Juni 2020 auch im Abo von Amazon Prime Video

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