Specials: Formal gewagt, kulturell konservativ: Klassisches Hollywood-Musical im Stream

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Specials

Ein Beitrag von Bianka-Isabell Scharmann

Die Leichtigkeit der Schritte Fred Astaires, die Kraft und Dynamik Ginger Rogers, die Eleganz von Cyd Charisse: In 9 Musicalnummern durch 9 klassische Hollywood-Musicals. Zum Neu- und Wiederentdecken. Denn das zwar kulturell konservativste Filmgenre ist doch auch gleichzeitig das formal wagemutigste. Und ein kleines Extra. 

Judy Garland und Fred Astaire, Gene Kelly, Leslie Caron
"Osterspaziergang" / "Singin in the Rain" / "Ein Amerikaner in Paris"
  • Vorhang auf! (The Band Wagon; 1953) von Vincente Minnelli

    Der Vorhang hebt sich, es ist Nacht, die Straßen sind leer, ein Detektiv streift alleine in Gedanken versunken durch sein Revier. Dann taucht plötzlich eine blonde Frau auf, sie scheint verängstigt, er bietet ihr seine Hilfe an. Auf ihren Fersen befindet sich ein Mann, der es auf sie abgesehen hatte — doch dann nach kurzer Konfrontation verpufft er buchstäblich und hinterlässt nichts anderes als einen Fetzen Stoff, einen Knochen und einen Haufen Haare. Der Detektiv hebt alles auf und als er sich umdreht ist die Frau auch verschwunden. Sie hat einen kleinen, grünschimmernden Gegenstand hinterlassen. Was hat das alles zu bedeuten? Bevor sich der Detektiv an die Fersen der Frau heften kann, wird er zusammengeschlagen. Alles dreht sich… 

    So beginnt eine der Nummern der großen Schlusssequenz, in die Vorhang auf! am Ende mündet. Ein Kommentar auf Film Noir, finden sich auch in anderen Nummern Referenzen auf das Film Business selbst — ein Merkmal, für das das Musical bekannt ist. Ist es doch selbst Entertainment par excellence, gewissermaßen in seine Bestandteile zerlegt, neu zusammengesetzt und trotzdem wiedererkennbar serviert.

    Vorhang auf! ist eine Mischung aus integrated musical, also einem Musical, in dem Handlung und Nummern fließend ineinander übergehen, und backstage musical, indem die Prämisse des „putting on a show“ als Motivation für Tanz- und Gesangsnummern genutzt wird, eine Formel, die in der großen fertigen Show am Ende mündet. 

    In diesem recht späten Musical von Vincente Minnelli treffen Fred Astaire und Cyd Charisse aufeinander — deren Charaktere sich anfangs nicht leiden können. Auf Missverständnissen beruhend, fühlt sich der eine der Ballerina aufgrund seiner popkulturellen Vergangenheit unterlegen und sie im Gegenzug von ihm nicht ernstgenommen. In einer der ikonischen Szenen des Musicals (nicht in der oben beschriebenen, aber in der oben zusehenden) lernen beide in den Rhythmus der/des jeweils anderen einzufallen. Und alles, was es dazu braucht, sind die richtigen Schritte, unmotiviert und doch zielstrebig, flanierend und letztendlich in einen Tanz verfallend, der leicht wirkt, improvisiert. Und letztendlich geht es doch auch bei Musicals genau darum: Den Eindruck der Leichtigkeit zu erwecken, dass auch unser Leben jeden Moment sich in eine Musicalnummer verwandeln kann. Wenn wir nur den richtigen Takt finden.

    Der Film ist über Amazon Prime Video zum Kauf oder als Leihgabe erhältlich. 

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