Specials: Asghar Farhadi wird 50 - Fünf Filmempfehlungen für zu Hause

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Specials

Ein Beitrag von Christian Neffe

Es ist mal wieder Zeit, einen Geburtstag zu feiern: Asghar Farhadi wird 50! Wir haben fünf Heimkino-Empfehlungen aus der Hand des iranischen Regisseurs parat.

Nader und Simin / Asghar Farhadi / The Salesman
Nader und Simin / Asghar Farhadi / The Salesman

Asghar Farhadi scheint von Beginn an einen Nerv bei den Festival-Jurys dieser Welt getroffen zu haben: Schon sein erster Spielfilm „Raghs dar ghobar“ (übersetzt: „Tanz im Staub“, 2003) gewann beim Internationalen Filmfestival Moskau zwei Preise, für seinen zweiten Film „Schahr-e ziba“ („Die schöne Stadt“, 2004) regnete es bereits Festival-Auszeichnungen — ganz zu schweigen von dem, was da noch kommen sollte. Der am 7. Mai 1972 in Chomeinischahr geborene Farhadi fing schon in seiner Jugend mit dem Filmemachen an und ist heute eine der wichtigsten cineastischen Stimmen in der so vitalen und politischen Filmlandschaft seiner Heimat.

Inzwischen haben sich ein Goldener Bär, zwei Oscars sowie ein Golden Globe für den besten fremdsprachigen Film und ein Großer Preis der Jury in Cannes — samt Einladung zum Gremium im Jahr 2022 — im Trophäen-Regal des Asghar Farhadi angesammelt. Seine Filme zeigen uns seine Heimat auf authentische, subtil kritische Weise, lassen uns über Vorurteile gegenüber dem Iran hinwegblicken und all die Grautöne erkennen, die in dieser Gesellschaft herrschen. Nach einem Farhadi-Film — zumindest jenen, die nicht in Europa spielen — kennt man den Iran jedenfalls stets ein Stückchen besser.

Jüngst lief sein neunter Film in 18 Jahren — A Hero — im Kino an, und auch wenn dies aktuell ein juristisches Nachspiel wegen einer Plagiatsklage für ihn hat, so wollen wir nichtsdestotrotz einen kleinen Blick auf jene Filme werfen, die es hierzulande im Stream oder auf DVD gibt.

Farhadis erste Filme Raghs dar ghobar und Schahr-e ziba gibt es im Übrigen frei verfügbar auf YouTube — allerdings nur in der Originalfassung und ohne Untertitel.

 

Feuerzauber (2006)

In Feuerzauber begibt sich Farhadi auf psychologische Spurensuche in die urbane Mittelschicht des Iran. Im Zentrum steht das Ehepaar Mozhdeh (Hedye Tehrani) und Morteza (Hamid Farokhnezhad), das sich am Vorabend des Neujahrsfestes auf eine Reise vorbereitet. Morteza wird jedoch von seiner Gattin verdächtigt, eine Affäre mit der Nachbarin Simin (Pantea Bahram) zu haben, und so heuert Mozhdeh die neu eingestellte Haushaltshilfe Rouhi (Taraneh Alidoosti) an, herauszufinden, ob ihr Verdacht stimmt. Dank komplexer Charakterzeichnung schafft der Regisseur und Mit-Autor ein vielschichtiges, ambivalentes Bild der Gesellschaft, in der er aufwuchs.

Zum Streamen verfügbar bei Filmingo.

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Alles über Elly (2009)

Der Film, der Farhadi seinen ersten Berlinale-Bären, wenn auch „nur“ in Silber, einbrachte: In Alles über Elly reist Ahmad (Shahab Hosseini), der mehrere Jahre in Deutschland lebte, nach seiner Scheidung für einen Urlaub in den Iran. Am Rande des Kaspischen Meeres wollen ihn seine Freunde mit Elly (Taraneh Alidoosti) verloben, die aber noch am selben Tag spurlos verschwindet. Das Warten auf die junge Frau wird nicht nur zur Geduldsprobe, sondern eröffnet auch viel Raum für Gespräche über das Land, die Gesellschaft und die Moralvorstellungen innerhalb des Iran, die dabei kritisch, aber niemals platt in Frage gestellt werden.

Verfügbar auf DVD.

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Nader und Simin — Eine Trennung (2011)

Dem Ehepaar Nader (Peyman Maadi) und Simin (Leila Hatami) wird vom Scheidungsrichtung die Trennung verwehrt. Sie wollte mit ihrer Tochter das Land verlassen, er will lieber bei seinem pflegebedürftigen Vater bleiben. Nun bleiben beide erstmal im Land, leben aber getrennt. Nader stellt eine Pflegerin für seinen Vater ein, diese aber verbirgt einige Geheimnisse, und so kommt es zu einer Auseinandersetzung, bei der ein ungeborenes Kind ums Leben kommt.

Nader und Simin — Eine Trennung ist zweifelsohne Farhadis bekanntester Film: Ausgezeichnet mit dem Goldenen Bären und dem Golden Globe sowie dem Oscar für den besten fremdsprachigen Film greift der Regisseur hier — neben seinem bereits bewährten Motiv von Stolz und Schuld — ein in seinem Land so wichtiges Thema auf: das Verlassen der Heimat. Und nutzt es als Grundlage, um verschiedenste Weltanschauungen, Sozialisierungen und Lebensentwürfe aufeinanderprallen zu lassen. Keiner davon ist per se gut oder schlecht, richtig oder falsch, vielmehr zeigt Nader und Simin, dass wir alle mehr oder minder gefangen im Netz unseres unmittelbaren Umfeldes und unserer Überzeugungen sind. Dass trotz dessen ein Konsens entstehen muss. Und welche destruktive Kraft all die privaten Geheimnisse haben, die in einer repressiven Gesellschaft entstehen.

Verfügbar in der Flatrate von Filmingo, Sky Go und im Mubi-Channel von Amazon Prime sowie bei allen gängigen VoD-Anbietern.

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The Salesman (2016)

Nachdem ihr Haus aufgrund von Bauarbeiten in Mitleidenschaft gezogen wird und kurz vor dem Einsturz steht, kommen der Lehrer Emad (Shahab Hosseini) und dessen Frau Rana (Taraneh Alidoosti) in einer neuen Wohnung unter, die zuvor von einer Frau mit offensichtlich häufig wechselndem Männerbesuch bewohnt wurde. Einer dieser Herren steht eines Tages in der Wohnung, bedrängt Rana und zieht unverrichteter Dinge von dannen. Rana ist traumatisiert — und Emad zieht los, um Rache an dem Unbekannten zu üben.

Auch in The Salesman, für den Farhadi seinen zweiten Oscar einheimste, geht es um soziale Differenzen, Ehre, Rache und Schuld als Triebfedern gesellschaftlicher Konflikte — und damit auch die Frage, wie diese überwunden werden können. Wie üblich bei Farhadi ist das exzellent gespielt und clever inszeniert, allerdings ist die vor allem inhaltliche Nähe zu Nader und Simin doch etwas auffällig.

Verfügbar in der Flatrate von Joyn+ und im ARTHAUS+-Channel von Amazon Prime sowie bei allen gängigen VoD-Anbietern.

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Offenes Geheimnis (2018)

Laura (Penélope Cruz) kehrt nach mehreren Jahren in Argentinien in ihre Heimat Spanien zurück, wo ihre Schwester heiraten will. Das ehemalige Weingut von Lauras Familie gehört inzwischen Paco (Javier Bardem), mit dem sie einst liiert war — hier gibt es also bereits doppeltes Konfliktpotenzial. All das wird jedoch überschattet, als Lauras Tochter entführt wird. Paco setzt daraufhin alles daran, das Mädchen zu befreien.

In Offenes Geheimnis hat sich Farhadi, nachdem er 2013 in Le passé bereits erstmals außerhalb des Iran filmte und erzählte, den Konventionen des europäischen Kinos endgültig angepasst — und das nicht unbedingt im positiven Sinne. Die Figuren kommen etwas zu kurz, das Fahardi’eske Beziehungsgeflecht breitet sich nur oberflächlich aus. Dennoch stimmt die Spannung in diesem Kriminal- und Familien-Thriller.

Verfügbar bei diversen VoD-Anbietern zur Leihe.

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