Filmgeschichte(n): Die Geschichte hinter dem Hollywood-Sign

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Filmgeschichte(n)

Ein Beitrag von Katrin Doerksen

Das Hollywood-Zeichen von hinten
Das Hollywood-Zeichen in Los Angeles

Ein Converse-Allstar-Sneaker, ein polierter Slipper, ein verlorener Hackenschuh. Sechs junge Menschen erklimmen Leitern und Holzplanken auf dem Weg zu einem Ziel, das zum Greifen nah erscheint. Ihre Blicke verraten Zweifel, doch ihre Schritte sind entschlossen. Drohen die Kräfte zu schwinden, dann reichen sie einander die Hände und stehen schließlich gemeinsam ganz oben, auf den Buchstaben, die die Welt bedeuten.

Der eigentliche Protagonist im Intro zur Netflix-Miniserie Hollywood ist das Wahrzeichen, das auch in der Realität ikonisch über dem gleichnamigen Stadtteil thront. Weiße Buchstaben, jeder gute dreizehneinhalb Meter hoch. Weithin sichtbar verkünden sie es von den Hügeln über der Stadt aus: H-O-L-L-Y-W-O-O-D. Der Gedanke hinter dem Zeichen hatte jedoch anfangs rein gar nichts mit der Traumfabrik zu tun. Niemand hätte sich bei seiner Einweihung am 13. Juli 1923 wohl träumen lassen, dass der Schriftzug einst zum globalen vanishing point des Showbusiness werden würde.

Breve Storia del Cinema - CC BY-SA 4.0
Breve Storia del Cinema — CC BY-SA 4.0

Tatsächlich war der Schriftzug - der damals noch Hollywoodland lautete — als Werbung für ein Neubaugebiet gedacht, das Anfang der 1920er Jahre in den Hollywood Hills entstehen sollte. Für 21.000 US-Dollar designte Thomas Fisk Goff, Chef einer auf Schilder spezialisierten Baufirma, den Schriftzug, verzierte ihn mit 4000 rhythmisch aufflackernden Glühbirnen und richtete Scheinwerfer darauf. Kein Wunder, dass ein derart perfekt ausgeleuchtetes Objekt in Hollywood für Aufmerksamkeit sorgte. Weil ganz Hollywood es bald als sein inoffizielles Wahrzeichen betrachtete, ließ man es stehen, obwohl es ursprünglich nur für 18 Monate den Hügel hatte zieren sollen. 

James Zeruk - CC BY-SA 4.0
James Zeruk — CC BY-SA 4.0

Zum Hintergrund eines traurigen Kapitels in der Geschichte Hollywoods wurde das Zeichen schließlich 1932, als eine junge Schauspielerin namens Peg Entwistle sich das Leben nahm, indem sie vom H aus in die Tiefe sprang. Entwistle, eine Engländerin, die als Kind in die USA gekommen war und bei mehreren Broadway-Produktionen mitgewirkt hatte, versuchte wie viele andere ihr Glück während der Great Depression in Los Angeles. Ihre einzige Filmrolle spielte sie im Thriller Thirteen Women mit Myrna Loy und Irene Dunne, der heute als einer der frühsten weiblichen Ensemblefilme gilt. 

In den folgenden Jahren verfiel das Zeichen zusehends. Wind und Wetter griffen das Material an und ein Autounfall hatte das H gänzlich zerstört. So wurde 1949 endlich die Restauration, beziehungsweise der Wiederaufbau von der Hollywood Chamber of Commerce in Auftrag gegeben. Bei der Gelegenheit sparte man die aufwändige Beleuchtung ein und entschied, den letzten Teil des Zeichens wegzulassen: Es sollte fortan den Stadtteil repräsentieren, nicht mehr ein Neubaugebiet. Aus Hollywoodland wurde Hollywood.

Dennoch hielt die Struktur aus ungeschütztem Holz und Blech nicht lange. In den 1970er Jahren war das Hollywood-Zeichen in einem desolaten Zustand, das letzte O gar völlig abgestürzt. Erst dank einer Kampagne des Playboy-Gründers Hugh Hefner konnten genug Spender aufgetrieben werden, um das Zeichen neu zu errichten: Mit Buchstaben aus Stahl auf Betonpodesten.

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Die Geschichte von Peg Entwistle aber wurde hundertfach erzählt, oftmals verfälscht, aufgebauscht, skandalisiert. Erst kürzlich griff man sie wieder auf: In Ryan Murphys Miniserie Hollywood nämlich, in dem ein Team aus aufstrebenden Regisseuren, Autoren und Schauspieler_Innen im Los Angeles der 1940er Jahre versucht die Geschichte der Unglücklichen zu verfilmen. Peg soll das Biopic heißen, das tatsächlich ein etabliertes Studio bereit ist zu produzieren und das sich auf unerwartete Weise zu einem trailblazer entwickelt, zur Initialzündung einer alternativen, einer fortschrittlichen, inklusiven Filmgeschichte.

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