Deutschland im Jahre 4 n. Netflix’ Expansion

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Ein Beitrag von Katrin Doerksen

Die Streamingdienste expandieren, während gleichzeitig Videotheken schließen und haufenweise Filmmaterial dem Essig anheimfällt. Wir können heute zwar sofort auf riesige Mengen online verfügbarer Filme zugreifen – aber was passiert mit den Filmen, die nicht auf Netflix stehen?

Innenraum einer Videothek
Innenraum einer Videothek

Es ist erst 4 Jahre her, dass der Streamingdienst Netflix in Deutschland online ging. Trotzdem fühlt es sich mittlerweile an, als sei er schon seit Ewigkeiten da und auch kaum mehr wegzudenken. Dazu Amazon Prime und Apple, Mubi, die Mediatheken der Fernsehsender, ausländische Streamingservices wie FilmStruck, das Bibliotheksangebot Filmfriend, YouTube, illegale Tauschbörsen – noch nie konnten wir aus einer größeren Auswahl schöpfen, wenn es darum ging, unseren Durst nach immer neuen Medien in Nullkommanichts und ohne nennenswerten Aufwand zu stillen.

Mit der riesigen Auswahl stellt sich aber auch ein Gefühl der Überforderung ein: Weder lassen sich die Mengen online verfügbarer Filme überschauen noch ist es möglich, im Alltag sämtliche Nachrichten zu neuen Anbietern und Prozessen zu verfolgen oder künftige Entwicklungen zu prognostizieren. Und während der Berg an abrufbaren Daten wächst, verfällt gleichzeitig täglich altes Filmmaterial unbeachtet in Archiven und auf Dachböden. Zu viele Fragen haben sich angehäuft, die außerhalb einer kleinen cinephilen Blase niemand stellt. Ein Versuch, die Lage zu sondieren.

 

Wo stehen wir?

Allein die Nachrichtenlage der vergangenen Monate war schon unübersichtlich genug. Dominiert wurde sie von einem geradezu machohaften Kräftemessen der Giganten Netflix und Cannes. Am Ende ging der Streamingdienst mit beinahe leeren Händen nach Hause. Viele Filmemacher akzeptieren wieder weniger lukrative Angebote, um ihren Projekten reguläre Kinostarts zu ermöglichen. Vielleicht ändert Netflix also bald seine Strategie. Erst im April hieß es, der Anbieter wolle Kinos in Los Angeles kaufen, um eigenen Produktionen während der Awards Season größere Sichtbarkeit zu verschaffen.

Unter Druck gerät Netflix auch immer wieder durch die von Land zu Land unterschiedlichen Gesetzeslagen. So wurde erst kürzlich beschlossen, dass der Dienst in die deutsche Filmförderung einzahlen muss. Ab sofort wird eine Abgabe auf den Umsatz fällig, den er mit deutschsprachigen Filmen erwirtschaftet. Netflix hatte sich (ähnlich wie andere Anbieter, Apple beispielsweise) lange gegen diese Entscheidung gewährt, obwohl es selbst von der Filmförderung profitierte: Duncan Jones’ Netflix-Original Mute wurde mit 200.000 Euro vom Medienboard Berlin-Brandenburg und einer Million Euro vom German Motion Picture Fund teilfinanziert und in Babelsberg gedreht.

"Mute" von Duncan Jones
Mute von Duncan Jones; Copyright: Netflix

 

Streaming-Dienste stecken in den Kinderschuhen

Streamingdienste stecken entgegen ihrer mittlerweile als selbstverständlich wahrgenommenen Präsenz im Grunde noch immer in den Kinderschuhen. Sie expandieren schrittweise, sammeln das Feedback ihrer Nutzer und wiederholen dabei zahlreiche Fehler, die sich schon bei den Videotheken beobachten ließen. Was früher die Verstopfung der Regale mit dem sogenannten Kassettenberg war, sind heute die unüberschaubaren und nur schlecht durchsuchbaren Datenmengen, die sich auf den verschiedenen Plattformen tummeln. In unseren Entscheidungen für oder gegen bestimmte Formate scheinen wir angesichts dessen immer passiver zu werden.

Tobias Haupts hat nicht nur die Entscheidung für seine Wohnung von der Nähe zu seiner Stammvideothek abhängig gemacht, sondern sich auch eingehend mit dem Medienwandel beschäftigt. Warum er zum Thema Videotheken promoviere, wurde Haupts unaufhörlich gefragt, die gebe es doch schon bald nicht mehr. Tatsächlich sind die Videotheken schon seit ihrem Aufkommen Ende der 1980er Jahre ständig mehr oder minder bedroht.

"Die Videothek"
Cover "Die Videothek"; Copyright: transcript

 

Die verbliebenen Läden müssen sich etwas einfallen lassen, um Kunden zu locken. Manche setzen auf den Nostalgiefaktor und präsentieren Videokassetten in exzentrisch tapezierten Räumlichkeiten, andere geben sich den Anschein moderner Boutiquen oder emulieren das Bingewatching, indem sie ganze Serienstaffeln übers Wochenende verleihen. Dass trotz Streaming eine Faszination für das Haptische noch nicht vollständig verloren gegangen ist, zeigt immerhin ein Gegentrend recht deutlich. So erklärt Tobias Haupts:

 

„Manche Anbieter bieten wieder sehr ausstaffierte, opulente Editionen von Filmen an. Jetzt gibt es gerade ein großes Referenzbeispiel: Den letzten Star Wars kriegt man in fünf verschiedenen Editionen zu kaufen, das Steelbook gehört zum guten Ton dazu. Das ist alles Haptik, die ins Regal gestellt und auf Sammelbörsen immer noch stark hochgehalten wird.“

 

(Star-Wars-Steelbooks-Vergleich)

 

In der Krise

Dennoch häufen sich in den vergangenen Jahren die schlechten Nachrichten: Die Traumathek in Köln, Eckis Videoladen in Kassel, das Negativeland in Berlin Prenzlauer Berg – nun muss auch das Videodrom gerettet werden. Sinkende Verleihzahlen, aber auch die ständig steigende Miete im gentrifizierten Kreuzberg gehen der Videothek an den Kragen. Der Regisseur Jörg Buttgereit forderte im Zuge des Hilferufs des Videodroms eine öffentliche Förderung für Programmvideotheken, vergleicht ihre Bedeutung mit Institutionen wie der Staatsbibliothek.

Tobias Haupts schließt sich diesen Überlegungen an:

„Der Untertitel meiner Arbeit lautete tatsächlich: „Die Videothek als kulturelle Institution“. Das ist zugleich nicht nur die Perspektive jener, die mit der Videothek gelebt, gearbeitet haben, aufgewachsen sind, sondern es war auch ein Kampfbegriff. Wenn sie als kulturelle Institution gelten, können sie Fördergelder beantragen, sitzen in Gremien und dürfen sonntags öffnen, weil sie mit den Kinos und Theatern gleichgestellt sind. Es wäre tatsächlich schon fast zynisch, würde dieser Kampf jetzt in dem Moment, wo es wirklich schlecht aussieht, gewonnen werden.“

 

Natürlich haben Videotheken einen anderen Archivbegriff als Bibliotheken oder Filmarchive. Vor allem machen sie Filmgeschichte als ein gefühltes „Jetzt“ erlebbar: alles steht gleichwertig und niedrigschwellig verfügbar nebeneinander.

„Das Videodrom beweist sich tatsächlich auf eine eigenwillige Art und Weise als Archiv, es gibt da auch eine eigene Legendenbildung: Wir haben noch keine VHS-Kassetten weggeschmissen, es sei denn, sie sind kaputt. Da haben Sie ein Archiv und kulturelle Arbeit.“

 

Was geht uns verloren?

„Fragt man im Seminar die Studierenden, wer noch über einen Videorekorder oder gar über einen Fernseher verfügt, kommen oft keine Antworten mehr oder man wird sogar fragend angeguckt.“

 

Wenn ein Großteil – nicht nur unserer Gesellschaft, sondern auch der nachwachsenden Cinephilie – das im Verschwinden Begriffene nicht vermisst - warum dann überhaupt die Panik?

 

 

Lücken im Regal

Zum einen ist da die bemerkenswert große Kluft, die nach wie vor zwischen den Filmbeständen existiert, die es in einer Videothek gäbe, und jenen auf Netflix und Co. Das betrifft sämtliche Sparten vom Mainstream-Blockbuster bis zu Klassikern der Filmgeschichte. Aber auch im Bereich der Genres klaffen Lücken. So Haupts:

„Was ist eigentlich mit dem Horrorfilm, der immer genuin an die Videothek gebunden war? Wo findet der seinen Platz? Schon haptische Verleihfirmen wie Lovefilm haben ihre 18er-FSK-Filme rausgeschmissen als sie wieder von Amazon aufgekauft wurden. Diese Filme haben Sie dort nicht gefunden. Aber selbst wenn die 18er-FSK mit dem Horrorgenre verbunden ist, hat natürlich auch der ein oder andere Pasolini eine 18er-Freigabe, auch die kriegten Sie dann nicht.“

 

Noch prekärer wird die Lage, wenn man den Blick abseits der Klassiker und hin zu den Apokryphen der Filmgeschichte wagt. Hier ist die Frage nach dem Verbleib der Filme gleich existenzieller Natur. Nicht nur: wo kann ich den Film am bequemsten sehen? Sondern: Wer rettet das Filmmaterial? Wer archiviert und digitalisiert es? Haupts:

„Polemisch kann man natürlich sagen: Sobald von einem Film wie Metropolis noch mal irgendwo fünf Sekunden gefunden werden, gibt es die neue Blu-ray, DVD und drei Editionen davon. Aber was ist mit allem anderen? Das hat sehr viel auch mit Filmgeschichtsschreibung zu tun, die größtenteils von der Filmkritik übernommen wurde. Man staunt immer wieder drüber, wie lange sich die Narrative dieser Filmkritik und Filmgeschichtsschreibung halten. Was war eigentlich noch da? Welche Bilder zirkulieren? Wie wurden andere Dinge gesehen etc.? Das ist eine Fundgrube und diese Fundgrube muss irgendwie hergestellt werden. Es ist aber heute auch, wenn ich aus der Sicht des Dozierenden sprechen darf, keine Selbstverständlichkeit mehr, dass Studierende sich dafür interessieren und das rausholen, aushalten und auch mal merken: es gibt so etwas wie Störungen im Material.“

 

(News Razzia im Videodrom 1999)

 

Zur Passivität erzogen

Aber noch etwas droht im Zuge der Digitalisierung verloren zu gehen: die Haptik, das Stöbern in den Regalen, das Drumherum. Auf der Festplatte sehen wir in der Regel Dateinamen, vielleicht noch ein Vorschaubild, aber keine Cover mehr, geschweige denn Filmplakate oder gleich Booklets.

„Eine gewisse Form all dessen, was gemeinhin als Paratext bezeichnet wird - was nicht nur Wissen über Film firmiert und zirkulieren lässt, sondern eben auch dabei hilft, den Film einzuordnen. Genrewissen zum Beispiel. Sicher, die Genreeinteilung in Netflix ist ähnlich wie in der Videothek, also diskussionswürdig im besten Fall. Ich glaube, dass mit diesem Wegfall der Paratexte auch noch mal sehr viel wegfällt, was a) vielleicht für Zirkulation von Filmwissen und b) in so etwas Lapidarem wie Entscheidungsfindung mit verantwortlich war.“

 

So vielfältig die Streamingdienste aufgebaut sind - ob sie einen Film pro Tag bewerben, mit einer Liste persönlicher Empfehlungen oder beliebter Neuerscheinungen aufmachen - sie erziehen den Nutzer zur Passivität. Er darf scrollen – soll diesen Prozess aber bitte so schnell wie möglich zugunsten eines passenden Programms beenden.

„Dabei ist doch das Schöne als Zuschauer -  und das bietet Netflix, glaube ich, noch nicht wie die Videothek - zu entdecken. Zu entdecken und sich quasi auszutesten.

 

(Szene aus The Holiday im Video Store)

 

Rückzug in die eigenen vier Wände

Die Videothek war im Idealfall nicht nur ein Ort des Stöberns, schreibt Tobias Haupts in seinem Buch, sie bildete auch eine Schnittstelle zwischen öffentlichem und privatem Filmkonsum. Der Rückzug in die eigenen vier Wände ist nichts Neues, er setzte spätestens ein, als das Fernsehen in den 1960er Jahren in den Haushalten Einzug hielt. Und doch verschärft sich die Situation mit dem Streaming noch einmal. Nicht nur, weil man, um Essen zu bestellen und einen Film zu besorgen, nun nicht einmal mehr das Haus verlassen muss. Sondern vor allem auch, weil es den Erfahrungsraum splittet, die Gleichzeitigkeit aufhebt:

„In den 1980er Jahren war die Spezifik des Mediums Fernsehens ja nicht mehr die des Live-Mediums, sondern man hat, wenn es eine Livesendung gab, den Event gefeiert. Der Event war natürlich Wetten, dass…?. Samstagabend, die Familie saß am Gerät, die nachfolgenden Sendungen durften sich kuschen, weil man immer überzogen hat. Am nächsten Montag haben auf dem Schulhof alle über Wetten, dass…? gesprochen. Ganz lapidar: Je mehr Sie die Möglichkeit haben Ihre Freizeit auszufächern, indem Sie drei Programme haben, vier Programme, 16, 60 Programme - haben Sie 60 Leute, die alle etwas Unterschiedliches gesehen haben. Worüber wird gesprochen? Sie können natürlich miteinander kommunizieren, das Kollege A dies und Kollege B das gesehen hat. Sie können aber nicht mehr über die geteilte Erfahrung sprechen.“

 

Der Diskurs verändert sich

Die Art, wie wir Filme schauen, ändert den Diskurs auf dem Schulhof, in den Feuilletons, auf Fachkonferenzen. Schon allein, weil man Gefahr läuft, ständig über Dinge zu sprechen, die die anderen (noch) nicht gesehen haben. Die Filmkritik kann dazu beitragen, die Datenberge zu ordnen und übersichtlicher zu machen, aber auch ihre Möglichkeiten sind begrenzt.

Nicht zuletzt sind schließlich die Filmpublizistik und die Kritik von ganz ähnlichen Problemen betroffen wie beispielsweise die Videotheken. Auch sie stecken ständig in mehr oder weniger tiefen Krisen. Tobias Haupts:

„Was macht es zum Beispiel, dass neben den arrivierten und etablierten Filmkritikern urplötzlich jeder Jupp Zupp im Internet seine Meinung äußern darf und vielleicht für einen Filmkritiker gehalten wird? Das trifft auch die seriösen Onlineportale. Die Frage ist, wie man damit umgeht. Ich halte es für sehr wichtig, dass es da eine Guideline gibt. Dass die Online-, aber auch die Printmedien da eine Nische sehen, die dann nicht der Kinotipp ist, sondern eben der Netflix- oder der Streamingtipp. Ich glaube aber, dass die Onlineanbieter und auch die Printmedien da noch mal in eine Reflexion gehen sollten, was das eigentlich heißt.“

 

Die Aufgabe des Journalismus wird spätestens dann unabdingbar, wenn es darum geht, die Hauptakteure der Branche zu überwachen. Wie schnell sich im Bereich Streaming Monopole bilden können, zeigt das Beispiel Disney. Die Firma kaufte innerhalb weniger Jahre sowohl Marvel als auch das Star-Wars-Franchise und plant einen eigenen Streamingdienst, um schließlich sämtliche Eigenproduktionen von konkurrierenden Diensten abzuziehen.

„Anhand dieser Produktionen, sei es der letzte Star Wars oder sei es Infinity War, entzündet sich die Frage: Wohin geht das alles? Damit meine ich nicht: Wohin gehen Marvel oder Disney? Sondern: Wohin geht eigentlich Filmemachen? Wohin geht Filmegucken und wohin geht auch - wenn Sie momentan etwa die Debatten um Episode VIII verfolgen - wohin geht unsere Kommunikation über Filme? Gibt es nur noch Lager und Teilung, wie es sich leider in vielen anderen Bereichen des alltäglichen und politischen Lebens sehen lässt? Setzt sich das fort, wenn man über Filme spricht?“

 

Was die Konglomerate angeht, so hilft wahrscheinlich die schärfste Kritik nichts ohne eine Diskussion auf internationaler Ebene:

„Ich glaube, selbst wenn das immer noch hochgehalten wird: Die Utopie Internet hat sich an vielen Stellen zerschlagen. Das ist ein ganz normaler Vorgang, der, wenn Sie in die Mediengeschichte schauen, ein jedes Medium trifft. Man muss da versuchen, die Balance zu finden zwischen Verteufelung und Verherrlichung und muss darüber sprechen, wie man diese Modalitäten richtig ausbalancieren kann. Monopolstellungen sind sowohl bei Disney zu befürchten, was das Kino betrifft, als auch bei Netflix, was das Anbieten betrifft. Diese Prozesse sind gerade sehr stark zu beobachten und sie sind definitiv noch nicht zu Ende.“

 

Revival des Analogen?

Dabei böte das Streaming im großen Stil einige großartige Möglichkeiten, an die sich vereinzelt Anbieter herantasten:

„Ich glaube, Geschichtlichkeit erfährt auf Netflix noch mal eine ganz andere Form, denn die einzelnen alten Filme müssen Sie erstmal suchen. Diese große Möglichkeit - wow, wir können jetzt unsere Filmgeschichte auf Video festhalten, was viele der Studios gemacht haben - die ist bei den Streamingdiensten noch nicht angekommen. Das wird, glaube ich, noch passieren, dass man seine Archive dort einspeist. Vieles muss aber erstmal digitalisiert und aufbereitet werden, was auch noch mal Geld kostet.“

 

Gerade abseits des Kanons sind unzählige Filme online nach wie vor unauffindbar – zumindest auf legalem Wege. In illegalen Tauschbörsen tummeln sich hingegen obskure TV-Mitschnitte und Video-Digitalisate, oftmals selbst untertitelt, pixelig und verwaschen, jedoch definitiv besser als nichts. Nur: Inwieweit ist es vertretbar davon Gebrauch zu machen?

 

„Es ist natürlich da schwierig, wo Arbeiten abgenommen werden. Damit meine ich nicht nur den wirtschaftlichen Schaden, der auch gegeben sein kann, der aber natürlich immer die Frage aufwirft: Ist es was anderes, ob Sie Blockbuster kopieren oder eben den obskuren Film, den Sie aufgenommen haben? Ob Sie einfach etwas zur Verfügung stellen, was sonst weg wäre? Gerade auf den Archiven der Universitäten und der Sender liegen ganz obskure Dinge, die auf viele Fragen, die noch gestellt werden müssen, eine Antwort finden können. Ich glaube, das ist sehr wichtig und das ist auch kein Luxus.“

 

Wie sich allerdings gesellschaftliche Diskurse und Trends letztlich entwickeln, lässt sich kaum vorhersagen. So hat es in den vergangenen Jahren beispielsweise wieder verstärkt eine Hinwendung zum Analogen gegeben. Plattenläden sind so gut besucht wie lange nicht und Fans der analogen Fotografie wissen nicht, wohin mit ihren Gefühlen, weil quasi im Wochentakt die Produktion alter Filme eingestellt wird und dafür neue angekündigt werden.

„Es gibt mittlerweile die ersten Bücher, die von der Rache des Analogen sprechen. Ich fände schöner, wenn es die Rückkehr wäre, weil: Warum sollte das Analoge noch eine Rechnung mit uns offen haben? Aber auf der anderen Seite wissen wir einfach nicht was passiert. Das ist alles Science-Fiction.“

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