Empfehlungen: Klassiker mit Kindern: King Kong

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Ein Beitrag von Rochus Wolff

"King Kong" (1933) von Merian C. Cooper und Ernest B. Schoedsack
"King Kong" (1933) von Merian C. Cooper und Ernest B. Schoedsack

In dieser Rubrik will ich in den kommenden Wochen jeweils zum Wochenende in die Kiste der Filmgeschichte greifen um (mehr oder minder große) Klassiker hervorzuheben – und zu schauen, ob und ab wann sie sich auch mit Kindern anschauen lassen. (Spoiler Alert: In den meisten Fällen ist das super.)

Er ist ja gewissermaßen das „Creature Feature“, das alle anderen überragt, ein Monolith nicht nur im Sinne des Empire State Buildings, an dem sein Protagonist emporklettern wird – eines der Bilder, das wahrhaft Filmgeschichte geworden ist. Alle Monstren, die nach King Kong kamen, mussten sich an ihm messen, in Sachen Größe, Eindrücklichkeit und Spezialeffekten. Aber auch in Sachen Vermenschlichung: Denn Ernest B. Schoedsacks Film trifft, bei allen seinen Schauwerten, ja vor allem deshalb so sehr ins Herz, weil sein riesiger Held eben nicht das Monster ist, für das ihn alle halten wollen, sondern ein fühlendes, sorgendes Wesen, das von seiner großen Liebe, Fay Wray als Ann, nicht lassen kann und will.

Zugleich greift auch dieser Film auf Vorbilder zurück, auf die Erzählung von der Schönen und dem Biest einerseits, auf die Stop-Motion-Tricktechnik andererseits, die Willis O’Brien hier zu einem neuen, lange Zeit unerreichten Höhepunkt bringt – aber auch er hatte schon in den Jahren zuvor, spätestens seit Harry O. Hoyts Die Verlorene Welt – The Lost World an ihrer Verbesserung und Perfektionierung gearbeitet.

Vom Himmel gefallen ist dieser Film also nicht, auch seine Geschichte nicht. Ein Filmteam sucht die sagenumwobene Insel „Skull Island“ auf; deren Bewohner_innen entführen die einzige Frau vom Boot, um sie dem riesenhaften Kong zu opfern. Gefressen wird Ann aber nicht, im Gegenteil, Kong beschützt sie vor Sauriern und anderen Gefahren, bevor er selbst von der Bootsbesatzung überwältigt und nach New York verschifft wird, um als Attraktion ausgestellt zu werden.

Da steckt reichlich drin, eine kolonialistische Grundhaltung, die exotistische Darstellung der Inselbewohner_innen und ihrer Bräuche, der Gegensatz zwischen Schönheit und animalischer Wildheit, zwischen – der deutsche Verleihtitel King Kong und die weiße Frau bringt die rassistische Grundierung dieser Gegenüberstellung unfreiwillig klar zu Tage – der weißen Frau und dem dunklen Monstrum. Man kann und sollte King Kong nicht ohne das Bewusstsein um diese Stereotype und diese Historie sehen, ohne darüber zu sprechen – und wundert sich dann doch ein wenig, wie offensichtlich hier die eigentliche Gefahr nicht von dem emotionalen, zärtlichen Riesen ausgeht, sondern vom weißen Mann, der nichts anderes kann als zu erobern, zu rauben und zu morden.

FSK 6, empfohlen ab 10 Jahren

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