Darling der Woche: TikTok: Das nächste Level der Filmkritik?

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Darling der Woche

Ein Beitrag von Katrin Doerksen

Screenshot: Charlie Lyne in einem Clip auf TikTok
Screenshot: Charlie Lyne in einem Clip auf TikTok

Wie unterscheidet sich der Blick der Millennials auf das Kino vom Blick der Generation Z? Wie sehr sich dieser Blick schon verändert hatte, bevor die ersten Mitglieder der Generation Z aus der Schule kamen, zeigt sich etwa daran, dass inzwischen Kritiker als Mentoren für Festival-Nachwuchsprogramme eingeladen werden, die in den letzten Jahren kaum ein Wort klassischer geschriebener Filmkritik veröffentlicht haben.

Auftritt Charlie Lyne. Der britische Filmemacher und Blogger erlangte Bekanntheit durch seinen Popkulturblog Ultra Culture, den er 2008 als Teenager gegründet hatte. Über die Anfänge dieses Projekts schreibt Lyne dort heute:

„You have to remember though: the bar for online film criticism was considerably lower in the late 2000s. This was the era of RSS feeds, gif walls, the irritatingly small font size you’re reading now, infographics, Flash embeds, liveblogsHTML frames, and tweets sent via text because I didn’t have a smartphone. The blog was literally half a decade old by the time I reviewed a cool new service called Netflix, which allowed you to watch ‘flicks’ right here on the ‘net’.“

Inzwischen hat Charlie Lyne eigene Filme gedreht (manche davon im gefürchteten Hochkantformat) und dehnt durch seine Nutzung der Sozialen Medien und seine Videoessays weiter die Grenzen der konventionellen Filmkritik. In jeder Hinsicht etabliert ist er damit noch lange nicht. In einem neuen Videoessay für Sight & Sound demonstriert Lyne überzeugend, wie häufig audiovisuelle Kommunikation über Film nach wie vor nicht als legitime Kritik wahrgenommen wird.

 

Wen das alles herzlich wenig juckt: Die Nachwuchskritiker in Melbourne. Die sind nämlich den ganzen Tag auf TikTok zugange, einer chinesischen Video-App, in der die Nutzer selbstgedrehte Clips mit bekannten Songs oder Musik aus Filmszenen unterlegen. Im ersten Quartal 2018 war TikTok die am häufigsten heruntergeladene App: 45,8 Millionen Downloads. Was für ein Potential.

Momentan nutzen Teenager TikTok noch am häufigsten, um einfach synchron die Lippen zu Liedtexten zu bewegen oder alberne Tänzchen aufzuführen. Charlie Lyne aber sieht einen Nutzen des sozialen Netzwerks abseits dieses ewig währenden Talentwettbewerbs: Filmkritik. Kommunikation über Film. Die Möglichkeit, Phänomene von den Rändern der Popkultur in den Mainstream zu holen. Filme in ihre einzelnen Bestandteile zu zerlegen und so ihre Wirkungsweise zu analysieren. Unmittelbar ihre Wirkung auf das Publikum zu dokumentieren.

Weil Charlie Lyne sich dafür nicht zu schade ist, hat er umgehend selbst einen TikTok-Account gestartet und angefangen zu experimentieren. Wir stehen aktuell noch da und staunen. Aber wer weiß, wohin sich unser eigenes Nachdenken über Film in den nächsten Jahren entwickeln wird.

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