Darling der Woche: Happy Birthday, Bugs Bunny!

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Darling der Woche

Ein Beitrag von Katrin Doerksen

Auf den Tag genau vor 80 Jahren hatte Bugs Bunny seinen ersten Auftritt in einem Cartoon aus dem Hause Warner Bros. Wir beglückwünschen den umtriebigen Hasen und werfen einen Blick auf die Höhepunkte seiner Karriere.

Bugs Bunny im Logo der "Looney Tunes"
Bugs Bunny im Logo der "Looney Tunes"

Star mehrerer oscarnominierter und -prämierter Filme, ein eigener Stern auf dem Hollywood Walk of Fame, Platz 9 auf der Liste der weltweit am häufigsten porträtierten Filmpersönlichkeiten. Bugs Bunny muss man nicht erst lange vorstellen. Nach Mickey Mouse ist er der wahrscheinlich bekannteste Cartoon-Charakter der Welt und feiert heute seinen nunmehr 80. Geburtstag.

Schon seit dem Jahr 1938 tauchten in den Cartoons aus dem Hause Warner Bros. vereinzelt vorwitzige Hasen auf: noch mit weißem Fell, einem kehligen Lachen und dicken Flausen hinter den Ohren. Eine interessante Entscheidung im Übrigens, eine Figur in Weiß und Grau einzuführen, hatte man doch gerade begonnen die Cartoons in strahlendem Technicolor zu produzieren. Als offizielles Bugs-Bunny-Debüt jedenfalls gilt der 1940er Cartoon A Wild Hare von Tex Avery, in dem Hasi dem Jäger Elmer Fudd ein Schnippchen schlägt. Erstmals wurde er hier mit aufrechterer Haltung gezeichnet, sprach mit der für ihn charakteristischen Stimme (im englischen Original mit Brooklyner Dialekt) und nutzte seine berühmte Catchphrase: „What’s up, Doc?“

 

Seinen Namen erhielt Bugs Bunny übrigens durch einen Zufall: Einer der Animatoren hatte unter eine Skizze des Hasen „Bugs‘ Bunny“ geschrieben — nach dem Cartoon-Regisseur Ben ‚Bugs‘ Hardaway. Der Klang verfing sich. Bugs Bunny war geboren — in frühen Versionen häufig noch mit einem Apostrophen geschrieben.

Die zeichnerische Evolution des Bugs Bunny; Fair Use
Die zeichnerische Evolution des Bugs Bunny; Fair Use

In den folgenden Jahren wurde Bugs Bunny zu einem der beliebtesten Figuren der Warner-Bros.-Cartoonserien Looney Tunes und Merrie Melodies. Und das verwundert kaum. Denn Bugs Bunny ist schlicht der Coolste im Raum. Klüger, flinker, gewitzter als alle anderen — und doch greift er nur an, wenn ihm jemand den Tag versaut. In mehr als 150 Cartoons tauchte er zwischen den Jahren 1940 und 1964 auf, wobei seine Figur am nachhaltigsten von seinem ersten Synchronsprecher Mel Blanc sowie den Regisseuren Friz Freleng, Robert McKimson und Chuck Jones geprägt wurde. Jones‘ Episode What’s Opera, Doc?, eine Adaption der Wagnerschen Nibelungen, schaffte es 1992 als erster Cartoon von der United States Library of Congress das Prädikat „culturally significant“ verliehen zu bekommen. Und dass man sich zu einer Figur wie Bugs Bunny sogar auf verwirrende Weise sexuell angezogen fühlen kann, beweist der Fall des Underground-Comicmeisters Robert Crumb, der einst im Interview von seiner Begeisterung für den ranken, schlanken Hasen berichtete:

 

Aber im Ernst: Bugs Bunny ist gleich in mehrfacher Hinsicht kulturell signifikant. Erst kürzlich erschien auf Netflix der Dokumentarfilm Disclosure, der sich mit Transgender-Repräsentation in Hollywood befasst. Unter anderem RuPaul und Lilly Wachowski sprechen vor der Kamera darüber, dass kein Geringerer als Bugs Bunny lange Zeit die einzige Figur überhaupt war, die Transweiblichkeit als etwas Positives darstellte. In zahlreichen Cartoons taucht Bugs Bunny in Drag auf — was ihn niemals zum Ziel von Spott macht. Im Gegenteil! In der Rolle der Southern Belle, als Meerjungfrau oder Brünnhilde ist Bugs schön, stark und betörend, eine noch bessere Version von sich selbst. 

 

Steve Blanc, Sohn des Synchonsprechers Mel Blanc, gab im Übrigen 2007 während der Warner Brothers Looney Tunes Night bekannt, dass Bugs Bunny heimlich immer eine Beziehung mit seinem Widersacher, dem Jäger Elmer Fudd geführt habe. Man habe das nur nicht offen aussprechen dürfen:

„The studio just wouldn’t allow it. Instead, Bugs and Elmer expressed their love for each other using homosexual codes of the day, such as Elmer pointing a gun at Bugs, and Bugs responding with a squirt of seltzer in his face.“

Völlig unproblematisch waren aber auch die Bugs-Bunny-Cartoons nicht. So entstand etwa 1944 kurz nach dem Angriff der Japaner auf Pearl Harbour der Kurzfilm Bugs Bunny Nips the Nips, in dem Bugs auf einer Insel im Pazifik strandet und sich dort mit japanischen Soldaten anlegt. Wegen seiner stereotypen Darstellung der Japaner zeigte man ihn nach dem Krieg nur selten, bis er 1991 in der LaserDisc-Box Golden Age of Looney Tunes für Heimmedien verfügbar wurde.

 

Aber enden wir doch auf einer positiven Note: Nur die größten Fans wissen nämlich von einem der wohl größten Verdienste von Bugs Bunny: Wie er seinem Synchronsprecher das Leben rettete. Tatsächlich lag Mel Blanc 1961 nach einem Autounfall im Koma und hatte tagelang kein Lebenszeichen von sich gegeben. Erst als einer der Chirurgen ihn mit „Bugs! Bugs Bunny! How are you doing today?“ ansprach, reagierte er mit: „Eeee, what’s up, Doc?“ Die komplette Anekdote ist in diesem Radiogespräch mit Mels Sohn Noel Blanc nachzuhören:

Uns bleibt an dieser Stelle nur zu sagen: Happy Birthday, Bugs Bunny!

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