Darling der Woche: Film als Fenster zur Welt - Zum Welttag des Audiovisuellen Erbes

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Darling der Woche

Ein Beitrag von Bianka-Isabell Scharmann

Kinoeingang in neonrot
Kinoeingang

„Yout Window to the World”, Dein Fenster zur Welt – das ist das diesjährige Motto des nun 15. Welttags des Audiovisuellen Erbes, der seitdem jährlich am 27. Oktober stattfindet. Ins Leben gerufen wurde der Welttag von der UNESCO im Jahr 2005, anlässlich des 25. Jahrestag der „Empfehlung zum Schutz und zur Erhaltung bewegter Bilder“. Weltweit wird der Tag mit verschiedenen Aktionen gefeiert, in Deutschland wird er offiziell seit 2007 begangen.

Dein Fenster zur Welt – ein Motto, das nicht zufällig ausgewählt wurde. Auf der Website der CCAAA, des koordinierenden Gremiums der Vereinigung Audiovisueller Archive (Co-Ordinating Council of Audiovisual Archive Associations), heißt es, in dieser Zeit des social distancing und der sozialen Unruhe sind es vor allem die audiovisuellen Medien, die notwendiges dokumentarisches Beweismaterial liefern – die die Ungerechtigkeiten gegen genauso wie die Erfolge der Menschlichkeit aufzeichnen.

Die CCAAA unterstreicht die Bedeutung des dokumentarischen Gehalts audiovisueller Materialien, ihr Vermögen, ein Fenster zur Welt zu sein, durch welches wir uns fernen Ereignissen beiwohnen, Stimmen der Vergangenheit wahrnehmen können und gleichzeitig Geschichten schreiben, die informieren und unterhalten.

Dein Fenster zur Welt nimmt außerdem Ideen auf, die schon seit der ersten Stunde der Filmtheorie mit dem Kino assoziiert werden, dass nämlich Film und damit Kino uns fremde Länder, Kulturen, Gesellschaften näherbringt und uns als Menschheit zusammenrücken lässt. Natürlich sollte man darüber nicht vergessen, welches auch ideologische Machtinstrument Film sein kann – verschiedene Praktiken und Zeiten der Weltgeschichte legen davon Zeugnis ab.

Die Idee vom Film als Fenster zur Welt verbindet in dieser Zeit auch das Analoge mit dem Digitalen: Denn für die meisten von uns wurde der Screen in all seinen Größen wohl in den letzten Monaten zum meist geöffneten Fenster, um zu sehen: Seien es Nachrichten, Dokumentarfilme, Spielfilme, Serien, YouTube-Vieos oder Livestreams jeglicher Art uvm. – nicht zu vergessen die vielen Gesichter unserer Freund*innen und Kolleg*innen, die wir per Videochat perfekt eingerahmt so oft schon uns gegenüber gesehen haben. Unser aller Fenster zur Welt ist auch eines des Splitscreens, des multiplen Fensters.

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Gerade das Spannungsfeld des Analogen und Digitalen ist ein interessantes im Hinblick auf den Welttag des Audiovisuellen Erbes: Denn die Bewahrung, die Sicherung und Präservation, die Rekonstruktion und erneute Präsentation von Film wird ja meist mit analogem Filmmaterial verbunden. Und damit mit den Aufgaben der Archive und Filmmuseen weltweit. Natürlich auch zurecht, werden Restaurierungen und Rekonstruktionen bekannter und kulturell wichtiger Spielfilme doch – endlich möchte man sagen – ihrer Bedeutung entsprechend finanziell gefördert. Doch auch über den Spielfilm hinaus gibt es analoges Filmmaterial, was es zu bewahren gilt, seien es Newsreels der Stummfilmzeit, Homemovies, Amateurfilme, Experimentalfilme oder ganz und gar (noch) nicht zuzuordnende Schnipsel. Schnipsel, von denen wir beispielsweise in unserem Darling zu den Tabu Outtakes berichteten.

Doch auch der digitale Film stellt die Archive vor Herausforderungen: Bisher ist noch nicht absehbar, welcher Verlust auch an digitalem Material bereits um sich gegriffen hat (man denke nur an die vielen Videos, die man selbst schon gelöscht hat!). Darüber hinaus erfolgt auch die Sicherung von analogem wie digitalem Filmmaterial in Form von digitalen Kopien. Diese müssen gespeichert werden, dafür braucht es Platz. Und da ist außerdem das Problem des Alterns, denn auch die digitalen Kopien müssen immer wieder auf den neuesten Stand gebracht, müssen umkopiert werden, bevor ihre Trägermaterialien (CDs, DVDs, etc.) nicht mehr gelesen werden können.

So sind es dann auch nicht die CDs und DVDs, die meist mit den Problemen der Restaurierung in Verbindung gebracht worden, sondern eben analoge Kopien. Die verschiedenen Versionen, die weltweit verstreuten Schnipsel, die Rekonstruktion mittels Drehbuches, Zwischentiteln und ähnlichem; oder der Versuch, die verbleichenden Farben, eine komplexe Soundstruktur und ähnliches zu erhalten. Dass auch digitale Filme gar verschwinden können, für immer verloren scheinen – das ist kaum bekannt oder wird kaum bedacht. Ein spannendes Beispiel aus der jüngeren Geschichte ist Toy Story 2, der während der Produktion selbst fast verloren ging und mittels aufwändiger und bis an die Grenzen des menschlich möglichen gehender Arbeit wieder hergestellt wurde, um dann, aufgrund der unzureichenden Qualität, weniger als ein Jahr vor offiziellem Starttermin noch einmal fast neu ‚gedreht‘ zu werden.

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In Deutschland ist die Deutsche Kinemathek Berlin mit den Feierlichkeiten betraut und widmet dem Welttag des Audiovisuellen Erbes ein eigenes Filmfestival. Film Restored – Das Filmerbe Festival findet als Hybrid-Veranstaltung online und physisch im Kino des Arsenals vom 27.10. bis 01.11. statt. Ein Insgesamt 21 Filme aus 15 Ländern werden zu sehen sein, dazu gibt es ein ausgewogenes Rahmenprogramm mit Vorträgen aus der Praxis mit Werkstattberichten zu gezeigten Filmrestaurierungen. Das Programm und die Teilnahmebedingungen finden sich auf der Website der Kinemathek.

Doch auch international wird der Tag mit vielen verschiedenen Veranstaltungen und Screenings gefeiert, eine kleine Auswahl der Online-Angebote haben wir hier zusammengestellt. Eine Gesamtübersicht über die Veranstaltungen bietet die Website der CCAAA. Und auf Twitter kann man dem Tag unter dem #AudiovisualHeritage folgen und seine eigenen Geschichten beisteuern. 

 

Eye Filmmuseum Amsterdam

Am 27. Oktober feiert The Brilliant Biograph online Premiere. Eine Kollektion von ausgewählten Biograph-Produktionen aus dem Archiv des Eye, aus der Zeit von 1897 bis 1902, die Ansichten aus Europa in einer fast unglaublichen Detailliertheit zeigen.

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UCLA Library

Am 29. Oktober wird The Vampire Bat von 1933 gezeigt, ein Gruselfilm, der in einer noch nicht gesehenen, neuen teils farbigen Restaurierung gezeigt wird. Im Anschluss findet ein Q&A mit der Victoria Riskin statt, der Tochter eines der Stars des Films. Der Film wird um 16 Uhr kalifornischer Zeit gezeigt, ist also mit 10 Uhr abends eine Veranstaltung für die Nachteulen unter uns. 

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