Darling der Woche: Dior: Darling der Filmdiven

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Darling der Woche

Ein Beitrag von Katrin Doerksen

Marlene Dietrich trägt Dior in "Die rote Lola"
Marlene Dietrich trägt Dior in "Die rote Lola"

Gerade recht zum Welttag des Designs bereitet uns kein Geringerer als das traditionsreiche Pariser Modehaus Dior eine außerordentliche Freude: die größte Dior-Ausstellung der Welt — bequem zu besichtigen vom eigenen Wohnzimmer aus. Die Ausstellung Christian Dior, Designer of Dreams präsentierte ab Sommer 2017 im Pariser Musée des Arts décoratifs zum 70-jährigen Jubiläum eine einzigartige Auswahl an Haute-Couture-Kreationen ebenso wie Fotografien und Entwurfzeichnungen sämtlicher Chefdesigner aus der wechselvollen Firmengeschichte.

Damit brach die Ausstellung Besucherrekorde und ist nun auf dem YouTube-Kanal der Maison Dior in einer einstündigen Dokumentation quasi nachträglich zu besichtigen: Nahaufnahmen der Kleidungsstücke warten ebenso auf das Auge wie Blicke hinter die Kulissen der Ausstellungskonzeption und -vorbereitung sowie ein Überblick über die Innovationen des Hauses unter seinen verschiedenen Chefdesignern. 

 

Dior ist förmlich unverwechselbar, seitdem sein Gründer Christian Dior 1947 eine damals geradezu schockierende und prompt auf das Schlagwort „New Look“ getaufte Kollektion präsentierte: Die Blütenkelchlinie — streng geschnittene Bar Jackets mit die Hüften betonendem Schößchen und breitem Revers sowie weit schwingenden Röcken — verbrauchten in der von Materialknappheit geprägten Nachkriegszeit Unmengen an Stoff, brachten jedoch eine unnachahmliche Eleganz zurück in die Modemagazine und auf die Straßen. Kein Wunder, dass auch große Hollywood-Schauspielerinnen schnell zu Diors besten Kundinnen gehörten: Marlene Dietrich und Marilyn Monroe, Ingrid Bergman oder Rita Hayworth.

 

Die legendärsten Filmkostüme aus dem Hause Dior

  • Marlene Dietrich in "Die rote Lola"
    Marlene Dietrich in "Die rote Lola"

    „No Dior, no Dietrich.“ Diese vielzitierten Worte waren es, die Alfred Hitchcock dazu veranlassten Marlene Dietrich für Die rote Lola (1950) eine komplette Filmgarderobe des mit ihr befreundeten Christian Dior vertraglich zuzusichern. Der Film ist eine Mischung aus murder mystery und Musical und dementsprechend trieft auch die Garderobe vor Golden-Hollywood-Glam: Dietrich in der Rolle einer West-End-Sängerin trägt federbesetzte Stolen über hachzarten Negligés, Abendkleider mit ausladenden Röcken und streng geschnittene Bar Jacken.

  • Tilda Swinton in "A Bigger Splash"
    Tilda Swinton in "A Bigger Splash"

    Für Luca Guadagninos A Bigger Splash (2015) durfte sich Tilda Swinton in der Rolle eines urlaubenden Rockstars nicht nur aus den Dior-Kollektionen des damaligen Chefdesigners Raf Simon bedienen. Ihr wurden auch eigens Stücke an den Leib geschneidert: Fließende Jumpsuits und kunstvoll drapierte Hemdkleider treffen im Film auf bedruckte Seidenkimonos und eine futuristisch spiegelnde Sonnenbrille. Dazu kombiniert: Sonnenhüte und Tote Bags aus Raffiabast, wie sie momentan in jedem High-Street-Laden zu kaufen sind.

  • Ingrid Bergman in "Indiskret"
    Ingrid Bergman in "Indiskret"

    Und noch eine Schauspielerin spielt einen Star in Dior: In Indiskret (1958) gibt Ingrid Bergman eine Schauspielerin, die eine Affäre mit einem verheirateten Mann beginnt. Als der Film in die Kinos kam, war Christian Dior gerade gestorben, seine Nachfolge trat der 21 Jahre junge Yves-Saint Laurent an. Doch Bergmans Kleider stammten noch vom Firmengründer persönlich: Glänzende Brokatkleider mit offenherzigen Ausschnitten.

  • Sophia Loren in "Arabesque"
    Sophia Loren in "Arabesque"

    Für Sophia Lorens Kostüme in Stanley Donens Arabeske (1966) erhielt der damalige Chefdesigner Marc Bohan eine BAFTA-Nominierung. Unter seiner Ägide wurden die Silhouetten schmaler, ließen die Trägerinnen jünger, mädchenhafter erscheinen. Das spiegelt sich auch in den Kostümen, die zwar mit der ursprünglichen Dior-Opulenz spielen, dabei jedoch bequemer und verspielter wirken, im Alltag leichter zu handhaben als Wespentaillen und Reifröcke.

  • Jennifer Jones in "Rom, Station Termini"
    Jennifer Jones in "Rom, Station Termini"

    Für sein Kostümdesign in Vittorio de Sicas Schwarzweißfilm Rom, Station Termini (1953) erhielt Christian Dior eine Oscar-Nominierung für das Beste Kostümdesign. Jennifer Jones in ihrer Rolle als verheiratete Amerikanerin, die sich auf Urlaub in Rom in einen Italiener verliebt, ist darin ein Abbild des „New Look“ mit ihren Bustierkleidern, Bar-Jacken und eleganten Pelzstolen.

  • Marlene Dietrich in "Die Reise ins Ungewisse"
    Marlene Dietrich in "Die Reise ins Ungewisse"

    Für Die Reise ins Ungewisse (1951) bediente sich Marlene Dietrich einmal mehr an der neusten Dior-Kollektion und schickte die Rechnung ans Filmstudio. Doch die Filmdiva verstand den Kreationen auch ihren eigenen Spin zu geben. So fand sie etwa, eine einfache Pelzstola sei für ihre Figur einer Schauspielerin (wieder!) nicht üppig genug und kombinierte sie kurzerhand mit einem Nerz-Cape. Im Fall von Marlene Dietrich gilt wohl: mehr ist mehr.

  • Sarah jessica Parker in "Sex and the City"
    Sarah jessica Parker in "Sex and the City"

    Sex and the City strotzt geradezu vor Luxusmarken und hat uns damit während der Nuller Jahre allesamt illusionäre Vorstellungen vom Lebensstandard freier Autor_Innen in den Kopf gesetzt. Wenn der Dior-Schriftzug in der Serie (oder in den zwei anschließenden Kinofilmen) auftauchte, waren das jedoch immer visuelle Höhepunkte: In Form neonpinker Kroko-Handtaschen mit silbernem Logo-Anhänger oder auch in einer der letzten Episoden, wenn Carrie in die Pariser Dior-Boutique stöckelt, ausrutscht, der Länge nach hinschlägt und aus Scham den halben Laden leerkauft. 

  • Sarah Jessica Parker in "Sex and the City - Der Film"
    Sarah Jessica Parker in "Sex and the City - Der Film"

    Dieser Dior-Moment in Sex and the City — Der Film (2010) verdient eine Sonderbehandlung. Für einen kurzen Moment posiert Carrie da nämlich in einem Dior Haute Couture Hochzeits-Ensemble, bestehend aus einem elfenbeinweißen Tüllrock und einer perlenbesetzten Satin-Jacke mit überdimensionalen Puffärmeln. Das gute Stück stammte von dem kurz darauf in Ungnade gefallenen John Galliano und war Teil der 60th Anniversary Haute Couture Collection 2007/2008, die Christian Diors New Look mit Einflüssen aus der Kunstgeschichte kombinierte.

  • Grace Kelly in "Das Fenster zum Hof"
    Grace Kelly in "Das Fenster zum Hof"

    Special Mention für Grace Kellys Kleid aus Fenster zum Hof (1954), das, Achtung, nicht von Christian Dior designt wurde, sondern von der vielleicht einflussreichsten Kostümdesignerin aller Zeiten: Edith Head mochte dabei die neuen Dior-Kreationen im Kopf gehabt haben, dennoch kam sie ihm mit ihrer Kombination aus eng anliegendem schwarzem Body mit V-(Rücken)Ausschnitt und weißem Midi-Chiffonrock zuvor. Die Silhouette, die Kelly die Grazie einer Balletttänzerin verleiht, deutet schon Diors 1955 vorgestellte Y-Line an. 

Zahlreiche Filme wurden über die Jahrzehnte vom Hause Dior ausgestattet. Und dass auch vom Geschehen in den Schneidereien, den fitting rooms und auf den Laufstegen eine große Faszination ausgeht, davon zeugen Dokumentarfilme wie Frédéric Tchengs Dior und Ich, der die enge Verwandtschaft zwischen der Entstehung einer Modekollektion und klassischer Kino-Dramaturgie hervorhebt. Bis heute liefert das Designhaus im Übrigen atemberaubende Momente: Niemand ist wohl je so elegant Treppen hochgefallen wie Jennifer Lawrence bei den Oscars 2013 in ihrem voluminösen Dior Couture Kleid.

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