Darling der Woche: Die Gleichzeitigkeiten der Filmgeschichte - Das RHIZOM-Projekt des DFF

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Darling der Woche

Ein Beitrag von Joachim Kurz

Screenshot von rhizom.film
Screenshot von rhizom.film

Die Vermittlung von Filmgeschichte steckt in Deutschland immer noch in den Kinderschuhen und beschränkt sich (da Filmbildung immer noch nicht Teil des offiziellen Bildungskanons ist) auf die beständige Arbeit der Kommunalen Kinos, der filmwissenschaftlichen Fakultäten, der Curriculae an den Filmhochschulen sowie der Arbeit an den Filmmuseen. Das einzige Problem derzeit bei vielen der genannten Einrichtungen: Aufgrund der Covid-19-Pandemie sind alle Einrichtungen, die Filmgeschichte vermitteln, gerade geschlossen und sind maximal aus der Distanz und mittels des Netzes zu erreichen.

Wer sich darüber hinaus für Filmgeschichte interessiert, kann zu diversen Printpublikationen greifen, Festivals wie das Il Cinema Ritrovatto in Bologna besuchen, das Internet nach spezialisierten Websites durchstöbern, Mark Cousins sehenswertes Opus Magnum The Story of Film auf DVD oder Blu-ray erwerben, auf Streamingdiensten wie MUBI den Katalog abarbeiten, sich auf vereinzelte Filme wie Be Natural — Sei du selbst: Die Filmpionierin Alice Guy-Blaché freuen (sofern das Kino denn endlich mal wieder öffnet) — oder seit kurzem die Webpräsenz https://rhizom.film/ aufsuchen und dort vielfältige Wege durch den Dschungel der Filmhistorie versuchen.

Rhizom Filmgeschichte ist eine Erweiterung des Webangebots filmportal.de vom DFF (Deutsches Filminstitut und Filmmuseum) und rekurriert auf den aus der Botanik wie aus der Philosophie stammenden Begriffs des Rhizom, de Gilles Deleuze und Félix Guattari als postmoderndes bzw. postrukturalistisches Modell der Wissensorganisation und Weltvermittlung beschrieben. Anders als beim Modell des Baums des Wissens gibt es beim Rhizom keine Hierarchien, sondern vielmehr ein flaches, vielschichtiges Geflecht von Verbindungen und Beziehungen.

Diese Form des Wissensorganisation ermöglicht ein „Vergleichendes Sehen“ der technisch-inhaltlichen Entwicklung des Films, was dem Umstand Rechnung trägt, dass Filmgeschichte, nicht nur als chronlogische Abfolge erzählt werden kann, sondern eben auch als gleichzeitiges Nebeneinander. Im konkreten Fall präsentiert das Projekt die Filmanfänge zahlreicher deutscher Filme — die ersten fünf Minuten — aus allen Epochen und Gattungen und verbindet diese anhand ihrer motivischen, stilistischen und thematischen Ähnlichkeiten.

Die Verknüpfung erfolgt dabei vor allem über die Schlagworte: Je mehr gemeinsame Schlagworte zwei Filme und ihre Anfänge aufweisen, desto stärker ist die Verbindungslinie zwischen ihnen. Zudem lässt sich rhizom.-film gezielt nach bestimmten Schlagworten (wie etwas „Reise“durchsuchen. Darüber hinaus gibt es aber auch kuratierte Themenpfade (“Kleine Stilgeschichte des Filmanfangs“, „Verbrechen“, „Buchstaben in Bewegung: Schrift und Typografie im Filmanfang“), die besondere Aspekte in den Mittelpunkt stellen.

Für die Benutzung von rhizom.film wird der Chrome-Browser empfohlen. Wir wünschen viel Spaß beim Erkunden all der Wege und Möglichkeiten, die Historie des Films neu zu entdecken.

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