Darling der Woche: "And now for something completely different" - Happy Birthday, John Cleese!

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Darling der Woche

Ein Beitrag von Christian Neffe

Monty-Python-Mitglied John Cleese ist 80 Jahre alt geworden. Für uns die perfekte Gelegenheit, den für seine neurotisch-cholerischen Rollen berühmten Komiker zu unserem Darling der Woche zu erklären.

John Cleese
John Cleese ist 80 Jahre geworden.

Gemeinsam mit Graham Chapman, Terry Gilliam, Eric Idle, Terry Jones und Michael Palin formte John Cleese einst die berüchtigte britische Ulk-Truppe Monty Python. Ihre absurden, urkomisch Sketche und Filme prägten den europäischen Humor der 1970er Jahre und genießen bis heute Kult-Status. Am Sonntag feierte Cleese seinen 80. Geburtstag. Solche Jubiläen verlangen nach Geschenken — unseres ist der Titel “Darling der Woche“.

Beinahe hätte der 1939 in Sommerset geborene Hüne (bereits mit 13 Jahren soll er 1,96 Meter gemessen haben) aber eine gänzlich gegensätzliche Karriere als die des Komikers eingeschlagen. Cleese studierte Jura in Cambridge — und trat dort glücklicherweise dem universitären „Footlights Dramatic Club“ bei, wo er erste Bühnenerfahrungen im Comedy-Bereich sammelte. Berühmtheit erlangte er schließlich als Teil des des 1969 gegründeten Sextetts Monty Python: In Hunderten verschiedenen Rollen trat der Engländer in deren kultigen Sketchen auf — und verkörperte trotz dieser Vielzahl an Charakteren stets einen spezifischen Typus: den neurotischen bis aggressiven Pedanten.

So etwa, wenn er sich in einem Zoo-Geschäft über einen soeben erworbenen und kurz darauf verstorbenen Papagei beschwerte, sich als Dienstleister für verbale Streitigkeiten zur Verfügung stellte oder den „traditionsbewussten“ Inhaber eines bayerischen Restaurants spielte. Stellten Chapman, Idle und Palin oftmals  zurückhaltende, trottelige oder labile Charaktere dar, waren es bei Cleese selbstbewusste Figuren mit bisweilen manischen Zügen. In ihrer Zuspitzung waren sie innerhalb des Python-Kosmos‘ eine treffsichere Parodie auf den britischen way of life. Da wurde sogar der Bankräuber zum Gentleman.

Cleese mischte seinen Charakteren stets eine gewisse Aggressivität bei. In Das Leben des Brian spielte er – unter anderem – einen Grammatik-versessenen Zenturio (die einzige Figur dieses Films, die tatsächlich ein wenig bedrohlich wirkte) und den zum Aufstand bereiten Anführer der Volksfront von Judäa (oder der Judäischen Volksfront?). In Die Ritter der Kokosnuss den edlen Sir Lancelot, der eine komplette Hochzeitgesellschaft in Stücke schlägt. Und in Der Sinn des Lebens einen knallharten Ausbilder für Selbstverteidigung gegen Obst-Angriffe. Neben seiner Körpergröße war diese Aggressivität wohl das Merkmal, durch das Cleese immer ein wenig aus den Pythons heraus stach.

Nachdem sich die Comedy-Truppe auflöste, versuchte sich Cleese weiterhin als Produzent und Autor. Er entwickelte mit seiner damaligen Ehefrau (die erste von vieren) Connie Booth die Sitcom Das verrückte Hotel – Fawlty Towers und produzierte komödiantische Fernsehbeiträge. Seinen größten Erfolg erzielte er mit Ein Fisch namens Wanda (1988), für den es eine Oscar-Nominierung (Drehbuch) gab. Sein zweiter Film Wilde Kreaturen (1995) wurde jedoch zum Flop und bereitete diesem Karriereabschnitt ein jähes Ende.

Als Darsteller ist Cleese aber weiterhin aktiv – und bleibt dabei seinem Typus aus Python-Zeiten im Wesentlichen treu. So verkörperte er etwa in den Bond-Filmen Die Welt ist nicht genug (1999) und Stirb an einem anderen Tag (2002) den Gadget-Tüftler R, pedantisch und latent aggressiv, gleichwohl als comic relief. In Rat Race (2001) wurde er zum wahnwitzigen Organisator eines Keine-Regeln-Rennens um zwei Millionen Dollar und in den ersten Verfilmungen von Harry Potter zum Fast Kopflosen Nick, wenn auch nur mit kurzer Screentime. In der Vergangenheit trat Cleese zudem vermehrt als Synchronsprecher in Erscheinung, etwa in Shrek.

Der Ruhestand scheint für 80-Jährigen kein Thema zu sein. 2014 erschien seine Auto-Biografie, erst kürzlich ging er auf die „Last time to see me, before I die“-Tour. Ein halbes Dutzend Filme, in denen er mitwirkte, befindet sich aktuell in der Post-Produktion. Immer wieder gastiert er in einschlägigen Talkshows, wo er auf seine eigene, unverkennbare Art über Trump und den Brexit spottet – und gelegentlich auch ernste Töne anschlägt. „So much of this country is disappointing“, sagte er vor gut einem Jahr in der BBC.

Wir jedenfalls hoffen, dass uns John Cleese noch lange über den Brexit hinaus erhalten bleibt – und gratulieren zum 80. Geburtstag!

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