Darling der Woche: Emma Thompson - das britische Multitalent

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Darling der Woche

Ein Beitrag von Andreas Köhnemann

Emma Thompson im Jahre 2013 auf dem Toronto International Film Festival
Emma Thompson im Jahre 2013 auf dem Toronto International Film Festival

Zwei Oscars hat die 1959 in London geborene Emma Thompson gewonnen — und hält damit einen besonderen Academy-Awards-Rekord. Denn sie hat den begehrten Goldjungen sowohl in der Kategorie Schauspiel (als beste Hauptdarstellerin in Wiedersehen in Howards End, 1992) als auch in der Kategorie Drehbuch (für ihre Jane-Austen-Adaption Sinn und Sinnlichkeit, 1995) erhalten.

Thompson beherrscht — sowohl im Spiel als auch im Schreiben — das Tragische ebenso wie das Komische. Als unkonventionell-liberale Frau im spätviktorianischen England, die sich mit Tradition und Konservativismus konfrontiert sieht, glänzte sie in der E.-M.-Forster-Verfilmung Wiedersehen in Howards End - und ließ dieser Leistung zahlreiche eindrückliche Auftritte folgen.

 

So verkörperte sie etwa das leidenschaftliche Gegenüber zu dem (nach außen hin) emotionslosen Protagonisten in Was vom Tage übrig blieb (1993), tauschte screwball-comedy-artige Dialoge mit Kenneth Branagh in dessen  Shakespeare-Bearbeitung Viel Lärm um nichts (1993) aus, gab die unglückliche, betrogene Ehefrau in Tatsächlich… Liebe (2003) und war herrlich schräg als Eine zauberhafte Nanny (2005) sowie als Sibyll Trelawney in der Harry-Potter-Reihe.

 

Als Drehbuchautorin schrieb sie sich auf Basis der Werke von Christianna Brand den Nanny-Part direkt selbst auf den Leib — und trug zur Rückkehr von Bridget Jones im dritten Teil Bridget Jones‘ Baby bei.

Ab dem 30.08.2018 können wir sie im deutschen Kino in dem Drama Kindeswohl als Richterin sehen — und all das würde natürlich schon reichen, um sie zu unserem Darling der Woche zu erklären. Darüber hinaus wird sie aber auch auf dem diesjährigen Filmfest München mit dem CineMerit-Award ausgezeichnet.

Neben einer Vorstellung von Kindeswohl sowie einer Hommage, bestehend aus Wiedersehen in Howards End, Sinn und Sinnlichkeit und Eine zauberhafte Nanny, wird es ein Filmmakers Live-Gespräch mit Thompson geben. In der Pressemitteilung zur Vergabe des Preises heißt es treffend:

„Emma Thompson mit dem CineMerit Award auszuzeichnen, ist ein wichtiges Statement in einer Zeit, in der sich die Filmbranche im Wandel befindet. Seit vielen Jahren engagiert sie sich für Gleichberechtigung sowie einen reflektierten Feminismus – und ist deshalb ein wunderbares Vorbild für junge Frauen.“

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