Aktuelles: Frisches vom Cannes Filmfestival 2018 - Tag 2

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Aktuelles

Ein Beitrag von Andreas Köhnemann

Vor Ort in Cannes
Vor Ort in Cannes

11.05.2018: Comment ça va? Beatrice Behn, Maria Wiesner und Joachim Kurz geht es bisher jedenfalls recht gut in Cannes. Ein erster Vlog zeigt, wie Beatrice und Joachim den Eröffnungsfilm Everybody Knows von Asghar Farhadi und Donbass von Sergei Loznitsa fanden. Zumindest eines der beiden Werke vermochte sie ordentlich wachzurütteln:

Natürlich hat unser Trio vor Ort auch schon einige Texte geschrieben. So hat sich Beatrice mit dem kinematografischen Punkrock-Tanz Leto von Kirill Serebrennikov auseinandergesetzt: „Leto ist pure Melancholie in Punkmusik und schwarz-weißen Bildern.“ Dieser Melancholie hafte jedoch erfreulicherweise nichts Selbstmitleidiges an.

Weniger beeindruckend war hingegen das französische Werk Sextape (A genoux les gars), wie Maria feststellen musste: Die Komödie von Antoine Desrosières drehe rasch „in einen seltsamen Slapstick-Ton ab, der sich in Klischees suhlt.“

Ebenfalls aus französischer Produktion kommend und kaum besser war Les confins du monde von Guillaume Nicloux, dessen Geschichte in Indochina im Jahre 1945 angesiedelt ist: Bedauerlich sei, „dass das Drehbuch kaum einem der Charaktere Tiefe und Eindringlichkeit verleihen kann“, meint Joachim.

Sehr angetan war Joachim wiederum von der Sinnlichkeit des Films Cold War. Pawel Pawlikowski erzählt darin von  einer Liebe in Zeiten des Kalten Krieges zwischen einem Pianisten und einer Sängerin — mit „kristallklaren Schwarzweißbildern im 4:3-Format, betörenden musikalischen Einlagen“ und einer hinreißenden Hauptdarstellerin, die  teilweise an Jeanne Moreau, teilweise an Hildegard Knef erinnere.

Und dann gab es noch den schwedischen Beitrag Border von Ali Abbasi, in welchem eine missgestaltete Zöllnerin ihre animalische Seite entdeckt:

Border ist eine filmische Wundertüte voller Überraschungen und verrückten Wendungen, die zwischen Komödie, Horror, Fantasy und tiefsinnigem Drama um Fragen der (auch sexuellen) Identität munter Genregrenzen aushebelt und dem Zuschauer mit Humor, aber auch großer Ernsthaftigkeit eine Welt voller Staunen eröffnet, die dazu einlädt, anhand seiner wunderbaren Hauptfigur all die eigenen Haltungen und Gewissheiten einer ausführlichen Prüfung zu unterziehen.“ (Beatrice Behn)

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