Ein Becken voller Männer (2018)

Männer im Schwimmbecken

Eine Filmkritik von Joachim Kurz

Bertrand (Mathieu Amalric) durchläuft gerade eine schwierige Phase in seinem Leben: Geschüttelt von einer handfesten Depression mischt er sich Psychopharmaka in sein morgendliches Müsli, seit 2 Jahren geht er keiner geregelten Arbeit mehr nach und lässt sich überhaupt ziemlich hängen, bis er eines Tages einen merkwürdigen Aushang in dem Schwimmbad sieht, in dem er manchmal seine Runden dreht. Dort steht zu lesen, dass ein männliches Team von Synchronschwimmern noch nach Verstärkung sucht. Und da Bertrand eh nicht weiß, wie er seine Zeit herumbringen soll und neugierig geworden ist, schaut er einfach mal beim Training der Equipe vorbei, um dort allerdings festzustellen, dass die anderen Teilnehmer nicht gerade motiviert und manchmal auch ziemlich aus der Form geraten sind.

Dennoch findet er innerhalb der Gruppe, die von der Ex-Synchronschwimmerin Delphine (Virginie Efira) geleitet wird, etwas, das ihm sonst in seinem Leben und seiner Familie fehlt: Halt, Solidarität und ein offenes Ohr. Schnell wird sich herausstellen, dass auch die anderen Männer und selbst die resolute Trainerin Delphine ihr Päckchen mit sich herumtragen. Als einer der Schwimmer zufällig über die Ankündigung für die Weltmeisterschaft in ihrer Sportart stolpert, gibt es zudem ein großes gemeinsames Ziel, auf das der bunt zusammengewürfelte Haufen gemeinsam hinarbeiten kann. 

Im Prinzip erinnert Ein Becken voller Männer nicht nur an Männer im Wasser, sondern folgt der Erfolgsformel zahlreicher anderer Arthouse-Komödien wie Ganz oder gar nicht: Ein Haufen unmotivierter und völlig unterschiedlicher Typen entdeckt plötzlich eine gemeinsame Passion und wächst in der Begeisterung über sich hinaus. Dem hat auch Gilles Lellouche nicht viel Neues beizufügen: Der Spott bleibt milde, die Probleme überschaubar, die Figurenzeichnung wirkt bekannt, die Witze bewegen sich im Bereich des Routinierten. Immerhin seitens der Besetzung weiß der Film dann aber doch ein paar Akzente zu setzen: Neben Mathieu Amalric stechen vor allem Virginie Efira, Guillaume Canet und Benoît Poelvoorde als hyperaktiver, aber gescheiterter Entrepreneur ins Auge. Darüber hinaus aber ist Ein Becken voller Männer nicht sehr viel mehr als routinierte Unterhaltung, die nicht weh tut, die man aber auch schnell wieder vergessen hat.

Quelle: www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer/ein-becken-voller-maenner-2018