Barfuß ins Glück - Manchmal reicht es nur zu lieben

Scott statt Til

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Nick ist ein Verlierer. Er hat Schulden, ist auf Bewährung draußen und braucht dringend Geld. Darum ist er auch gewillt, zur Hochzeit seines Bruders zu gehen, aber als er seinem Vater das mitteilt und erwähnt, er hätte eine Freundin, besteht dieser darauf, dass er sie mitbringt. Nun ist guter Rat teuer, aber da ist ja noch Daisy. Sie sitzt in der Psychiatrie ein, in der Nick als Reinigungskraft arbeitet. Sie folgt ihm, und er nutzt die Gelegenheit. Daisy soll seine Freundin spielen, aber die unorthodoxe Frau, die ihr Leben abgeschieden von anderen Menschen verbracht hat, wartet mit einigen Herausforderungen auf.

Man kann dem Remake nun vorwerfen, dass es die Geschichte vereinfacht. Das geht damit einher, wenn aus fast zwei Stunden des Originals gut 80 Minuten beim Remake werden. Aber das sorgt auch für ein glattes Dahinfließen der Geschichte, ohne Schlenker, ohne Leerlauf, einfach konzentriert auf das, was eigentlich im Mittelpunkt steht. Dass selbst aus einem Halunken ein guter Kerl werden kann und dass die Liebe eben doch alles überwindet.

Das ist die einfachste Botschaft, die RomComs zu bieten haben. Sie ist so schön universell, dass man daran auch gar nicht rütteln muss. Barfuß ins Glück hebt sich erfreulicherweise aber dennoch vom Einheitsbrei ab. Einerseits, weil mit Daisy eine höchst ungewöhnliche Figur entwickelt wird, andererseits, weil Evan Rachel Wood sie wie ein unschuldiges Kind spielt. Ihre Daisy ist naiv, aber erfreut sich an allem, und diese Freude überträgt sich auf den Zuschauer.

Zu Til Schweiger kann man indes stehen, wie man will. Die grundsätzliche Idee seines Films Barfuß ist gut, und das Remake wird dem auch gerecht. Ein schöner, kleiner, warmherziger Film, an dessen Ende alles gut wird. Das mag nicht mit der realen Welt korrelieren, aber im Film ist es mehr als passend.

Quelle: www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer/barfuss-ins-glueck-manchmal-reicht-es-nur-zu-lieben