Sin Nombre - Life without Hope

Das wertvolle und kurze Leben von Sabina Rivas

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Sabina Rivas arbeitet in einem Bordell in Mexiko, träumt jedoch davon, irgendwann in die USA zu kommen und dort als Sängerin Erfolg zu haben. Sie begegnet Jovany wieder, einem Freund aus früheren Tagen, der heutzutage Teil der berüchtigten Gang MS-13 ist und Immigranten überfällt und ermordet. Beide träumen von einem besseren Leben, doch inmitten von moderner Sklaverei, Prostitution und grenzüberschreitender Polizeigewalt, ist Hoffnung etwas, das man sich nicht erlauben kann.

Sin Nombre – Life Without Hope ist ein langsam erzählter Film, der daraus eine Stärke macht. Nicht nur nutzt er die Zeit, die Figuren greifbar zu machen, er etabliert auch eine zutiefst traurige Welt, in der es Freude oder Schönheit kaum noch gibt. Es ist ein hartes Leben in einer noch härteren Welt, die Regisseur Luis Mandoki hier beschreibt.

Die durchwegs unbekannten Schauspieler gehen in ihren Rollen auf, vor allem Greisy Mena als Sabina Rivas weist eine Verletzlichkeit auf, die es schwer macht, diesen düsteren Film zu sehen. Sin Nombre – Life Without Hope ist keine leichte Kost. Er lenkt den Blick auf eine Welt, deren Existenz man gerne ignorieren würde. Weil sie weit abseits dessen besteht, was wir als Zivilisation betrachten und ein Menschenbild zeichnet, das daran erinnert, dass das Korsett dieser Zivilisation nur allzu leicht abgestreift wird.

Quelle: www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer/sin-nombre-life-without-hope