Cult

Besser als Paranormal Activity

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Im Haus der Familie Kaneda spukt es. Sie bitten den Exorzisten Unsui um Hilfe, der von drei jungen Frauen begleitet wird, die die Geistesaustreibung für das Fernsehen dokumentieren wollen. Doch der Dämon ist zu mächtig, was Unsui und sein zu Hilfe gerufener Meister am eigenen Leib erfahren müssen. Es bedarf des unkonventionellen Geisteraustreibers Neo, um der Gefahr, der auch die drei jungen Frauen ausgesetzt sind, zu begegnen…

Cult ist in zweierlei Hinsicht erfrischend. Einerseits bedient er sich nicht des mittlerweile ausgelutschten Motivs des gruseligen Geistermädchens mit den langen Haaren, andererseits setzt er auch nicht auf wacklige Kamera, um das Geschehen zu verschleiern. Vielmehr hat man sich Gedanken gemacht, wo man Kameras positioniert und diese statischen Aufnahmen mit einer spannend eingesetzten Handkamera abwechselt. Das Ergebnis ist deutlich interessanter, als es dieser Art Film in der Regel zu Eigen ist.

Aber auch inhaltlich kann Cult überzeugen. Er hat die Chuzpe, das dämonische Treiben zu zeigen. In mehr als einer Sequenz erschafft der Film dabei mit einfachen Mitteln ein Höchstmaß an Atmosphäre. Zudem präsentiert er eine Art von Dämon, wie man ihn so nicht häufig zu sehen bekommt. Inwieweit dies japanischer Folklore entstammt, bleibt hier unklar, für ein westliches Publikum bietet sich so jedoch ein Seherlebnis, das auch mit Überraschungen aufwarten kann, da es um mehr als nur einen simplen Fall von Exorzismus geht. Die Geschichte wird größer aufgezogen, so dass der Titel, der zuerst so gar nicht zum Film passen mag, dann doch noch Relevanz erhält. Das Ende ist, wie es sich für diese Art Film gehört, einigermaßen offen, aber im Gegensatz zu zahlreichen anderen Found-Footage-Filmen so gehalten, dass man hier wirklich gerne ein Sequel sehen würde. Weil es plötzlich um so viel mehr als nur das Schicksal einer Handvoll Menschen geht…

Quelle: www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer/cult