Meenakshi und der Duft der Männer

One-Woman-Show mit Rani Mukerji

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Erst braucht sie einen Job, und dann will sie unbedingt zu Hause ausziehen, denn innerhalb ihrer schrägen Familie mit ihrer distanzlosen Mutter (Nirmiti Sawant), ihrem pedantischen Vater (Satish Alekar), der mehrere alte Telefone bewacht und vier Zigaretten gleichzeitig raucht, ihrem Bruder Nana (Amey Wagh), der streunende Hunde sammelt und ihrer versponnenen Großmutter (Jyoti Subhash) kann Meenakshi (Rani Mukerji) keine Ruhe finden und wird zudem gerade massiv dazu gedrängt, doch endlich zu heiraten, wobei eine entsprechende Annonce bereits geschaltet wurde. Obwohl das Vorstellungsgespräch katastrophal verläuft, ergattert Meenakshi eine Anstellung als Sekretärin an einer Kunsthochschule, deren Personal – allen voran die tanzwütige, exzentrische Mynah (Anita Date), die ihre Kollegen heimlich mit Alkohol aus einer Affentrinkflasche versorgt – allerdings auch ziemlich schräg daherkommt.

Es ist ein ungeheuer anziehender Geruch, den Meenakshi mit ihrer sensiblen Nase an ihrem neuen Arbeitsplatz an dem Studenten Surya (Prithviraj Sukumaran) wahrnimmt, den die mysteriöse Aura eines Unnahbaren umgibt und über den auch noch Gerüchte von Drogen und Trinkerei kursieren: Der Duft des Mannes ihrer wilden Sehnsüchte. Meenakshi heftet sich an seine Fersen geheftet, scheinbar unbemerkt von dem schönen Künstler, und taucht sogar bei seiner Mutter (Kishori Balal) auf, um sie auszuspionieren, während ihre eigene Familie ihre Verlobung mit dem braven Madhav (Subodh Bhave) arrangiert, für den Meenakshi so gar keine Wallungen empfindet ...

Als opulente, schrill-bunte Romantik-Komödie angelegt hat Sachin Kundalkar mit Meenakshi und der Duft der Männer eine Bühne für Rani Mukerji eröffnet, auf der sie mit ungebrochenem Elan ihre tänzerischen und gesanglichen Qualitäten unter Beweis stellt und souverän eine One-Woman-Show präsentiert, die innerhalb einer soliden Geschichte mit ungestümer Heiterkeit das weibliche Recht auf Selbstbestimmung und Sinnlichkeit einfordert. Prithviraj Sukumaran als schweigsamer, geheimnisumwitterter Kunststudent taut erst gegen Ende des Films aus seiner extrem zurückgenommenen Rolle auf und bietet als Überraschung die Ereignisse aus seiner Perspektive dar. Der Originaltitel Aiyyaa transportiert treffend einen wohlig-wilden Ausruf, der den ungezähmten Charakter des Films beschreibt, in dem Meenakshi in den Songs nicht nur ungehemmt von ihrem Surya träumt, sondern auch von Ruhm und einer Badewanne voll Geld. So viel wird dieser Film, der an den Kinokassen mäßig erfolgreich war, für Rani Mukerji nun kaum eingespielt haben, aber sie ist präsent und besticht mit Mitte dreißig durch eine reife Leistung, die ihre Fans begeistern dürfte.

Quelle: www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer/meenakshi-und-der-duft-der-maenner