Küssen verboten - Honeymoon mit Hindernissen

Übertrieben

Eine Filmkritik von Verena Schmöller

Bryan (Dave Annable) ist Fotograf; doch anstatt für den National Geographic um die Welt zu reisen, hat Bryan sich auf Tierfotografie spezialisiert. Täglich fotografiert er kleine und große Vierbeiner in geschmackvollen bis -losen Faschingskostümen und muss bisweilen auch für deren emotionale Zufriedenheit sorgen. Dumm nur, dass eines Tages ein Hund die Katze einer kroatischen Gangstergattin anfällt. Deshalb ist nun Mafia-Chef Vadik Nikitin (Ken Davitian) hinter Bryan her und macht ihm nur ein einziges Angebot: Als Entschädigung für die malträtierte Katze muss Bryan seine Tochter Masha (Katharine McPhee) heiraten, um ihr die Green Card zu verschaffen. Er darf sie nicht küssen und nicht anfassen, sondern lediglich für ein Jahr den guten Ehegatten mimen.

Die Hochzeit findet in großem Stil statt, und natürlich ist Bryan längst dabei, sich in Masha zu verlieben. Für die Flitterwochen fliegt das frischvermählte Paar nach Tahiti, wo sich die beiden aus dem Weg gehen und gleichzeitig versuchen, nicht aufzufallen. Doch bevor sie für sich die richtigen Umgangsformen gefunden haben und Pool und Sandstrand der Südseeinsel recht genießen können, wird Masha entführt. Während Bryan dabei ist, einen Rettungsplan zu ersinnen, und sich dabei Hilfe bei der einheimischen Lani (Tia Carrere) und deren Cousin Ernesto (Rob Schneider) holt, ist Nikitins zweite Hand Brick (Vinnie Jones) auf der Insel eingetroffen, um Bryan zur Rede zu stellen.

Es beginnt eine actiongeladene Suche nach der Entführten, die alle Schönheiten des Drehortes (die Hawaii-Insel O’ahu) zeigt. Das miese Komplott, das hinter der Entführung steckt, wird freilich ebenso entlarvt wie die wahren Sehnsüchte von Masha. Mit dem Nebenplot um Bryans Assistentin Tonya (Mena Suvari) und Ernesto hat der Film seine comic reliefs, und eine der kleinen Nebenrollen – Bryans gemütliche und lebensweise Mom – ist mit der herrlichen Kathy Bates gut besetzt.

Küssen verboten beinhaltet einige originelle Details – wie Mashas Rache an ihren Entführern oder das ein oder andere Tierkostüm. Ansonsten aber enttäuscht der Film eher, weil er viel zu häufig übertreibt und die Konventionen des Erzählkinos hollywoodscher Art bis an die Schmerzgrenze und darüber hinaus ausreizt. Das ist schade – denn die Grundidee ist in Ordnung – aber der Film zeigt einmal mehr, wie viel mehr ein bisschen weniger wäre.

Quelle: www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer/kuessen-verboten-honeymoon-mit-hindernissen