Julia X - 3D

Ein Spielfilmdebüt im Slasher-Genre

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Es ist der ironisch inszenierte Perspektivwechsel mit seinen überraschenden wie ungewöhnlichen Wendungen, der diesem Debütfilm von P.J. Pettiette innerhalb des Slasher-Genres eine gleichermaßen verzerrende wie unterhaltsame Meta-Ebene verleiht. Dabei oszilliert die Dramaturgie zwischen den deutlich, aber durchaus mitunter unorthodox installierten typischen Elementen des brutalen Horrors und kleinen, pfiffigen bis satirischen Komponenten, die allerdings ihre inhärente Heiterkeit kaum entfalten können. Es ergehen Andeutungen über die Motivationen der Protagonisten, die karikierend in die Handlung einfließen und das Bild der vagen Konfusionen komplettieren, die durch den Film vagabundieren. Diese bei Zeiten irritierende Kombination von ausführlichem Aktionismus mit für das Genre unüblichen Brüchen und Ansätzen von tiefer liegendem Konfliktpotenzial gipfelt im Verlauf der kruden Geschichte in anarchistisch anmutende Auswüchse, die am Ende in einen abgefahrenen Neubeginn münden.

Engagiert und sexy treten die Darsteller auf, ohne dass ihre Perfomance jenseits der verbalen Provokationen tatsächlich in erotische Interaktionen abgleitet, wodurch die machtvolle Position und Botschaft der Schwestern als moralische Vollstreckerinnen gestärkt wird, aus der sich die begehrliche Jessica schließlich ausklinkt. In vielerlei Hinsicht stellt Julia X, der nun in der Uncut-Version auf DVD erscheint und dessen letztlich verhinderte FSK-Freigabe kräftig diskutiert wurde, eine interessante Variante auf dem Slasher-Territorium dar, innerhalb welcher sich neben dem deutlich zelebrierten Vergnügen an obszönen Brutalitäten auch ansatzweise satirische Aspekte zeigen. Dabei gelingt es Regisseur P.J. Pettiette allerdings nur temporär, seine ambitionierten Ideen derart konsequent umzusetzen, dass ein stimmiges Gesamtkonzept entsteht, so dass Julia X einen durchaus sehenswerten, jedoch nicht ganz überzeugenden Versuch markiert, das Genre zu rocken.

Quelle: www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer/julia-x-3d