Possession

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Ryan ist liebevoller Eheman, Künstler und einfühlsam, sein Bruder Roman ist das schwarze Schaf der Familie, (Über)Lebenskünstler und Arschloch. Kein Wunder, dass Ryans Frau Jess (Gellar) wenig begeistert ist, als sich Roman in ihrem Haus einnistet. Ein plötzlicher Unfall, in den Ryan und Roman verwickelt sind, ändert schlagartig alles: Beide liegen im Koma und Jess ist am Boden zerstört. Doch gerade, als jede Hoffnung geschwunden ist, wacht Roman aus dem Koma auf! Jess ist überrascht und wütend: Warum der? Warum nicht Ryan? Doch etwas stimmt nicht mit Roman. Der gibt nämlich plötzlich vor, Ryan zu sein. Jess will davon natürlich nichts wissen, auch, als Roman Dinge weiß, die nur Ryan wissen kann. Langsam lässt Jess jedoch zu, dass man sich näher kommt. Doch wie es so häufig ist: Gerade, als es richtig schön wird, bahnt sich die Wahrheit ihren Weg an die Oberfläche.

Possession ist ein leiser Film, der nicht, wie das Cover suggerieren will, in die Richtung der genannten Asia-Remakes von Der Fluch und The Ring geht. Mit vielen ruhigen Zwischentönen und ohne Hektik wird die heile Welt ausgebreitet, um sie dann mit einem Paukenschlag zu zerstören. Danach geht es ruhig und melancholisch weiter. Nur die langsame Unsicherheit der Protagonistin und die düsteren Bilder deuten an, dass etwas nicht stimmt. Bleibt die Frage, wie Hauptdarstellerin Sarah Michelle Gellar so beliebt werden konnte. Die durchschnittlich hübsche Buffy-Darstellerin setzt kaum Akzente und hat keine Ausstrahlung. Aber sei's drum, Possession ist ein routinierter, gut gemachter Film mit einer originellen Idee. Das ist in der heutigen Zeit schon eine ganze Menge.

Quelle: www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer/possession