Hansel & Gretel

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Nach einem Autounfall verläuft sich der junge Mann Eun-soo (Cheon Jeong-myeong) in einem dichten Wald. Da taucht die junge Hee (Sim Eun-kyung) auf und führt ihn zu einem Haus, in dem sie mit ihren Geschwistern und den Eltern wohnt. Alles ist bunt, süß und klebrig. Doch auch, dass das Telefon nicht funktioniert, lässt Eun-soo nicht misstrauisch werden. Erst, als er an den nächsten Tagen Zeuge mehrerer Merkwürdigkeiten wird, stutzt er. Und jeder Weg führt zum Haus zurück... Plötzlich sind die Eltern fort. Und im Wald taucht ein neues Paar auf, dass von den Kindern aufgenommen wird. Langsam kommt Eun-soo dem Geheimnis der Kinder auf die Spur.

Regisseur Ryu Seong-hee, fackelt ein Feuerwerk der originellen Ideen, seltsamen Figuren und der visuellen Maßlosigkeit ab. Ganz in der Tradition seiner international anerkannten Kollegen Tim Burton (Batman, Charlie und die Schokoladenfabrik) und Terry Gilliam (König der Fischer, Brothers Grimm) scheint es keine Grenzen zu geben. Doch wo sich Burton kaum noch Budgetgrenzen auferlegen muss und Gilliam sarkastisch und düster wird, bleibt Seong-hee verspielt. Hansel & Gretel ist ein bildgewaltiger, optischer Traum, der nur in wenigen Szenen geraffter hätte sein können. Auch werden Erinnerungen an eine der Episoden aus Spielbergs Unheimliche Schattenlicher-Kinofilm geweckt, in der ein Kind seine Familie terrorisiert. Doch das heißt beileibe nichts schlechtes, ist Ryu Seong-hee doch eigenständig genug, um zu überzeugen. Das interessante Bonusmaterial rundet eine tolle DVD-Veröffentlichung ab.

Quelle: www.kino-zeit.de/film-kritiken-trailer/hansel-gretel